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GitHub-Umfrage 2017 Was zählt in der Open-Source-Entwicklung?

| Autor / Redakteur: Mirco Lang / Stephan Augsten

Interessante Erkenntnisse für Open-Source-Entwickler und -Manager verspricht die 2017er-Ausgabe der GitHub Open Source Survey. 5.500 Software Developer haben im Rahmen der Studie über 50 Fragen beantwortet.

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What drives you nuts? In der Open Source Survey werden Entwickler unter anderem zu Störfaktoren befragt.
What drives you nuts? In der Open Source Survey werden Entwickler unter anderem zu Störfaktoren befragt.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die gesamten Daten der GitHub Open Source Survey 2017 liegen als Open-Data-Projekt in Form einer CSV-Datei vor. Beleuchtet werden vor allem Probleme, die bei der Entwicklung in einer Open Source Community auftauchen sowie die GitHub-Community selbst.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Studie gehört eine altbekannte Weisheit: Dokumentation ist wichtig – wird aber gerne vernachlässigt. 93 Prozent der Befragten beklagten unvollständige oder veraltete Dokumentationen. Da passt es ins Bild, dass 60 Prozent der Contributors angaben, nie oder selten zu dokumentieren. Als besonders wichtig wurde in diesem Bereich eine ersichtliche Lizenzierung genannt.

Auch was den Umgang miteinander angeht, lassen sich bekannte Muster entdecken: Rund die Hälfte der Nutzer mussten negativen Umgang der Mitglieder untereinander feststellen – woraufhin immerhin 21 Prozent die jeweiligen Projekte verlassen haben.

In einer Community mit einem Frauenanteil von gerade einmal drei Prozent ist es zudem nicht verwunderlich, dass sich ein Viertel der Mitstreiterinnen schon beim normalen Umgangston nicht willkommen fühlen. Sechs Prozent der Entwicklerinnen gaben an, mit unerwünschten sexuellen Avancen konfrontiert worden zu sein.

Deutlich erfreulicher sieht es bei der fachlichen Professionalität der Community aus. Sieben von zehn Teilnehmern sind Angestellte, von denen wiederum 85 Prozent im Bereich der Software-Entwicklung arbeiten – und immerhin 94 Prozent nutzen Open Source Software. Auch die Arbeitgeber scheinen Open Source zugetan: 82 Prozent erlauben Programme und 84 Prozent Abhängigkeiten in ihren Code Bases. 47 Prozent erlauben sogar Beiträge zu externen Open-Source-Projekten ohne konkrete Genehmigung, 12 weitere Prozent im Einzelfall.

Bei der Wahl einzusetzender Software steht Open Source ebenfalls gut, aber mit altbekannten Mankos da: Fast drei Viertel der Befragten gaben an, bei der Evaluation neuer Tools explizit nach Open Source zu suchen. Im direkten Vergleich mit proprietären Produkten attestieren 58 Prozent der Nutzer Open Source Vorteile in puncto Sicherheit, aber nur 36 Prozent gehen von einer besseren User Experience aus.

Ganz allgemein ergibt sich vor allem in der Kommunikation kein sonderlich gutes Bild: Unfreundlicher Umgangston, unzugängliche Fachsprache, nicht beantwortete Anfragen, nicht erläuterte Ablehnungen, vernachlässigte Dokumentation – Aspekte die gerade Einsteigern zu schaffen machen und sich bereits seit vielen Jahren immer wieder in Studien Zeigen. Auf der positiven Seite bleibt die Erkenntnis, dass Open Source von Profis entwickelt wird und auch von Unternehmen akzeptiert wird.

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Über den Autor

 Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist & BSIler