Definition „Python (Programmiersprache)“

Was ist Python?

| Autor / Redakteur: alexbuerkle / Stephan Augsten

Mit Python können sich Entwickler je nach Aufgabenstellung für ein passendes Programmierparadigma entscheiden.
Mit Python können sich Entwickler je nach Aufgabenstellung für ein passendes Programmierparadigma entscheiden. (Bild gemeinfrei: Christina Morillo / Pexels)

Die objektorientierte Programmiersprache Python wurde 1991 veröffentlicht und ähnelt PERL. Sie besitzt eine einfache Lesbarkeit und eine eindeutige Syntax. Python lässt sich leicht erlernen und unter UNIX, Linux, Windows und Mac OS verwenden.

Guido van Rossum entwickelte die Programmiersprache Python Anfang der Neunzigerjahre am Amsterdamer „Centrum Wiskunde & Informatica“. Der Nachfolger der Lehrsprache ABC sollte ursprünglich auf dem verteilten Betriebssystem Amoeba laufen.

Der Name der Programmiersprache hängt nicht mit der gleichnamigen Schlangengattung zusammen, sondern bezieht sich auf die bekannte englische Komiker-Truppe „Monty Python“. Anfang 1994 erschien die erste Vollversion Python 1.0.

In den nachfolgenden Jahren (1995 bis 2000) erschienen weitere Versionen der Programmiersprache. Diese enthielten eine Menge Verbesserungen und viele neue Funktionen. Die aktuelle Version 3.7 wurde Mitte 2018 veröffentlicht.

Die wichtigsten Eigenschaften der Programmiersprache

Bei der Entwicklung der Programmiersprache legte Guido van Rossum einen besonders großen Wert darauf, dass Python so einfach und übersichtlich wie möglich ist. Auf der einen Seite benötigt die Programmiersprache im Vergleich zu anderen Sprachen deutlich weniger Schlüsselwörter.

Auf der anderen Seite reduzierte van Rossum die Syntax auf das Wesentliche und optimierte die Sprache auf Übersichtlichkeit. Dank dieser Maßnahmen können Programmierer auf Python-basierende Skripte um einiges knapper und unkomplizierter als in anderen Programmiersprachen formulieren.

Die Standardbibliothek von Python ist überschaubar und dennoch leicht erweiterbar. Beim Vorgänger ABC war das Gegenteil der Fall. Python-Programme lassen sich in vielen anderen Sprachen durch Module einbetten. Über spezielle Plugins werden eine Vielzahl von Anwendungen, wie OpenOffice, GIMP, Cinema 4D und Blender mit Python kompatibel.

Die Programmiersprache zählt zu den Multiparadigmensprachen. Dadurch sind die Programmierer nicht dazu gezwungen einen einzigen Programmierstil zu verwenden und können ein zur Aufgabe optimal passendes Paradigma wählen.

Python unterstützt die strukturierte und objektorientierte Programmierung vollständig. Im Gegensatz zu C++ gibt es keine statische Typprüfung. Python verwaltet alle Datentypen dynamisch. Nicht mehr verwendete Speicherbereiche können die Programmierer durch eine Referenzzählung freigeben. Die wichtigsten Ziele und sämtliche Regeln der Programmiersprache wurden 2004 in Form einiger humorvoller Phrasen veröffentlicht.

Die Philosophie von Python (The Zen of Python)

  • schön statt hässlich
  • explizit statt implizit
  • einfach statt kompliziert
  • komplex statt undurchschaubar
  • flach statt verschachtelt
  • spärlich statt beschränkt
  • auf die Lesbarkeit kommt es an
  • Spezialfälle sind niemals speziell genug, damit sie Regeln sprengen dürfen
  • die praktische Anwendbarkeit übertrifft die Reinheit
  • ein Fehler sollte nie verschwiegen werden, es sei denn er wurde absichtlich gemacht
  • jetzt statt nie
  • nie ist oftmals besser als sofort

Folgende Ratschläge sollten Programmierer berücksichtigen:

Ist eine Implementierung nicht einfach erklärbar, handelt es sich um eine schlechte Idee. Lässt sich die Implementierung einfach erklären, kann es sich um eine gute Idee handeln. Bei Mehrdeutigkeit sollten die Programmierer nicht raten. Es sollte immer mindestens einen offensichtlichen Weg geben, selbst wenn dieser zuerst nicht offensichtlich ist.

Python – Vorteile und Funktionen

Python hat aufgrund der guten Lesbarkeit und der klaren Syntax enorm an Popularität zugelegt. Des Weiteren gilt Python als leicht erlernbar und ist eine portable Programmiersprache. Ein in Python geschriebener Programmcode lässt sich in allen gängigen Betriebssystemen interpretieren. Der Quellcode ist frei unter der "Python Software Foundation Lizenz" verfügbar. Somit kann jeder Programmierer den Code anpassen und für seine individuellen Zwecke weiterverwenden.

Das Einrücken von Statements oder Anweisungen ist eine der besten Funktionen der Programmiersprache. Dank dieser können Programmierer den Code viel leichter lesen. Python stellt seinen Anwendern vorgefertigte Klassen und dynamische Daten-Typen zur Verfügung. Des Weiteren gibt es Interfaces und Schnittstellen für Bibliotheken und Systemaufrufe.

Bekannte Anwendungsbeispiele

Verfügen Programmierer über die nötigen Kenntnisse in den Sprachen C oder C++, können sie Python entsprechend erweitern. Als Skript für die gängigen Active Server Pages (ASP) von Microsoft lässt sich die Programmiersprache ebenfalls ohne Aufwand verwenden. Eines der bekanntesten Einsatzbeispiele von Python ist das Anzeigetafel-System des australischen Cricket-Stadions in der Stadt Melbourne.

Ein beliebter Web-Applikations-Server namens „Z Object Publishing Environment“ wurde ebenfalls in Python geschrieben. Des Weiteren wurde die gängige Installationsroutine „Anaconda“ für die modernen Linux-Distributionen Red Hat und Fedora hauptsächlich mit der Programmiersprache realisiert.

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