Definition „App Development“

Wie funktioniert App-Entwicklung?

| Autor / Redakteur: Blue Floyd / Stephan Augsten

Ein nicht unerheblicher Anteil an den Kosten einer App entfällt mittlerweile auf das Marketing.
Ein nicht unerheblicher Anteil an den Kosten einer App entfällt mittlerweile auf das Marketing. (Bild: Johnny Mckane - Pexels.com / CC0)

Als App-Entwicklung wird der Prozess der vollständigen Erstellung einer App bezeichnet. Dies umfasst die konzeptionelle Phase zu Beginn über den Aufbau der Codebasis bis hin zur letztendlichen Fertigstellung. Was genau eine „App“ ist, unterliegt seit dem Aufkommen von Smartphones einer schwammigen Definition.

Für klassische Desktop-Anwendungen haben sich Bezeichnungen wie Programme, Applikationen oder Anwendungen etablieren. Die Hersteller und Entwickler von Smartphones und Tablets und deren Betriebssysteme haben sich jedoch auf den Begriff App geeinigt. Damit folgte man der Bezeichnung „Web App“ für Internet-basierte Anwendungen.

Große Entwickler wie Microsoft stellen nach eigenen Aussagen sowohl Programmpakete wie die Office-Suite (die nicht als „App“ bezeichnet werden) bereit als auch Apps, die über den Windows Store bezogen werden. In Windows 10 konvergieren somit typische .exe-Programme mit Apps (unter der Universal Windows Platform).

Ob ein bestimmter Entwickler mit einer App also wirklich Smartphone-Anwendungen meint oder von großen Applikationen spricht, sollte individuell nachgefragt werden. Dieser Artikel bezieht sich auf das Thema App-Entwicklung in Bezug auf Programme für Android, iOS, Windows 10 Mobile und vergleichbare Systeme.

Phasen der App-Entwicklung

Im Kern unterscheidet sich die Entwicklung von Smartphone-Apps kaum von der Herstellung einer Win32-Applikation beispielsweise. Die typischen Phasen lauten wie folgt:

  • Die Konzeption der App zu Beginn zielt darauf ab, den Funktionsumfang zu bestimmen und zu planen, für welche Betriebssysteme entwickelt werden soll. Handelt es sich um universelle Web-Apps, die im Browser lauffähig sind, arbeiten diese plattformübergreifend und die Auswahl eines Betriebssystems entfällt.
  • Die Auswahl einer geeigneten Programmiersprache ist wichtig: „Die eine Programmiersprache“ für alles gibt es nicht. Stattdessen handelt es sich um die Suche nach dem passenden Werkzeug für die gewünschte Funktionalität. Entwickler sparen sich dadurch Arbeit oder realisieren Features einfacher und schneller als mit anderen Sprachen.
  • Den Abschluss bildet die eigentliche Entwicklung der App. Dieser Prozess kann stark variieren: Einige simple Apps sind praktisch 1-Mann-Projekte. Andere hingegen versammeln Dutzende von Entwicklern, was auch die Kosten stark beeinflusst. Auch die Zeitdauer der Entwicklung lässt sich daher kaum verallgemeinern.

Eine längere Debugging-Phase sorgt dafür, dass die App am Ende mit möglichst wenigen Fehlern (aber nie komplett fehlerfrei) ausgeliefert wird. Auch diese Phase unterscheidet sich von App zu App: Einige Entwickler nehmen öffentliche Beta-Tests vor, andere verzichten auf diese Form der Fehlersuche.

Kosten der App-Entwicklung

Wie bereits erwähnt, lassen sich die Kosten kaum pauschalisieren. Nach einer Studie von iBusiness berechnen Agenturen für den gesamten Entwicklungsprozess jedoch Kosten von etwas weniger als 30.000 Euro pro App.

Quelle der Studie waren Umfragen unter mehreren Hundert Entwicklern. In diesen Wert fließen von der Konzeption über die Planung und das UI-Design sowie Front- und Backend-Programmierung bis zu Tests, Überarbeitungen und Verbreitung alle Kosten mit ein. Freelancer arbeiten deutlich billiger, hier gibt es eine App schon für 6.000 Euro. Besonders komplexe Apps sprengen den 30.000-Euro-Rahmen aber deutlich.

Einen nicht unerheblichen Anteil an den Kosten für eine App trägt inzwischen auch das Marketing. Aufgrund der gewaltigen Konkurrenz in den verbreiteten App-Stores müssen auch die Werbeausgaben steigen, um gegenüber der Konkurrenz sichtbar zu bleiben. 30.000 bis 50.000 Euro berechnen Agenturen für diesen Dienst für Apps, die es in den Augen der Agentur auch wert sind.

Unter Android und iOS lassen sich gegenüber Windows generell Kosten einsparen, die Entwicklung ist in diesem Bereich etwa 10 bis 15 Prozent günstiger. Allerdings lassen sich mobile Apps und umfassende Desktop-Anwendungen allein schon aufgrund der Zahl der Funktionen nicht vollständig miteinander vergleichen.

Bedeutung und Wert von Apps

Da das Smartphone heute für viele Personen die Bedeutung von Notebook oder PC übertrifft, nimmt auch der Wert von Apps zu. Abhängig von der Popularität der App können diese – wie WhatsApp – zweistellige Milliardenbeträge kosten, obgleich dahinter nur eine einzige App steht.

Summen dieser Art wurden vor dem App-Boom eventuell für komplette IT-Unternehmen bezahlt, hinter denen zahlreiche reale Werte standen. Dieses Beispiel zeigt, dass die App-Entwicklung heute die Bedeutung großer Softwarehäuser teilweise übersteigen kann, wenngleich das WhatsApp-Beispiel ein Extremwert am oberen Ende des Spektrums ist.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Erste Schritte mit Azure DevOps

Agiles Arbeiten, Versionsverwaltung und Deployment-Automatisierung

Erste Schritte mit Azure DevOps

Mit Azure DevOps können Entwickler DevOps-Ansätze direkt in der Cloud bei Microsoft Azure abbilden. Der Dienst integriert dabei vollständig mit anderen Ressourcen und Services in der Microsoft-Cloud. lesen

Entwicklung und Sicherheit optimal synchronisieren

Der sichere Software Development Life Cycle

Entwicklung und Sicherheit optimal synchronisieren

Die Art und Weise der Software-Entwicklung ändert sich ständig und die Bereitstellungszyklen werden immer schneller. Wenn die Anwendungssicherheit das Tempo von DevOps mithalten will, spielt Automatisierung eine Schlüsselrolle. lesen

Honeypot launcht .cult-Plattform

Content für Tech-Talente

Honeypot launcht .cult-Plattform

Mit .cult startet Honeypot eine Community- und Mediaplattform, die das Lebensgefühl der Tech-Szene einfangen soll. Darin hat das Unternehmen Erfahrung: Dank hochwertiger Video-Dokus über Open-Source-Projekte ist es auch unter dem Spitznamen „Netflix für Entwickler“ bekannt. lesen

Continuous Delivery in GitOps-Manier

Argo CD und Git in Aktion

Continuous Delivery in GitOps-Manier

GitOps ist aktuell ein großes Thema – als Konzept aber eben reine Theorie. Schaut man sich aber mal ein konkretes Tool an, wird GitOps greifbar. Und dafür eignet sich die Open-Source-Software Argo CD sehr gut. lesen

Stackery erweitert Serverless-Plattform

DevOps für sichere und moderne Applikationen auf AWS

Stackery erweitert Serverless-Plattform

Mit Stackerys Serverless-Plattform sollen Unternehmen intuitiv sowie rasch moderne Applikationen aufsetzen und betreiben. Jetzt hat der Anbieter dafür weitere Funktionen für Sicherheit, Governance sowie CI/CD-Integrationen vorgestellt. lesen

10 Open Source-Tools für Developer

Entwickeln, testen, Bildschirm freigeben und editieren

10 Open Source-Tools für Developer

Entwickler sollten sich generell immer auf dem Laufenden halten, welche angesagten Werkzeuge die Arbeit etwas erleichtern und vielleicht sogar verbessern. In diesem Beitrag zeigen wir wieder einige, interessante Tools. lesen

Grenzen der Low-Code-Entwicklung

Instant-Entwicklung vs. funktionale Programmierung

Grenzen der Low-Code-Entwicklung

Der Low-Code-Ansatz verspricht die Erstellung von Anwendungen nach dem Baukastenprinzip. Ist das noch klassische Programmierung? Nein, soll es auch nicht sein. Funktionale Programmierung wird den Geschäftsanforderungen in der Praxis meist besser gerecht. lesen

DevOps sorgt für verschwimmende Rollen in der Software-Entwicklung

Studie von GitLab

DevOps sorgt für verschwimmende Rollen in der Software-Entwicklung

Die jährliche DevSecOps-Umfrage von GitLab zeigt, dass sich die Rollen der Software-Entwicklungsteams ändern. Traditionelle Grenzen zwischen Entwickler- und Operationsteams verschwimmen zunehmend. lesen

Appian integriert Box und Docusign

Content Management und elektronische Signaturen

Appian integriert Box und Docusign

Low-Code-Spezialist Appian hat angekündigt, die Content-Management-Plattform Box sowie die DocuSign eSignature-Dienste in seine Lösung zu integrieren. Zugleich hat es die IDG-Studie „Business Automation Technologies and the Customer Experience”-Studie vorgestellt. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44851149 / Definitionen)