T-Shaped Teams, neue Datenquellen, intelligente Orchestrierung

Wie ein DevOps-Team zum NewOps-Team wird

| Autor / Redakteur: Andi Mann * / Stephan Augsten

DevOps-Teams können sich künftig auf zunehmende Spezialisierung, eine größere Relevanz von Daten und mehr IT-Orchestrierung einstellen.
DevOps-Teams können sich künftig auf zunehmende Spezialisierung, eine größere Relevanz von Daten und mehr IT-Orchestrierung einstellen. (© Asha Sreenivas - stock.adobe.com)

Wie sieht die Zukunft der DevOps aus? Eine zunehmende Spezialisierung, größere Relevanz von Daten und mehr IT-Orchestrierung prägen DevOps-Abteilungen im Jahr 2019.

Plan, Build, Run – nach diesem Schema arbeiten Entwicklerteams in den unterschiedlichsten Unternehmen. Doch innerhalb dieses Modells tut sich was. Folgende drei Trends werden in diesem Jahr noch Einfluss auf die Arbeit der DevOps-Teams nehmen – und sind daher auch für CIOs und deren Unternehmen von großer Bedeutung:

1. DevOps setzt auf „T-Shaped“-Teams und Kompetenzen

Bei DevOps liegt der Schwerpunkt darauf, eine Kultur der Zusammenarbeit und Kommunikation zu schaffen, daher waren stets Generalisten gesucht. Diese bilden den Querstrich des „T“ in sogenannten T-Shaped Professional Teams.

Wir sehen aktuell jedoch auch, dass wieder vermehrt Wert auf eine Spezialisierung von Technologie- und Prozessfachkräften in DevOps-Teams gelegt wird. Diese sind quasi der Abwärtsstrich des „T“. Diese Zunahme der Spezialisten erstreckt sich über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg.

Kurzfristig rechnen wir mit einem größeren Fokus auf Fähigkeiten in Bereichen wie Cloud Operations und Site Reliability Engineering (SRE), da die sogenannten NewOps-Experten ihren Fokus auf moderne IT-Operations durch Anwendung fortschrittlicher Methoden legen. Dazu zählen Monitoring, Analytics, Engineering und Zuverlässigkeitstests. Diese sind nötig, um die komplexen, stark verteilten Multi-Channel-Architekturen der „Neuen IT“ erfolgreich zu betreiben.

IT-Führungskräfte können durch die T-Shaped-Teams ihre Ressourcen besser verteilen. Die Kombination aus Generalisten und Spezialisten macht es möglich, Fähigkeiten besser einzusetzen, um reale Geschäftsziele zu erreichen. Denn die Arbeit der DevOps-Teams hat beispielsweise positive Auswirkungen auf die Bereitstellung von Funktionen, Servicequalität, Systemzuverlässigkeit oder eine erhöhte Kundenbindung.

2. End-to-End-Datenfreigabe in der Neuen IT

Daten waren schon immer der Schlüssel beim IT-Monitoring, von Temperaturen über CPU-Geschwindigkeiten bis hin zu den Reaktionszeiten und der Leistung von Anwendungen. Für moderne „NewOps“-Profis, Site Reliability Engineers, CliusOps, WebOps und anderen „New IT“-Teams, die eine vollkommene Transparenz über End-to-End-Digitalkanäle hinweg anstreben, dürften sie nun noch erfolgskritischer werden.

Teams, die für den Betrieb der IT zuständig sind, werden zunehmend Daten aus der „digitalen Abluft“ von lokalen und Cloud-Entitäten über interne und externe APIs sowie serverlose Komponenten austauschen. Zudem werden sie auch Datenquellen, die über traditionelle IT-Datenquellen hinausgehen, in ihre Arbeit einbeziehen. Beispielsweise werden Geschäfts- und Kundenmetriken – wie etwa Zufriedenheit, Umsatzrendite, Registrierungen, Stornierungen oder Umsätze – eine Rolle spielen.

Letztendlich sind die Daten in der „digitalen Abluft“ all dieser komplexen und verteilten Entitäten die einzige Konstante bei allen Messungen, die eine moderne digitale Anwendung ausmachen. Diese Daten werden für alle Beteiligten im Projektlebenszyklus freigegeben, einschließlich Projektmanagement, Entwickler-Teams, Qualitätssicherung, NetOps, SecOps und Geschäftsbereichen wie Vertrieb, Produktmanagement und Marketing.

Damit erreichen Unternehmen erstmals eine vollkommene End-to-End-Transparenz bei der gesamten Wertschöpfungskette von der Idee bis zum Kunden, die nicht nur IT-Metriken, sondern auch Einblicke in den Wert für Unternehmen und Kunden umfasst.

3. Intelligente und vernetzte Orchestrierung federt Ressourcenmangel ab

Die Automatisierung war schon sehr früh eine Schlüsselkomponente von DevOps und ist tatsächlich bereits seit Jahrzehnten eine Kernkompetenz für IT-Ops. Doch durch den weit verbreiteten – und effektiven – Ansatz der losen Koppelung von DevOps-Tools untereinander entstanden allerdings zu viele getrennte Automatisierungssilos.

So wie DevOps ursprünglich die Silostruktur bei Entwicklungs- und Betriebsprozessen aufbrechen wollte, werden Integration und Orchestrierung künftig zunehmen, um die entstandenen Silos wieder zusammenzuführen. Mit gezielten Erkenntnissen aus Datenerfassungs- und Korrelationsalgorithmen und unterstützt durch Machine Learning und Predictive Analytics wird sich die IT-Orchestrierung zu einem kritischen Bestandteil der Monitoring-Systeme der nächsten Generation für moderne IT-Architekturen entwickeln.

Während die maschinengestützte Automatisierung eine wichtige Komponente von IT-Prozessen bleibt, wird das ein oder andere Unternehmen sogar noch 2019 eine breit angelegte Orchestrierung einsetzen, um alltägliche Aktivitäten zu integrieren und zu automatisieren. Diese wird dann nicht nur innerhalb jedes Silos, sondern über jede Phase des Software-Lebenszyklus hinweg einen relevanten Beitrag leisten: von der Planung, Entwicklung und Qualitätssicherung über die Release-Planung, Änderungsgenehmigung und Problemdiagnose bis hin zur Problemlösung.

Dadurch werden wertvolle Kompetenzen für andere Aktivitäten frei: Maschinen können ein Gros der profanen, sich wiederholenden Arbeiten übernehmen während die Mitarbeiter mehr Zeit haben, sich auf fordernde Themen zu konzentrieren, die ein hohes Maß an Kreativität erfordern – technische Innovationen und komplexe Problemlösungen gehören dann wieder zu ihrem Alltag.

* Andi Mann ist Chief Technology Advocate bei Splunk.

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