Definition „Software Architect“

Was macht ein Software-Architekt?

| Autor / Redakteur: schroeder_s / Stephan Augsten

Der Software-Architekt entwirft für Apps und Anwendungen ein Grundgerüst, auf dem die Entwickler aufbauen können.
Der Software-Architekt entwirft für Apps und Anwendungen ein Grundgerüst, auf dem die Entwickler aufbauen können. (Bild: Pixabay.com / CC0)

Projektplaner, Informatiker und Kundenberater in einem: Der Software-Architekt plant, entwirft und koordiniert die Entwicklung von Anwendungen innerhalb von Unternehmen und Teams.

Ohne die Arbeit des Software-Architekten wird die professionelle Entwicklung einer neuen App, eines Programmes oder komplexer Datenbanken und Backends erschwert. Er koordiniert, berät und stellt ein Gerüst für das Development vor. Der Software-Architekt arbeitet in einem klassischen IT-Umfeld mit Büroarbeitsplatz, betreut jedoch flexibel auch Projekte von Unternehmen oder wird als externer Experte verpflichtet.

Berufsbild und Aufgaben des Software-Architekten

Jedes Bauwerk benötigt einen fähigen Architekten, der über Skizzen und Modellentwürfe ein Gerüst für die Bauarbeiten vorgibt. Bei der Entwicklung von Anwendungen übernimmt diese Aufgabe der Software-Architekt. Er kennt sich hervorragend mit den Möglichkeiten und Anforderungen moderner Apps und Web-Anwendungen aus und kommuniziert, was eine Software wie ausführen soll. Dazu arbeitet er eng mit Teams und Kollegen zusammen und bespricht die Machbarkeit ihrer Wünsche mit Kunden.

Der Software-Architekt ist eine Art Bindeglied zwischen Marketing, Kunden und Developern. Darum sollte er alle drei Bereiche in ihren Grundzügen verstehen. Für seine Tätigkeit ist es essenziell, dass er Ideen nicht nur entwickelt, sondern auch vorstellen kann. Er konzipiert, erweitert und baut Modelle, die durch das Entwicklerteam dann zu der gewünschten Software werden. Häufig dient er zudem als Berater für Grafikdesigner, UX/UI-Entwickler, Marketingteam und Projektleitung.

Nützliche Qualifikationen und Weiterbildungen

Wer als Software-Architekt in mittelständischen oder großen Unternehmen Anwendungen entwickelt, sollte ein abgeschlossenes Studium oder eine abgeschlossene Berufsausbildung in verwandten Berufen mitbringen.

Einige Weiterbildungsinstitute bieten auch einen speziellen Kurs zur Schulung an. Informatik, Wirtschaftsinformatik und verwandte Studiengänge bereiten auf den IT-Teil des Berufs vor. Teamfähigkeit und ein offener Umgang mit Kunden ist dringend notwendig.

Welche Programmier- und Fremdsprachen der Software-Architekt beherrschen muss, hängt davon ab, auf welchem Gebiet er tätig sein möchte. Java oder PHP und ein verhandlungssicheres Englisch sind eine gute Basis, um flexibel einsetzbar zu sein.

Software-Architekten müssen zudem in der Lage sein, auch komplexe Projekte allein planen zu können. Dazu sollte der Software-Architekt sich selbst ständig weiterbilden und neue Bereiche der Entwicklung kennenlernen. Cloud- und Containerlösungen sind heute ebenso gefragt wie die High-end-Spieleentwicklung oder klassische Windows-Anwendungen.

Für wen eignet sich die Karriere als Software-Architekt?

Innerhalb der IT ist der Software-Architekt der flexibelste Mitarbeiter. Er pendelt zwischen Kundengesprächen, Büro und Teammeetings. Je nach Unternehmen muss er dazu auch reisen. Seine Projekte und Entwicklungsideen stellt er auf Präsentationen und Konferenzen vor. Ein sicheres, gepflegtes Auftreten und gute Kommunikationsfähigkeiten sind also unabdingbar.

Kreativität macht den kleinsten Teil dieses Berufsbildes aus. Entwickler und Designer können sich mehr Zeit für die Details der Projekte nehmen, während der Architekt lediglich den Fortschritt am Bau des Grundgerüstes überwacht und die grundlegenden Funktionen bestimmen kann. Wer Spaß am Programmieren, Entwerfen, aber auch an Kommunikation und Arbeit mit Kunden hat, für den ist diese Karriere ideal geeignet.

Software-Architekten müssen gerade in der Anfangszeit bereit sein, in allen Abteilungen eines Unternehmens einmal tätig zu sein, um die Abläufe kennenzulernen, die sie unterstützen. Größere Unternehmen setzen in der Regel rund drei Jahre Berufserfahrung in einem ähnlichen Bereich voraus. Besonders sinnvoll ist dabei die Arbeit an verschiedenen Projekten, die unterschiedliche Softwarebereiche und Programmiersprachen nutzen.

Wo arbeiten Software-Architekten?

Alle Firmen, die eigene Softwareprojekte entwerfen und in die Entwicklung von Apps, Webanwendungen oder Modulen bestehender Software eingebunden sind, benötigen einen Software-Architekt. Unternehmen mit eigener IT haben durch die Zusammenarbeit mit einem Software-Architekten zudem einen Ansprechpartner für ihre Developer und IT-Mitarbeiter im Haus, der sie unterstützt und bei Problemen vermittelt.

Neben dem eigenen Büro oder einem Arbeitsplatz im Großraum-Officespace verbringt der Software-Architekt Zeit in anderen Abteilungen, bei Kunden vor Ort oder in Konferenzsälen. Die Einsatzorte sind so vielfältig wie die Branchen, welche einen eigenen Software-Architekten beschäftigen.

Verwandte Berufsbilder

In ihrem direkten Arbeitsumfeld arbeiten Software-Architekten mit Fachinformatikern, Informatik-Assistenten, IT-System-Elektronikern und IT-System-Kaufleuten zusammen. Sie teilen sich einige Tätigkeitsfelder mit Projektmanagern aller Art, mit Mediengestaltern und App- sowie Anwendungsentwicklern.

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