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Definition „Prototypenbau“ Was ist Software Prototyping?

| Autor / Redakteur: chrissikraus / Stephan Augsten

Software Prototyping hilft dabei, aus den ersten Anforderungen ein solides Konzept und schließlich eine fertige, voll funktionsfähige Software zu entwickeln. Dabei gibt es verschiedene Arten des Prototypenbaus.

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Prototyping kann dabei helfen, Missverständnisse hinsichtlich der Funktion oder Gestaltung noch vor dem Codieren einer Software zu beseitigen.
Prototyping kann dabei helfen, Missverständnisse hinsichtlich der Funktion oder Gestaltung noch vor dem Codieren einer Software zu beseitigen.
(Bild: FirmBee - Pixabay.com)

Gute Software zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Anforderungen ihrer Zielgruppe bestmöglich erfüllt. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Bedienung für die jeweiligen Nutzer optimiert ist und dass alle notwendigen Funktionen abgebildet werden.

Ohne gründliche Planung und kontinuierliche Verbesserung sind diese Ziele kaum zu erreichen. Software Prototyping bietet verschiedene Ansätze, um die Anforderungen an eine Software zu erarbeiten, die Machbarkeit von Konzepten frühzeitig zu prüfen und das Projekt während der Entwicklung laufend zu optimieren.

Explorative Prototypen

Häufig sind die Anforderungen an eine Software zu Beginn eines Projekts abstrakt und unvollständig. Explorative Prototypen sind ein Werkzeug, mit dem Erkenntnisse und Anforderungen für den Entwurf der späteren Software gesammelt und verfeinert werden können. Sie sind relativ simpel und werden iterativ verbessert, um das Feedback kontinuierlich mit aufzunehmen.

Exploratives Prototyping kann dabei helfen, Probleme frühzeitig aufzudecken. Und auch für die Kommunikation mit dem Kunden sind sie hilfreich, sei es für die gemeinsame Erarbeitung der Anforderungen oder bei der Kundenakquise. Diese Prototypen werden normalerweise verworfen und dienen nur als Vorarbeit für die eigentliche Entwicklung.

Experimentelle Prototypen

Software Prototyping kann auch verwendet werden, um grundsätzlich die Machbarkeit einer Idee zu testen. Nur weil die grundlegenden Anforderungen bekannt sind, heißt das nicht, dass ein Konzept realisierbar ist.

Experimentelle Prototypen bilden die grundlegenden Funktionen gemäß der Anforderungen ab. Dabei kann untersucht werden, ob und wie sich das Konzept aus technischer Sicht realisieren lässt. Diese Prototypen werden normalerweise nicht zu einer funktionsfähigen Software weiter entwickelt, sondern ebenfalls verworfen.

Evolutionäre Prototypen

Ein evolutionärer Prototyp wird in der Regel bereits mit sehr weit ausgearbeiteten Anforderungen entwickelt. Er soll die Grundfunktionen der geplanten Software möglichst vollständig abbilden. Dieser Prototyp kann beim Kunden oder bei der späteren Zielgruppe vorgestellt werden. So lässt sich erarbeiten, wie die umgesetzten Funktionen akzeptiert werden und welche Bereiche noch verbessert oder ergänzt werden müssen.

Ein evolutionärer Prototyp wird laufend durch dieses Feedback erweitert und verbessert. Normalerweise wird er bis zum fertigen Produkt weiter entwickelt oder anderweitig in die geplante Software integriert. Evolutionäre Prototypen sind zeit- und kostenintensiv, führen in der Regel aber zu einem hochwertigeren Ergebnis, das besser auf die Ansprüche der Nutzer zugeschnitten ist.

Vertikale Prototypen

Manchmal ist es hilfreich, wenn eine ganz bestimmte, komplexe Aufgabe der späteren Software vollständig in einem Prototypen dargestellt ist. Von der Oberfläche bis hin zu den tiefer liegenden Schichten der Architektur wird alles im vertikalen Prototypen abgebildet, was zu diesem speziellen Teilbereich der Software gehört.

So ist es möglich, diesen ausgewählten Aspekt voll funktionsfähig zu programmieren. Der Kunde oder die Zielgruppe kann diesen Prototypen testen und dann berichten, ob die gewünschte Funktionalität wie erwartet arbeitet.

Horizontale Prototypen

Ein Prototyp kann auch auf eine Ebene der Anwendung konzentriert sein und diese mehr oder weniger umfassend abbilden. Horizontale Prototypen kommen sehr häufig zum Einsatz, um die Präsentationsschicht der Anwendung nachzustellen. Die grafische Benutzeroberfläche wird dabei nach den gewünschten Spezifikationen angefertigt.

Der Prototyp bietet allerdings keinerlei Funktionalität und dient allein dazu, dem Kunden oder der Zielgruppe einen ersten Eindruck zu vermitteln. Durch dieses visuelle Hilfsmittel können schon frühzeitig Missverständnisse aufgedeckt werden. Kunden und Nutzer können direkt Feedback geben und mitteilen, was fehlt oder falsch interpretiert wurde.

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