Definition „Installationsvorgang“

Wie funktioniert eine Software-Installation?

| Autor / Redakteur: schroeder_s / Stephan Augsten

Jedes Betriebssystem hat bei der Software-Installation seine Besonderheiten.
Jedes Betriebssystem hat bei der Software-Installation seine Besonderheiten. (Bild: Pixabay.com / Pexels.com / CC0)

Eine Software-Installation wird dann notwendig, wenn ein komplexes Programm lokal auf einem Endgerät, sei es nun PC oder Smartphone, ausgeführt werden soll. Sie kommt auf allen Betriebssystemen und Plattformen zum Einsatz und wird ständig modernisiert.

Jeder Anwender muss früher oder später Software auf seinem Gerät installieren. Im weitesten Sinne stellt bereits das Aufsetzen des Betriebssystems eine gebündelte Software-Installation dar. Mitgelieferte Installationspakete werden dabei in der Regel automatisch gestartet.

Installiert werden meist viele verschiedene Programme, die das System unterstützen, serienmäßig mitgeliefert werden oder als Komponenten dringend benötigt werden. Möchte der Nutzer später weitere Programme, Spiele oder Anwendungen nutzen, so muss er diese zusätzlich installieren.

Installationsvorgang aus Anwender-Perspektive

Für den Anwender stellt sich die Installation bereits komprimierter Pakete, die sich eigenständig platzieren können, meist relativ einfach dar. Unter gängigen Windows-Betriebssystemen findet sich zur Installation oft eine Setup.exe, welche als Administrator oder ohne Administrationsrechte ausgeführt werden muss. Ein Doppelklick genügt, um durch ein Installationsmenü geführt zu werden. Bei anderen Betriebssystemen kann das deutlich komplizierter sein, dazu aber später mehr.

Bei Windows kann der Anwender typischerweise wählen, an welchem Ort er das Programm installieren möchte. Neben dem Wunschordner kann die Wahl auch zwischen interner oder externer Festplatte fallen oder sich auf einen Server oder ein alternatives Speichermedium beziehen. Bei vielen Installationen können außerdem Unterkomponenten ausgewählt werden, die installiert werden sollen.

Durch Bestätigungen über Button-Klicks springt der Installer bis zur eigentlichen Installation und entpackt die Daten an den Installationsort, registriert die Software in der Registry und legt alle notwendigen Ordner für temporäre Dateien und Benutzerzugriff an. Auf Nutzerwunsch legt die Software eine Verlinkung zu der neu installierten Anwendung auf dem Desktop oder in einem gewünschten Menü ab. Über das Icon der Verlinkung kann die Software nun gestartet werden.

Ablauf der Software-Installation

Geschieht die Installation durch einen mitgelieferten Installer und findet weitestgehend offline und lokal statt, beginnt der Installationsprozess mit dem Bootstrapping. Dieser Vorgang wird gestartet, sobald die Setup.exe durch den Anwender geöffnet wird. Er prüft die Installationsdateien und die Version des Installers und startet die geführte Installation.

Zuerst prüft das Installationsprogramm, ob das Endgerät die notwendigen Parameter wie Betriebssystem und Dateisystem erfüllt und genügend Platz auf dem Speichermedium vorhanden ist. Die Prüfung beinhaltet außerdem aus Auslesen aller zu installierenden Daten und die Integritätsprüfung der einzelnen Bestandteile. Ist eine Datei beschädigt, kann die Software nicht fehlerfrei installiert werden.

Das Installationsprogramm kopiert nun alle Daten, die Hauptanwendung, Komponenten, Bibliotheken, Hilfedateien und viele weiteren Bestandteile in das durch den Anwender gewählte Verzeichnis. Es verbindet die Bibliotheken mit der Anwendung und registriert anschließend alles im Betriebssystem bzw. in dessen Registry.

Einige Installationen fragen nach Abschluss des Kopier- und Registrierungsvorganges wichtige Systemdaten ab, entweder automatisch oder vom aktiven Nutzer, um das Programm direkt zu konfigurieren. Manchmal geschieht dieser Schritt erst im Rahmen der Erstanwendung.

Ein Neustart nach der Installation wird dann notwendig, wenn das Programm die Registrierung nur dadurch abschließen kann, zum Beispiel weil wichtige Dateien blockiert sind. Bei der Betriebssoftware von Hardwarekomponenten, so wie Treibern, sollte stets neugestartet werden. Die Software ist nun einsatzbereit.

Verschiedene Arten der Software-Installation

Die Software-Installation per lokaler Exe-Datei, die aus einem Archiv Daten bezieht, welche vorher auf dem Gerät abgelegt wurden, ist nur eine von vielen Möglichkeiten, Software zu installieren. Sie hat sich wie eingangs erwähnt, vor allem bei Windows durchgesetzt, funktioniert bspw. bei Android aber ähnlich.

Andere UNIX- bzw. GNU-Linux-basierte Betriebssysteme arbeiten hingegen mit Software-Paketen und -Archiven, deren Installationsvorgang über die Kommandozeile oder mittlerweile benutzerfreundlicher via Paketmanager gestartet wird. Eine Registry, in der die Software-Konfiguration festgeschrieben wird, gibt es hier nicht, hierzu dienen spezielle Konfigurationsdateien. Systembedingt entfällt ebenso die Wahl des Installationsordners.

Unter Mac OS X ist außerdem eine Software-Installation durch einfaches Kopieren und Ablegen des Programmes möglich. Dieser Vorgang birgt jedoch das Risiko, dass sich eine vorherige, veraltete Version der gleichen Software noch auf dem Gerät befindet und die Programme sich gegenseitig behindern.

Komplexere Programme wurden früher auf CD-Roms und DVDs ausgeliefert, um von diesem Speichermedium aus platzsparend installiert zu werden. Heute werden jedoch nahezu alle größeren Softwarepakete auch zum Download bereitgestellt, erworben wird häufig nur noch ein Schlüssel oder anderweitiger Registrierungs-Zugang.

Viele Programme können heute komplett auf die Installation verzichten. Sie laufen über eine Cloud oder sind browserbasiert. Auch eine Kombination ist möglich. Der Anwender lädt sich beispielsweise eine wenige KB große Installationsdatei herunter, welche sich nach Öffnen mit dem Internet verbindet und alle notwendigen Dateien in Echtzeit kopiert.

Probleme während einer Installation

Die Software-Installation war erfolgreich, wenn das installierte Programm sich starten lässt, ordnungsgemäß arbeitet und keine Sicherheitslücken verursacht. Wenn diese auftreten, dann meist bereits während der Installation. Fordert eine Installation Administrationsrechte an, kann dies ein Hinweis sein, dass das Programm komplexer ist als gedacht.

Virenscanner erkennen in Programmen enthaltene Trojaner und Schadsoftware bereits während des Kopiervorgangs der Installation. Lässt sich die Installation nicht abschließen, kann der Fehler auch in schadhaften Dateistrukturen des Gerätes oder aktiven und blockierten Anwendungen zu suchen sein.

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