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Definition „Unified Modeling Language“ Was ist UML?

Autor / Redakteur: HJL / Stephan Augsten

Die Unified Modeling Language (UML) bezeichnet eine visuelle Modellierungssprache, die sich über die Bereiche Architektur, Design und die Abläufe von Herstellungsprozessen erstreckt. Konzeptionell handelt es sich um eine grafische Standard-Notation, das heißt, ein spezielles Aufzeichnungssystem mit eigenem Vorrat an Zeichen und Symbolen.

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Einfaches, mit der Software Umlet erstelltes ULM-Aktivitätsdiagramm.
Einfaches, mit der Software Umlet erstelltes ULM-Aktivitätsdiagramm.
(Bild: VIT / Umlet)

Sprache zur Modellierung objektorientierter Systeme

In einer visuell geprägten Gesellschaft wie der unsrigen besteht Bedarf an einer gemeinsamen visuellen Sprache. Vor diesem Hintergrund erklärt sich die Entwicklung der Unified Modeling Language (UML), die in der Softwareentwicklung beispielsweise zur Visualisierung von Abläufen, Zuständen oder Objektklassen herangezogen wird.

UML empfiehlt sich also als Sprache zur Beschreibung von Software-Systemen. Ihre einheitliche, grafische Standard-Notation beruht konzeptionell auf einem eigenen Zeichen- und Symbole-Vorrat. Dieser ist so konzipiert, dass er für eine große Anwendungsbandbreite einsetzbar ist.

Aufgrund ihrer Werkzeuge gilt UML derzeit als eine der umfassendsten Sprachen und Notationen für die Softwareentwicklung. Dort wird sie für die Spezifikation, Konstruktion und Visualisierung von erklärenden Modellen eingesetzt. Aufgrund ihrer Eignung für strukturelle wie auch verhalten-basierte Modelle dient sie auch als visuelle Modellierungssprache für Architektur und Design.

Entwicklungswurzeln in den 80er und 90er Jahren

Die Wurzeln der Notationen für die Modellierung von objektorientierten (OO) Systemen reichen zurück in die 80er und 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Als Grundlage der ersten Notationen dienten objektorientierte Programmiersprachen wie C++ und Smalltalk.

Drei Programmierer, die in den Folgejahren ein gemeinsames Unternehmen gründeten, wurden mit jeweils eigenen Notationen auf dem Markt bekannt:

  • Grady Brooch mit der Notation Brooch zur Beschreibung von Objekten und ihrer Beziehung zueinander.
  • Ivar Jacobson mit seiner Notation OOSE, dem Ansatz einer Fall-basierten Methodik.
  • James Rumbaugh mit der Notation Object-Modeling Technique – OMT.

Gemeinsam und in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Software-Industrie entwickelten die drei Inhaber der Firma Rational Rose ein Produkt namens Unified Method 0.8. In diversen Weiterentwicklungsstufen entstand daraus im Jahr 1997 die Unified Modeling Language – UML 1.1.

Zertifiziert durch die Object Management Group (OMG) wurde UML 1.1 noch im selben Jahr zum weltweiten Standard für Projekte aus der Sparte Objekt-Orientierte Entwicklung. Folgeversionen erreichten einen voluminösen Umfang, der eine Neudefinition erforderlich machte. So entstand im Zuge der Neudefinition die Produktversion UML 2.0.

Heute unterstützen zahlreiche Anbieter und Hersteller von Software-Entwicklungsprodukten UML als akzeptierten Standard. Dazu zählen neben OMG auch die Hersteller IBM und Microsoft sowie die Gruppe der Anbieter von Applikationen für CASE, Computer-Aided Engineering.

Die OMG in ihrer internationalen Funktion zur Förderung von Industriestandards überwacht die Definition und Einhaltung der Unified-Modeling-Language-Spezifikationen. So ist sichergestellt, dass Programmierer und Entwickler stets auf eine einheitliche Sprache zurückgreifen können.

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