Definition „Nutzererlebnis“

Was ist User Experience?

| Autor / Redakteur: Gedeon Rauch / Stephan Augsten

Ob ein Produkt – sei es in der virtuellen oder realen Welt – Erfolg hat, hängt maßgeblich von der Bedienbarkeit und teils äußerst subjektiven Merkmalen ab.
Ob ein Produkt – sei es in der virtuellen oder realen Welt – Erfolg hat, hängt maßgeblich von der Bedienbarkeit und teils äußerst subjektiven Merkmalen ab. (Bild: Crew - Unsplash.com / CC0)

Die User Experience, kurz UX oder das Anwendererlebnis, hat unmittelbaren Einfluss auf die Zufriedenheit des Nutzers. UX fasst alle Aspekte zusammen, die ein Nutzer bei der Interaktion mit einer App oder einer Website oder aber bei der Nutzung eines physischen Artikels hat.

Als maßgeblicher Faktor für Kundenzufriedenheit entscheidet die User Experience und deren Optimierung über den wirtschaftlichen Erfolg eines Produkts und des Herstellers. Dies gilt nicht nur für digitale Güter, bei denen das Anwendererlebnis in der Regel auf eine Optimierung der Mensch-Computer-Interaktion ausgerichtet ist, sondern auch für ganz klassische Güter und Geschäftsfelder.

Die User Experience in Apps und Websites übersetzt nur gewisse Faktoren ins Digitale, welche Kunden bereits in der realen Welt zu schätzen wissen. Wie gut finden Kunden sich in einem Geschäft zurecht? Verstehen sie die Logik in der Anordnung der Regale? Ist das Personal freundlich? Können sie Fragen stellen und erhalten befriedigende Antworten?

Was sich in Jahrzehnten und Jahrhunderten als eine Anwendererfahrung in Kaufhäusern, bei Waren und im Service als angenehme User Experience destilliert hat, wird hierbei auch ins Digitale übertragen.

Die User Experience in der physischen Welt

Im Fokus der Nutzererfahrung oder des Nutzererlebnisses steht die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, System oder Räumlichkeit. Hierzu zählt etwa als Unterfeld die Ergonomie, welche eine Optimierung physischer Gegenstände und deren Anordnung zum Ziel hat. Die Ergonomie ist dabei vermutlich das passendste Sinnbild für die Übertragung des User-Experience-Begriffes in die digitale Welt.

In den 1990er Jahren erlangte die User Experience auch für die digitale Welt einen stärkeren Wert und wurde entsprechend für Designer relevant. Mit der weiteren Verbreitung von PCs in den Haushalten und der beginnenden privaten Nutzung des Internets spielte die Anwendererfahrung des Digitalen plötzlich auch für Privatuser eine Rolle. Das Erlebnis mit einem System und die Bedienung eines grafischen Interfaces wurden zu alltäglichen Vorgängen.

Designer und Programmierer mussten diese fortan weiter auf den Nutzer hin optimieren. Nutzerzentriertes Design, Grafikdesign und visuelle Kommunikation wurden für Websites und Anwendungen genauso wichtig wie der zugrundeliegende Code.

Was macht ein Anwendererlebnis in der digitalen Welt aus?

Die User Experience setzt sich aus verschiedenen Punkten zusammen, welche für den Nutzer meist unsichtbar bleiben und welche User heutzutage als selbstverständlich empfinden. Die erste Schnittstelle zwischen einer App oder Site und einem Anwender wird maßgeblich durch das visuelle Design und die visuelle Kommunikation beeinflusst.

Der erste Blick, den ein User erlebt, muss funktionell optimiert und gleichzeitig visuell ansprechend gestaltet sein. Das visuelle Design muss alle wichtigen Funktionen kommunizieren und gleichzeitig gewissen ästhetischen Gesichtspunkten entsprechen. Im Idealfall können User sofort und intuitiv navigieren und fühlen sich vom Design kognitiv wie auch emotional angesprochen.

Dem visuellen Design zugrunde liegt die Informationsarchitektur. Diese Architektur ist gewissermaßen das Gerüst hinter der Fassade des visuellen Designs und beschäftigt sich mit der Bedienbarkeit aller Funktionen und der Auffindbarkeit aller relevanten Informationen. Auch die Metadaten aller Dokumente, Bilder und Daten und deren Struktur gehört in den Bereich der Metadaten.

Während Programmierer bei ihren Erwägungen vor allem die Struktur und Organisation aller Daten beachten müssen, ist für den User vor allem die Möglichkeit der Navigation relevant, mit der er/sie den Zugriff auf die Daten erlebt.

Das Interaktionsdesign im Bereich der User Experience beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, die ein Nutzer in der Arbeit mit einer App oder einer Website hat. Dies kann etwa Drag-and-Drop-Funktionen beinhalten, spielt aber auch mit den Erwartungen eines Nutzers für Tastenkombinationen und durchgeführte Gesten. Interaktionsdesign legt aber nicht nur fest, wie ein User mit einem Programm interagieren kann, sondern auch, was das Programm im Gegenzug an lesbarem Feedback zurückgibt. Dies beinhaltet Animationen und Grafiken ebenso wie Warntöne.

Schlussendlich ist der abschließende große Punkt einer befriedigenden Anwendererfahrung die Usability. Wie effizient, einfach und angenehm ist eine bestimmte Website oder App? Ist der Zugang sehr einfach oder wird er durch eine Lernkurve erschwert? Erhält der User ein lesbares Feedback und sind die Funktionen klar ersichtlich und wie erwartet? Die Usability oder Bedienbarkeit ist ein zentrales Element der User Experience und leistet einen großen Beitrag zur Zufriedenheit des Nutzers, benötigt allerdings auch eine entsprechende Funktionalität.

Konsequentes Design und ästhetische Gestaltung

Die User Experience und das Streben nach der bestmöglichen Erfahrung eines Anwenders lässt sich am besten durch den Gedanken zusammenfassen, den Kunden das perfekte Erlebnis zu bieten. Die Funktionalität einer Anwendung muss durch eine entsprechende Architektur sinnvoll strukturiert sein und wird über die Mittel der visuellen Kommunikation dem User näher gebracht. So erhält der Anwender ein störfreies und möglichst angenehmes Bedienerlebnis.

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