Definition „Programmieren“

Was ist Programmierung?

| Autor / Redakteur: il1411 / Stephan Augsten

Mittlerweile stehen allerhand Tools zur Verfügung, die das Programmieren deutlich vereinfachen.
Mittlerweile stehen allerhand Tools zur Verfügung, die das Programmieren deutlich vereinfachen. (Bild: hitesh choudhary - Pexels.com / CC0)

Unter dem Begriff Programmieren versteht man die Umsetzung von Software-Entwürfen. Welche Programmiersprache zum Einsatz kommt, hängt von der jeweiligen Aufgabe ab. Gutes Programmieren zeichnet sich stets durch das Einhalten bestimmter Qualitätskriterien aus.

Das Erstellen von Computerprogrammen

Die Programmierung, also die Erstellung oder auch Implementierung von Computerprogrammen, ist ein Teilbereich der Softwareentwicklung. Beim Programmieren wird der Softwareentwurf in Quelltext umgesetzt. Bei einigen Programmiersprachen fällt auch das Übersetzen des Quelltextes in die Maschinensprache, zu Deutsch Kompilieren, in diesen Aufgabenbereich.

Man verwendet zum Programmieren bestimmte Sprachen. Mit Hilfe dieser Programmiersprachen werden die im Pflichtenheft formulierten Anforderungen in eine für den Computer verständliche Sprache übersetzt.

Programmierer werden bei ihrer Arbeit inzwischen häufig von sogenannten Code-Generatoren unterstützt. Diese sind in der Lage, den Programmcode zumindest teilweise auf Grundlage von Modellen automatisch zu erzeugen. Das Programmieren besteht weiterhin aus dem Testen des erstellten Codes (Entwicklertest) sowie aus dem Anfertigen einer Softwaredokumentation.

Programmierer entwickeln Algorithmen

Ein Algorithmus beschreibt, wie eine bestimmte Aufgabenart schrittweise gelöst werden kann. Viele Algorithmen gibt es schon sehr lange, sie wurden also nicht speziell für den Computer geschrieben. Ein bekanntes Beispiel ist der Algorithmus des Euklid, der beschreibt, wie sich der größte gemeinsame Teiler zweier ganzer positiver Zahlen berechnen lässt.

Algorithmen können in natürlicher Sprache formuliert werden, eine solche Anleitung ist für einen Computer allerdings nicht zu gebrauchen. Grund hierfür ist die Vieldeutigkeit, durch die sich natürliche Sprachen auszeichnen. Um Algorithmen für Computer verständlich zu machen, bedarf es einer eindeutigen Ausdrucksform.

Programmiersprachen sind zwar längst nicht so ausdrucksfähig wie eine natürliche Sprache, jedoch kann man mit ihnen dem Computer exakt und unmissverständlich mitteilen, was er tun soll. Der Programmierer hat somit nicht nur die Aufgabe, ein Verfahren zur Lösung des gegebenen Problems zu entwickeln, sondern muss außerdem den entworfenen Algorithmus in eine Programmiersprache übersetzen.

Die Anfänge des Programmierens

Seinen Ursprung hat das Programmieren in der Analytical Engine, einer mechanischen Rechenmaschine, deren Beschreibung im Jahr 1837 vom britischen Mathematiker Charles Babbage veröffentlicht wurde. Diese Beschreibung wurde sechs Jahre später von der Mathematikerin Ada Lovelace um Notizen ergänzt.

Zu diesen „Notes“ zählte ein tabellarischer Plan zum Berechnen der Bernoulli-Zahlen. Dieser Plan, der etwa ein Jahrhundert vor den ersten Computern erstellt wurde, gilt inzwischen als das erste Computerprogramm überhaupt. Der erste Compiler wurde im Jahr 1949 von der Mathematikerin Grace Hopper entwickelt.

Die Qualitätskriterien des Programmierens

Bei der Programmierung müssen bestimmte Qualitätskriterien beachtet werden. Hierzu zählen:

  • Korrektheit
  • Robustheit
  • Performanz
  • Wartbarkeit

Mit „Korrektheit“ ist gemeint, dass das Programm einwandfrei läuft und somit frei von syntaktischen oder semantischen Fehlern ist. „Robust“ ist ein Programm dann, wenn es auf etwaige Fehler sinnvoll reagiert. Das Qualitätskriterium „Performanz“ bezeichnet einen möglichst geringen Verbrauch an Ressourcen, wie zum Beispiel an Speicherplatz oder hinsichtlich der Laufzeit. Wenn das Qualitätskriterium der Performanz erfüllt ist, bezeichnet man das Programm als effizient. Die „Wartbarkeit“ eines Programms ist dann gewährleistet, wenn vorhandene Fehler im Programmcode schnell und präzise ausgebessert werden können.

Programmierwerkzeuge

Um Programmieren zu können, genügen in der Regel ein einfacher Texteditor sowie ein Compiler bzw. Interpreter für die gewählte Programmiersprache. Mittlerweile stehen den Programmierern jedoch zahlreiche ausgefeilte Tools zur Verfügung, die den Prozess des Programmierens deutlich vereinfachen. Hierzu zählen zum Beispiel Editoren, die mit speziellen Funktionen wie Autovervollständigen oder Syntax-Highlighting ausgestattet sind.

Der Übergang von diesen Texteditoren hin zur Integrierten Entwicklungsumgebung (IDE) ist fließend. Weiterhin gibt es mit den sogenannten Debuggern spezielle Werkzeuge, die zur Fehlersuche eingesetzt werden können. Ebenfalls erhältlich sind Programme, mit denen sich statische oder dynamische Tests durchführen lassen. Das Laufzeitverhalten des erstellten Programms kann mit einem Profiler analysiert werden.

Insbesondere komplexere Programme werden häufig von mehreren Programmierern erstellt. Bei diesem kollaborativen Programmieren von Software setzt man im Allgemeinen Versionierungssysteme ein. Diese Systeme erfüllen den Zweck, den aktuellen Programmcode wie auch frühere Versionen auf einem zentralen Server zu speichern. Auf diesen können alle an der Entwicklung beteiligten Personen zugreifen.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Was ist Ruby?

Definition „Ruby (Programmiersprache)“

Was ist Ruby?

Ruby ist eine objektorientierte Programmiersprache, welche bereits im Jahr 1995 entwickelt wurde und seitdem in verschiedenen Bereichen eingesetzt wird. Seit dem Jahr 2012 ist die sogenannte Ruby-Norm unter der Norm ISO/IEC 30170 exakt spezifiziert. lesen

4 Low-Code-Mythen auf dem Prüfstand

Von Schatten-IT bis hin zu komplexer Plattform-Integration

4 Low-Code-Mythen auf dem Prüfstand

Low-Code Development soll Programmierer entlasten und nicht ersetzen. So entkräften Anbieter entsprechender Plattformen eines von vielen Vorurteilen gegenüber dem Low-Code-Konzept. Vier weitere Mythen hat sich Pegasystems angesehen. lesen

Wettbewerb für junge und erfahrene Entwickler

Reply Code Challenge 2019

Wettbewerb für junge und erfahrene Entwickler

Studierende und professionelle Entwickler dürfen sich am Freitag, 15. März 2019, bei der Reply Code Challenge in Teams miteinander messen. Zusätzlich ist eine Teenager-Ausgabe des Programmierwettbewerbs für Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren geplant. lesen

Linux-Programmierung für Einsteiger, Fortgeschrittene und Könner

Embedded-Linux-Wochen 2019

Linux-Programmierung für Einsteiger, Fortgeschrittene und Könner

Die Embedded-Linux-Woche setzt seit 2011 Maßstäbe in Programm, Trainerqualität und Ausstattung. Für 2019 stehen drei Linux-Wochen an, die Einsteigerkurse, Fortgeschrittenenseminare und Expertentrainings bieten. lesen

Was ist Softwarequalität?

Definition „Software Quality“

Was ist Softwarequalität?

Der Begriff der Softwarequalität spielt sowohl für die Entwicklung als auch für die Akzeptanz einer Software eine wichtige Rolle. Zur Bewertung der Softwarequalität werden verschiedene Merkmale bewertet und herangezogen. lesen

MySQL und andere Datenbanken unter PHP

Programmieren mit PHP, Teil 6

MySQL und andere Datenbanken unter PHP

Um Datenquellen an PHP anzubinden, bieten sich SQL-Datenbanken an, wobei MySQL ein besonders verbreitetes Datenbank-Managementsystem ist. Während PHP selbst über Funktionen wie PHP Data Objects verfügt, bieten einige Datenbankhersteller auch Schnittstellen zur Anbindung von PHP-Programmen an. lesen

K8s-native IDE auf Basis von Eclipse Che

Red Hat CodeReady Workspaces

K8s-native IDE auf Basis von Eclipse Che

Basierend auf der Open-Source-IDE Eclipse Che hat Red Hat die Kubernetes-native Entwicklungsumgebung CodeReady Workspaces entworfen. Eine enge Integration mit Red Hat Enterprise Linux und OpenShift soll die Zusammenarbeit verschiedener Teams verbessern. lesen

Was Softwareentwickler im Arbeitsalltag bewegt

2019 HackerRank Developer Skills Report

Was Softwareentwickler im Arbeitsalltag bewegt

Welche Programmiersprachen wollen die meisten Softwareentwickler im Jahr 2019 lernen? Und was nervt oder motiviert sie im Arbeitsalltag und bei der Jobsuche? Der Developer Skills Report von HackerRank betrachtet die Welt der Developer aus verschiedenen Perspektiven. lesen

SEI CERT Coding Standards der Carnegie Mellon University

10 Standards für sichere Software

SEI CERT Coding Standards der Carnegie Mellon University

Security by Design sollte schon vor der ersten Zeile Code ansetzen, aber natürlich gilt Gedanke auch für den Quelltext selbst. Von der Carnegie Mellon University gibt es hierzu umfangreiche Materialien. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44681848 / Definitionen)