Warum jeder das Programmieren lernen sollte Weiterbildung zum Coder oder Softwareentwickler

Autor / Redakteur: Ruth Suehle * / Stephan Augsten

IT-Spezialisten und vor allem Softwareentwickler sind gefragt – für potenzielle Kandidaten eine große Chance. Mit Programmierkenntnissen stehen ihnen viele neue Berufs- und Karrierechancen offen; das setzt nicht einmal ein Informatikstudium voraus.

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Mit verschiedenen Lernprogrammen wie dem Projekt CO.LAB versucht Red Hat, bereits Kinder und Jugendliche für das Programmieren zu begeistern.
Mit verschiedenen Lernprogrammen wie dem Projekt CO.LAB versucht Red Hat, bereits Kinder und Jugendliche für das Programmieren zu begeistern.
(Bild: hobim / Pixabay )

Vor allem bei jungen Menschen ist das Programmieren eine der beliebtesten Möglichkeiten zur persönlichen Weiterbildung.
Vor allem bei jungen Menschen ist das Programmieren eine der beliebtesten Möglichkeiten zur persönlichen Weiterbildung.
(Bild: Red Hat)

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung in Unternehmen wird das Beherrschen von einer oder mehreren Programmiersprachen eine immer bedeutendere Fähigkeit. Und dies gilt nicht nur in der IT-Branche. So wird auch im Dienstleistungssektor, im Finanzwesen, in der Automobilbranche, im Maschinenbau, in der Logistik und in zahlreichen weiteren Industriezweigen händeringend nach Mitarbeitern gesucht, die Programmierkenntnisse vorweisen können.

Pandemie für digitale Weiterbildung genutzt

Wer sich mit dem Thema „Programmieren lernen“ auseinandersetzt, kann in kurzer Zeit seine eigene Karriere vorantreiben und sich damit die Türen für einen beruflichen Neuanfang öffnen. Im Dezember 2020 hat Red Hat zusammen mit den Marktforschern von YouGov und Kantar Sifo mehr als 30.000 Personen in ganz Europa befragt, um zu erfahren, wie sie das Plus an Freizeit, das sie durch die Lockdown-Einschränkungen gewonnen haben, verbracht haben.

Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob die Menschen die zehn Monate für ihre digitale Weiterbildung genutzt haben. Das Ergebnis war überraschend: Um sich für einen neuen Job zu qualifizieren, haben sich die meisten der Befragten (einer von 20) für Computerprogrammierung oder Softwareentwicklung als neue Qualifikation entschieden.

Bei der Generation Z war das Interesse noch einmal größer: Mehr als jeder zehnte Befragte im Alter von 18 bis 24 Jahren investierte seine Freizeit in Computerprogrammierung. Genauso interessant ist die Tatsache, dass die Mehrheit keinen technischen Hintergrund hat. So haben 79 Prozent der neuen Coder zuvor nicht im Technik-Umfeld gearbeitet, gut sieben von zehn haben keinen MINT-Abschluss.

„Learning by doing“ ist der Schlüssel zum Erfolg

Wie die Studie zeigt, werden Computerprogrammierung und Softwareentwicklung als wichtige Fähigkeiten angesehen, um einen neuen Job zu finden oder Karriere zu machen. Aber es ist eine Fähigkeit, die darüber hinausgeht: 52 Prozent derjenigen, die Programmieren gelernt haben, haben dies als reines Hobby gesehen.

Im Gegensatz zu dem, was manche vielleicht annehmen, sind Open-Source-Communities und -Projekte nicht nur für Entwickler relevant. Sie beziehen Menschen aus allen Bereichen des Lebens mit ein, einschließlich Autoren, Künstler und Designer. So gibt es zahlreiche Open-Source-Projekte für die 18 Prozent der Befragten, die sich neue künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten angeeignet haben. Das reicht von der Plattform FreeSewing für maßgeschneiderte Nähmuster über Software für Kunst, 3D-Druck, Fotografie oder Musik bis hin zu Ink/Stitch, einer Open-Source-Erweiterung für Inkscape rund um das Thema Maschinenstickerei.

Um das Programmieren zu erlernen, stehen dabei unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Die derzeit bekanntesten Varianten für eine Weiterbildung zum Coder oder Softwareentwickler sind sicherlich Onlinekurse und Tutorials. Red Hat beispielsweise bietet zahlreiche kostenlose Schulungen an und ist zudem Partnerschaften mit Organisationen wie EdX eingegangen, um Studenten virtuell beim Selbststudium zu unterstützen.

Gleichzeitig sind Open-Source-Communities wie das Fedora-Projekt für Menschen, die mit dem Programmieren gerade erst anfangen, eine sinnvolle Ressource: Sie können von den anderen, die ihr Wissen und ihre Erfahrung teilen, lernen.

Den Digital Natives fehlt das technische Know-how

Bereits Kleinkinder sind fasziniert von Computerspielen und den vermeintlich unendlichen Weiten des Internets. Allerdings beschränkt sich die Kompetenz der Digital Natives meistens auf die reine Nutzung: Kinder und Jugendlichen wissen zwar, wie man mit Anwendungsprogrammen und Smartphone-Apps umgeht, nicht aber, wie man diese erstellt und wie sie technisch funktionieren.

Eigens für Kinder entwickelte Programme bieten bereits Grundschülern die Möglichkeit, spielerisch die Prinzipien der Softwareentwicklung kennenzulernen und sich an ersten Programmen zu versuchen. Mit dem Projekt CO.LAB versucht Red Hat, elf- bis 13-jährige Mädchen in die Prinzipien von Open Source und damit in eine Welt der Technologie und Zusammenarbeit einzuführen, die sie sonst vielleicht nicht in Betracht gezogen hätten. Die Schülerinnen lernen, wie man Probleme löst und gemeinsam neue Ideen entwickelt, um so etwas Einzigartiges zu schaffen.

Ruth Suehle
Ruth Suehle
(Bild: Red Hat)

Programmieren lernen setzt kein Informatikstudium voraus. Im Gegenteil, viele Mitarbeiter von Red Hat haben sich das Entwickeln selbst beigebracht und dann für einen Berufswechsel entschieden. Kaum eine Gruppe wird derzeit von Unternehmen so stark umworben, wie Absolventen, die mit neuen und komplexen Technologien umzugehen wissen. Wer Programmieren kann, versteht die Sprache der Zukunft.

* Ruth Suehle ist Director, Community Outreach, im Open Source Program Office bei Red Hat.

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