Definition „Mathematisch-technischer Softwareentwickler“

Was macht ein MATSE?

| Autor / Redakteur: chrissikraus / Stephan Augsten

Mathematisch-technische Softwareentwicklerinnen und -entwickler arbeiten vorwiegend in Wirtschaft und Forschung.
Mathematisch-technische Softwareentwicklerinnen und -entwickler arbeiten vorwiegend in Wirtschaft und Forschung. (Bild: geralt - Pixabay.com / CC0)

Ein mathematisch-technischer Softwareentwickler löst Probleme wissenschaftlicher Natur zunächst analytisch mit mathematischen Modellen. Diese Lösung setzt er anschließend in Form einer Anwendung um.

Ein mathematisch-technischer Softwareentwickler, kurz MATSE, ist mehr als nur ein Programmierer. Ein fundiertes Wissen rund um Mathematik und Statistik gehört ebenso zum Berufsbild wie Kenntnisse in verschiedenen Programmiersprachen.

MATSE nutzen mathematische Methoden, um vorhandene Daten wissenschaftlich zu analysieren und entwickeln Software, welche die Erkenntnisse dieser Analyse umsetzt. Überall dort, wo Daten wissenschaftlich betrachtet und per Software interpretiert werden sollen, kommen MATSE zum Einsatz, sei es in der Wirtschaft oder in der Forschung.

Welche Fähigkeiten braucht man?

Dieser Beruf legt einen Schwerpunkt auf mathematische Problemstellungen und erfordert häufig interdisziplinäre Kommunikation. Wer geduldig ist, sich gerne mit Mathematik beschäftigt und sich zutraut, mathematische Probleme fachlich zu diskutieren, hat hier also einen Vorteil. Zudem sind eine logische und analytische Denkweise sowie ein gutes technisches Verständnis wichtig, da auch die Planung und Entwicklung von Software zum Berufsbild gehört. Gute Englischkenntnisse sind hilfreich.

Wie wird man mathematisch-technischer Softwareentwickler?

Die Ausbildung zum MATSE dauert in der Regel drei Jahre. Es handelt sich um eine duale Ausbildung, sprich um eine Kombination aus Unterricht an einer Berufsschule und praktischer Ausbildung in einem Betrieb. Die Ausbildung ist so konzipiert, dass sie in etwa nach dem Lehrstoff der 10. Klasse anknüpft.

Die meisten Ausbildungsbetriebe fordern jedoch die Hochschulreife. Gute Noten in Mathematik und Englisch werden vorausgesetzt. Falls das Fach Informatik unterrichtet wurde, fällt auch dieses ins Gewicht. Außerdem kann man mit einem Bachelor im Studiengang „Angewandte Mathematik und Informatik“ (ehemals „Scientific Programming“) als Mathematisch-technischer Softwareentwickler arbeiten.

Möglich ist aber durchaus auch die Kombination von Studium und praktischer Ausbildung. Nach der Ausbildung bzw. dem Studium gibt es mit dem Masterstudiengang „Technomathematik“ die Möglichkeit auf Weiterbildung.

Welche Aufgaben übernimmt ein MATSE?

Ein mathematisch-technischer Softwareentwickler analysiert Voraussetzungen und Vorgaben und entwickelt daraus Software. Der Unterschied zu anderen Programmierern (z. B. Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung) ist, dass Aufgabenstellungen normalerweise mithilfe mathematischer Modelle gelöst werden.

Eine mögliche Aufgabe könnte zum Beispiel sein, dass vorhandene Daten in einem Programm statistisch ausgewertet werden sollen. Zunächst wird überlegt, mit welchen Formeln das gewünschte Ziel erreicht werden kann, und dann wird dieses Modell in Software umgesetzt.

Ein mathematisch-technischer Softwareentwickler ist also in gewisser Weise auf Einsatzgebiete spezialisiert, in denen anspruchsvolle mathematische Probleme mit Software zu lösen sind, sei es in der Wirtschaft oder in der Forschung. Abgesehen davon schließt der Beruf jedoch viele typische Aufgaben eines Softwareentwicklers mit ein, darunter die Wartung von Software, die Erstellung von Dokumentationen und gegebenenfalls die Schulung von Nutzern.

Mit welchen Personengruppen arbeitet ein MATSE zusammen?

Je nach Unternehmen beschäftigt man sich direkt mit Kunden, Kollegen aus dem eigenen Team, Kollegen aus anderen Abteilungen oder Vorgesetzten. Je nach Arbeitsumfang werden Aufgaben alleine oder im Team bearbeitet.

Häufig ist es notwendig, mit Kunden oder Kollegen aus anderen Abteilungen zusammenzuarbeiten, um die Anforderungen zu erarbeiten. Zudem gehört es je nach Unternehmen mit zum Arbeitsalltag, den Kunden im Umgang mit der fertigen Software zu schulen.

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