Definition „Quelloffener Code“

Was ist Open Source Code?

| Autor / Redakteur: LineFeed / Stephan Augsten

Open Source Code erlaubt ganz allgemein sowohl eine Copyleft- als auch eine Non-Copyleft-Lizenzierung.
Open Source Code erlaubt ganz allgemein sowohl eine Copyleft- als auch eine Non-Copyleft-Lizenzierung. (© ribkhan - stock.adobe.com)

Der Begriff Open Source betont den (freien) Zugang zum Quelltext als wesentlichen Bestandteil der Lizenzvereinbarung, ohne das Recht auf Weitergabe und Veränderung durch den Nutzer festzuschreiben. Das spricht besonders kommerzielle Anbieter an.

Open Source bezeichnet ein kollaboratives Lizenzmodell für Software, das dem allgemeineren, um 2009 popularisierten Begriff der Shareconomy entspricht. Der Begriff ist aus der „Copyleft / Non-Copyleft“-Kontroverse um die GNU General Public License entstanden, die mit dem Betriebssystemduett aus GNU-Toolchain und Linux-Betriebssystemkern im Verlauf der 1990er-Jahre eine große Verbreitung fand.

Historisch bedingt legt die GPL besonderen Wert darauf, dass eine unter dieser Lizenz veröffentlichte Software auch in der Zukunft frei zugänglich bleibt. Daher fordert sie nicht nur den freien, wenn auch nicht unbedingt unentgeltlichen Zugang zum Quelltext für den Nutzer, sondern auch das Recht auf Veränderung und die Weitergabe.

Das schließt die Veröffentlichung modifizierter Quellen ein, sofern diese wieder unter der GPL oder einer kompatiblen Lizenz erfolgt. Ende der 1990er-Jahre sahen manche Entwickler aus dem Linux-Umfeld diese Klauseln eher als Hinderungsgrund für die Akzeptanz Freier Software im kommerziellen Umfeld denn als einen Schutz vor Umwandlung in Closed Source.

Die GPL als Ursprung des Open-Source-Lizenzmodells

Hintergrund der speziellen (in Anlehnung an den Begriff Copyright als Copyleft bezeichneten) Bedingungen der GPL ist die Änderung der Lizenzierung der Quellen des Betriebssystems Unix durch AT&T. Diese erfolgte 1982 im Rahmen der Aufteilung des Konzerns aufgrund der Anti-Trust-Gesetzgebung der USA.

Die zuvor im akademischen Umfeld preisgünstigen Unix-Lizenzen (150 USD) wurden dadurch für Ausbildungszwecke unerschwinglich. Richard M. Stallman initiierte daraufhin 1983 das GNU-Projekt, mit dem Ziel, ein frei zugängliches, Unix-kompatibles Betriebssystem zu schaffen. In diesem Rahmen schrieb er auch 1989 die erste Version der GPL, als allgemein verwendbare Lizenz für diese Art Software.

Copyleft vs. Non-Copyleft

Kritiker der GPL, auch aus dem Open-Source-Umfeld, bezeichnen Copyleft-Lizenzen als viral. Wenn ein derartig lizensierter Quelltext in ein anderes Softwareprodukt eingebunden wird, muss dessen Veröffentlichung ebenfalls unter einer entsprechenden Lizenz erfolgen.

Eine Ausnahme bildet die LGPL, eine Variante der GPL, die speziell für Software-Bibliotheken geschrieben wurde, die nicht eigenständig lauffähig sind, sondern mit anderer Software verlinkt werden. Das reine Verlinken erlaubt die LGPL auch mit Closed-Source Produkten.

Open Source erlaubt hingegen ganz allgemein sowohl eine Copyleft- als auch eine Non-Copyleft-Lizenzierung. Ein prominentes Beispiel einer Open-Source-Lizenz mit Non-Copyleft ist die Apache License. Sie wird von der Apache Software Foundation für den beliebten Webserver und weitere Produkte genutzt und fordert bei der Veröffentlichung eines modifizierten Codes lediglich den Erhalt der ursprünglichen Urheberrechtsangaben und Haftungsausschlussklauseln.

Open Source vs. Free Software

Einen wesentlichen Einfluss auf die Entstehung und Popularisierung des Begriffs Open Source hatte die Publikation „The Cathedral and the Bazaar“, ein Essay über Development Community. Urheber der 1997 erschienenen Abhandlung ist Eric S. Raymond, der spätere Gründungspräsident der Open Source Initiative (OSI).

Großen Einfluss hatte auch die Freigabe der Quellen des Netscape Navigator sowie weiterer Teile der Netscape Communicator Internet Suite. Auf dieser Basis entwickelte sich ab 1998 zunächst die Mozilla Application Suite, aus der bekanntermaßen Open-Source-Projekte wie Mozilla Firebird, SeaMonkey und Thunderbird hervorgegangen sind.

Für Raymond und weitere Vertreter der Community war das der Anlass, die OSI zu gründen, um den Begriff Open Source zu popularisieren. Namhafte Personen aus dem Free-Software-Umfeld, die frühzeitig auf die Bezeichnung Open Source umschwenkten, sind Bruce Perens, damaliger Präsident des Debian Projekts, der Verleger Tim O'Reilly und nicht zuletzt Linus Torvalds, der initiale Urheber des Linux-Betriebssystemkerns.

Die Kompatibilität von GPL und Open Source

Open Source steht nicht unbedingt im Widerspruch zur GPL, sondern schließt die Freie Software als Sonderfall ein. Eine Open-Source-Lizenz, die ein Copyleft beinhaltet, ist im Allgemeinen auch kompatibel mit der GPL. Non-Copyleft Lizenzen sind es dagegen nicht. Umgekehrt ist eine unter der GPL veröffentlichte Software in jedem Fall auch Open Source. Die Verbindung zwischen beiden Begriffen wird in Bezeichnungen wie Free and Open Source Software (FOSS) deutlich.

Der Name Open Source vermeidet jedoch ein Missverständnis, das bei freier Software so häufig vorkommt und auf das die Free Software Foundation explizit im Logo der GPLv3 hinweist: „Free as in Freedom“ – Frei wie in Freiheit ist gemeint, nicht wie in Freifahrtschein. Bei Open Source ist ein solches Missverständnis nicht möglich.

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