Definition „RPM Package Manager“

Was ist RPM?

| Autor / Redakteur: HJL / Stephan Augsten

RPM hat die Installation und Deinstallation von Software-Paketen drastisch vereinfacht und beschleunigt.
RPM hat die Installation und Deinstallation von Software-Paketen drastisch vereinfacht und beschleunigt. (Bild: Red Hat)

RPM steht ursprünglich für Red Hat Package Manager, heutzutage als rekursives Akronym für RPM Package Manager. Das Paketverwaltungssystem beinhaltet zum einen das Paketformat, zum anderen alle Programmhilfen für die Erstellung und Verwaltung der RPM-Pakete

.Die Entwicklung von RPM-Paketen geht zurück auf das Jahr 1997, als das Unternehmen Red Hat seine Lösung für die Paketverwaltung vorstellte. Im Fokus dieser Entwicklung waren UNIX-artige Betriebssysteme wie Linux und OS/2 eComStation.

Zum Zeitpunkt der Vorstellung von Linux war eine vollautomatisierte Paketverwaltung nicht möglich. In der Praxis ergaben sich aus diesem Grunde Schwierigkeiten bei der gezielten Deinstallation von Paketen. Auch bei der Auflösung von Abhängigkeiten tappten die Administratoren im Dunkeln.

Diese und weitere Unzulänglichkeiten erschwerten den Betriebssystem-Distributoren die Software-Pflege und den Support. Abhilfe schufen zwei zueinander in Konkurrenz stehende Entwicklungen:

  • DPKG – der Debian Package Manager
  • RPM aus dem Hause Red Hat

Ungeachtet des Namens ist RPM nicht länger Red-Hat-spezifisch. Es ist inzwischen als selbständiges Open-Source-Produkt unter der GNU General Public License (GPL) als freie Software lizensiert.

Funktionale Grundelemente von RPM

Funktionales „Herzstück“ des Paketverwaltungssystems ist die Datenbank. Sie dient als strukturierte Residenz für Pakete und Dateien mit aktivem Bezug zu Paketen. In der Praxis der Anwendungsentwicklung und Applikationsbereitstellung bedeutet dies:

  • Informationen über jedes neu zu installierende Paket: Jedes neu zu installierende Paket wird unter Nutzung der Datenbank-Strukturen gespeichert.
  • Sichere Verwaltung von Konfigurationsdateien.
  • Prüfroutinen für die Deinstallation von Paketen: Der Package Manager prüft für jede einzelne Datei eines Pakets, ob Verknüpfungen zu anderen Paketen existieren. Wirs die Datei auch an anderer Stelle benötigt, so wird sie nicht gelöscht.
  • Verwaltung von Abhängigkeiten: RPM prüft, inwieweit ein Paket von einem oder mehreren anderen Paketen in einem Abhängigkeitsverhältnis steht. Diese Funktionalität greift sowohl bei der Installation als auch der Deinstallation von Paketen. Bei entsprechenden Abhängigkeiten wird die Deinstallation verweigert.
  • Redundanzen in Form doppelter Verzeichnisse oder Dateien werden vermieden.
  • Einfach gestaltete Software-Aktualisierung.
  • „Rollback“-Funktion zur Rückabwicklung entstandener Fehler.

RPM Fortentwicklung in zwei Versionen

Im Zuge der vielfältigen Nutzung durch zahlreiche Distributoren wurde die Aufnahme des Paketverwaltungssystems in die „Linux Standard Base“ angestrebt und unter Nutzung der Programmiersprache C neu programmiert. Unter der Ägide des bei Red Hat verantwortlichen RPM-Entwicklers Jeff Johnson wurden Weiterentwicklungen und Fehlerkorrekturen vorgenommen.

Die Ergebnisse dieses Entwicklungsstrangs wurden dem Markt unter dem Kürzel „RPM5“ zur Verfügung gestellt. Parallel forcierten diverse Distributoren im Rahmen der Fehlerbeseitigung eigene, von Johnson unabhängig durchgeführte Weiterentwicklungen in Form von Patches für RPM. Diese Fortentwicklung mündete im Jahr 2006 in einem Zusammenschluss mehrerer Distributoren mit den Entwicklungsfirmen Red Hat und Novell.

Das Resultat aus den parallelen Weiterentwicklungen sind zwei Produktversionen, die aus der Urversion von RPM entstanden sind:

  • RPM5 mit den von Jeff Johnson vorgenommenen Weiterentwicklungen
  • RPM in einer durch Patches der Distributoren angereicherten Version

Die Popularität des Paketmanagers wird bei Betrachtung der Betriebssysteme deutlich, die RPM heute nutzen.

Linux-basierte Distributionen:

  • CentOS
  • Fedora Project
  • Mageia
  • Mandriva Linux
  • MeeGo
  • openSUSE
  • Oracle Linux
  • PCLinus OS
  • Scientific Linux
  • SUSE Linux Enterprise
  • UNIX-basierte Systeme
  • AIX
  • Solaris

Weitere Systeme:

  • OS/2
  • eComStation
  • ArcaOS
  • Netware

Fazit zum RPM Paketverwaltungssystem

Als Zusammenfassung lässt sich feststellen, dass die Verwendung von RPM die Installation und Deinstallation von Software-Paketen drastisch vereinfacht. Dank RPM ist der Umgang mit Software-Paketen im Umfeld UNIX-artiger Betriebssysteme für Entwickler wie auch Anwender erheblich komfortabler handhabbar. Der Platzbedarf der RPM Datenbank im Verzeichnis /var/lib/rpm wird von Fachleuten als „verhältnismäßig groß“ bezeichnet.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Was ist APT?

Definition „Advanced Packaging Tool“

Was ist APT?

Ursprünglich für Debian entwickelt, ist das Advanced Packaging Tool APT auch heute noch für GNU/Linux ein extrem nützliches Werkzeug. Der Paketmanager dient zur Paketverwaltung, sprich zur Suche, Aktualisierung und Installation von Programmpaketen. lesen

Was ist eine Software-Paketverwaltung?

Definition „Package Manager“

Was ist eine Software-Paketverwaltung?

Paket-Manager sind auch als Paketverwaltung oder Package Manager bekannt. Die Termini bezeichnen eine Sammlung von Werkzeugen für die komfortable Verwaltung von Computer-Software auf Betriebssystemen, insbesondere UNIX- und Linux-Derivaten. lesen

Was ist YUM?

Definition „Yellowdog Updater, Modified“

Was ist YUM?

YUM – sprich „Yellowdog Updater, Modified“ – dient der Verwaltung von RPM-Paketen in verschiedenen Linux-Distributionen. Der Paketmanager löste das für Yellow Dog Linux entwickelte YUP im als schnellere und verlässlichere Alternative ab. lesen

Paketverwaltung in Fedora Silverblue Toolbox

Flatpak, rpm-ostree und Container-basiertes DNF

Paketverwaltung in Fedora Silverblue Toolbox

Zeitgleich zu Fedora 30 hat das Team Silverblue eine finale Variante der Workstation vorgestellt. Der DNF-Paketmanager weicht rpm-ostree und Flatpak, dank Toolbox-Container lässt er sich aber weiter nutzen. Wir zeigen Schritt für Schritt die Nutzung der Toolbox und die beiden anderen Wege. lesen

Microsoft weitet Ad Monetization Platform aus

Native Werbung und neue Tools für Entwickler

Microsoft weitet Ad Monetization Platform aus

Mit der Ad Monetization Platform existiert seit nunmehr einem Jahr eine spezielle Werbeplattform von Microsoft. Nun zieht das Unternehmen eine erste Bilanz und gibt Entwicklern und Werbenden neue Möglichkeiten an die Hand. lesen

Der Quick Installation Mode von OpenShift

OpenShift Container Platform installieren

Der Quick Installation Mode von OpenShift

Sind die Vorbereitungen zur Installation von OpenShift Container Platform, einschließlich der optionalen Vorab-Installation von Docker und der Konfiguration von Docker-Storage abgeschlossen, geht es an die eigentliche Installation von Open Shift Container Platform. Zur Wahl stehen der Quick Installation Mode und der Advanced Installation Mode, wahlweise RPM- oder Container-basiert. lesen

OpenShift Container Plattform 3.4 installieren

OpenShift On-Premise

OpenShift Container Plattform 3.4 installieren

Die Container-basierte PaaS-Lösung „Red Hat OpenShift Container Platform“ lässt sich im eigenen Rechenzentrum installieren und betreiben. In diesem Teil unseres OpenShift-Workshops zeigen wir, wie solch ein On-Premise-Ansatz aussehen kann. lesen

Linux, Docker & Kubernetes fördern OpenStack-Innovation

Meisterlich - der LDK-Stack

Linux, Docker & Kubernetes fördern OpenStack-Innovation

Ist OpenStack ein Molloch oder doch smart und innovativ? Letzteres zeigt sich etwa an Applikations-Containern im „Docker“-Format und „Kubernetes“, einem Framework zur Verwaltung von Docker-Container-Clustern. Beide zusammen machen aus OpenStack eine leistungsstarke Cloud-Plattform für die Implementierung und den Betrieb von Applikations-Containern. lesen

VMware stellt virtuelles Container-Betriebssystem vor

Aufgesprungen auf das Docker-Speedboat

VMware stellt virtuelles Container-Betriebssystem vor

VMware springt mit zwei jetzt initiierten Open-Source-Projekten auf den Container-Zug auf: Photon ist eine leichtgewichtigen Linux-Variante als Container-Plattform und Lightwave ein zentrales Identity- und Access-Management, das Container-Anwendern ein Anmelden via Single Sign-On ermöglicht. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46032052 / Definitionen)