EuroCloud Deutschland und ISG befragen IT-Entscheider Wie weit ist deutscher Mittelstand bei Cloud Native?

Redakteur: Stephan Augsten

Der Cloud-Native-Markt in Deutschland gewinnt an Momentum. Gut ein Fünftel der von ECN und ISG befragten IT-Entscheider setzen bereits erste Projekte um, weitere 50 Prozent planen bereits den Einstieg.

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Gerade einmal drei Prozent der befragten IT-Entscheider wollen definitiv keinen Cloud-Native-Ansatz fahren.
Gerade einmal drei Prozent der befragten IT-Entscheider wollen definitiv keinen Cloud-Native-Ansatz fahren.
(Bild: ISG / EuroCloud)

Die 50 Prozent teilen sich wie folgt auf: 27 Prozent der Befragten visieren den Cloud-Native-Einstieg in den kommenden zwölf Monaten an. Die übrigen 23 Prozent planen nach eigenen Angaben bereits den Einstieg, allerdings noch ohne konkreten Zeitpunkt zu nennen. An der Umfrage der Information Services Group (ISG) und der EuroCloud Native (ECN) beteiligten sich im September 200 deutsche IT-Entscheider aus mittelständischen Unternehmen.

Im Zuge der Präsentation der Ergebnisse unterstrich Frank Heuer, Principal Analyst bei der ISG, dass die IT-Entscheider Fortschritte beim Verständnis für den Begriff „Cloud Native“ gemacht hätten. „Natürlich ist noch ein weiter Weg zu gehen“, merkte er mit Blick darauf an, dass ungefähr drei Viertel der Befragten das Thema noch nicht wirklich einordnen konnten. Der Begriff sei nun einmal noch recht jung.

Studienleiter Heiko Henkes, Director bei ISG Research, spricht dennoch von einem flächendeckenden Interesse an Cloud-nativen Lösungen: „Lediglich drei Prozent der Befragten sagen, dass das Thema derzeit nicht auf ihrer Agenda steht“. Die meisten Anwenderunternehmen befänden sich aber noch in einer eher initialen Umsetzungsphase.

Die Gründe der Cloud-Native-Nutzung decken sich noch nicht ganz mit den tatsächlich zu erwartenden Vorteilen.
Die Gründe der Cloud-Native-Nutzung decken sich noch nicht ganz mit den tatsächlich zu erwartenden Vorteilen.
(Bild: ISG / EuroCloud)

„Dies zeigt sich auch an den Gründen, warum Unternehmen sich für den Einstieg in Cloud Native entscheiden“, unterstrich Frank Heuer mit Blick auf die Gründe für das Interesse. Die erhoffte „Erhöhte IT-Sicherheit“ sei beispielsweise kein Selbstläufer, bemerkte Heuer mit Blick auf das Wunschdenken von fast der Hälfte der Anwenderunternehmen.

Wichtige erwiesene Mehrwerte wie die Verkürzung von Entwicklungszyklen für Software oder eine automatische Skalierung der Cloud-Ressourcen seien für die Anwenderunternehmen wiederum eher nachrangige Motive. Ein großes Hindernis für Cloud-Strategien in den Unternehmen ist weiterhin das fehlende Fachpersonal (37 Prozent). Sicherheitsbedenken und rechtliche Fragestellungen schlagen immerhin noch mit je einem Drittel der Antworten zu Buche.

Die Transformation zu Cloud-nativen Unternehmen erfolgt derweil Häppchenweise: 44 Prozent der Firmen bevorzugen aktuell einen Refactoring-Ansatz bei der App-Entwicklung, konzentrieren sich also auf kleinere Anpassungen. Eine komplette Neuentwicklung ist für 27 Prozent das Mittel der Wahl, einen Technologiewechsel, bspw. den Ersatz einer bestehenden Lösung durch eine Software-as-a-Service (SaaS), wollen noch 16 Prozent der Unternehmen.

Interessant für Cloud-Dienstleister ist, dass Anwenderunternehmen sich vermehrt nach Cloud-Native-Spezialisten umschauen. 85 Prozent halten eine entsprechende Spezialisierung für sehr wichtig (28 Prozent) oder wichtig (57 Prozent). Ungeachtet dessen dürfe die Spezialisierung nicht dazu führen, dass sich die Anwender in Anbieter-Lock-ins begeben. Als weiteres relevantes Auswahlkriterium nannten daher 83 Prozent der Befragten den Wunsch, dass sich ihre Dienstleister mit einem möglichst breiten Spektrum an Cloud-Plattformen auskennen sollen.

Die „EuroCloud Native“-Inititative geht auf den Verband „EuroCloud Deutschland“ zurück, der seinerseits Teil des eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. ist. Alle Ergebnisse zur aktuellen Umfrage auf dem sogenannten Pulse Check der ISG.

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