Definition „Kotlin (Programmiersprache)“

Was ist Kotlin?

| Autor / Redakteur: alexbuerkle / Stephan Augsten

Kotlin ist extrem vielseitig und lässt sich beispeilsweise auch in Apple xCode verwenden, um Apps zu erstellen.
Kotlin ist extrem vielseitig und lässt sich beispeilsweise auch in Apple xCode verwenden, um Apps zu erstellen. (Bild: kotlinlang.org / xCode)

Die objektorientierte Programmiersprache Kotlin wurde 2011 veröffentlicht und ist eine vergleichsweise junge Sprache. Sie besitzt viele zeitgemäße Features, lässt sich für Android und das Web verwenden und macht einiges besser als Java.

Kotlin wurde hauptsächlich vom tschechischen Software-Unternehmen JetBrains aus Sankt Petersburg entwickelt und Mitte 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Name wurde nicht zufällig gewählt: Kotlin heißt eine kleine Insel vor Sankt Petersburg. Rund ein halbes Jahr nach der Vorstellung der Sprache veröffentlichten die Entwickler den Quellcode unter der gängigen Apache-2-Lizenz. Die erste stabile Version (1.0) von Kotlin erschien erst Anfang 2016.

Die statische, typisierte Programmiersprache lässt sich in JavaScript-Quellcode transformieren und in Form von Bytecode für die JVM (Java Virtual Machine) übersetzen. Die wichtigsten Ziele bei der Entwicklung waren eine hohe Kompilier-Geschwindigkeit und möglichst wenig Code.

Für die Entwicklungsumgebung IDE IntelliJ IDEA von JetBrains gibt es ein kostenloses Kotlin-Plugin. Des Weiteren existieren Erweiterungen für Eclipse, Gradle und Apache Maven. Seit der Version 3.0 unterstützt das offizielle Android Studio Kotlin als native Programmiersprache für die Entwicklung von Android-Apps.

Die wichtigsten Features von Kotlin

  • einwandfreie Kompatibilität zu Java
  • läuft fast überall
  • ermöglicht die Weiternutzung von bestehenden Java-Frameworks und Bibliotheken
  • eignet sich hervorragend zum Programmieren von serverseitigen Apps
  • unterstützt Daten-Klassen und Typ-Aliasse
  • stellt für Lambda-Ausdrücke eine schlaue Syntax zur Verfügung
  • ermöglicht das Erweitern von bestehenden Klassen mit neuen Features
  • ermöglicht die Übergabe einer Funktion in Form von Parametern
  • ermöglicht die Übergabe einer Funktion als Ergebnis

Kotlin im Vergleich zu Java

Die Programmiersprache Kotlin macht einige Dinge anders und mitunter besser als Java. Die Syntax von Kotlin ist sichtbar schlanker und moderner als die Java-Syntax. Zudem kommt die junge Programmiersprache mit weitaus weniger Code aus. Durchschnittlich benötigen Programmierer für eine Klasse zwischen 20 und 30 Prozent weniger Codezeilen als bei Java. Trotz dieses Vorteils bleibt der Code zu jeder Zeit lesbar.

Semikola und explizite Typdeklarationen sind optional möglich. Kotlin besitzt von Haus aus einen großen Funktionsumfang und spart den Entwicklern dadurch Zeit. Diese müssen diverse Funktionen nicht erst umständlich über externe Dienste in ihre Programme holen. Kotlin generiert für alle Klassen, die von den Programmierern mit „data“ markiert wurden, brauchbare copy-, hashCode-, equals und toString-Methoden.

„Null-Pointer Exceptions“ zählen zu den am häufigsten auftretenden Java-Fehlern. In der Regel treten diese Ausnahmebedingungen erst bei laufenden Programmen auf. Der Entwickler JetBrains hat bei der Programmierung von Kotlin darauf geachtet, dass diese ärgerlichen Fehler nicht mehr bei laufenden Programmen auftreten.

Bei Kotlin darf der Wert einer beliebigen Variable niemals ins Leere verweisen. Ist dies dennoch der Fall, tritt der Fehler bereits bei der Kompilierung auf. Dadurch können die Entwickler den Fehler rechtzeitig beseitigen. Bei Kotlin zählt „null“ (im Sinne von „leer“) zum vorhandenen Typsystem.

Somit sind alle Parameter oder Eigenschaften entweder „nullable“ oder nicht „null“. Der Compiler von Kotlin verhindert automatisch, dass „null“ gesetzt, hineingegeben und zurückgegeben wird. Die Programmiersprache kennzeichnet alle optionalen Typen klar sichtbar mit einem „?“.

Vorteilhafte Alternative für Android- und Java-Programmierer

Die junge Programmiersprache erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit. Kotlin begann ursprünglich als Alternative für Java und ist mittlerweile die zweite offizielle Programmiersprache für Android-Apps. Obwohl die erste stabile Version erst seit 2016 verfügbar ist, gibt es bereits einige prominente Kotlin-Nutzer. Zu den bekanntesten Beispielen zählen Pinterest, Evernote, Uber und Gradle.

Für Android- und Java-Entwickler ist die junge Programmiersprache Kotlin besonders vorteilhaft. Dank der einwandfreien Kompatibilität zur Programmiersprache Java können Android-Entwickler zum Testen erst einmal ein paar einzelne Klassen in der Programmiersprache schreiben. Somit ist ein schrittweiser Umstieg von Java zu Kotlin ohne großen Aufwand möglich. Java-Entwickler sollten ebenfalls einen Umstieg in Betracht ziehen.

Das bessere Java?

Kotlin ist insbesondere für größere Projekte geeignet. Ob es aber dass bessere Java ist, muss jeder Entwickler für sich entscheiden. Auf jeden Fall lohnt es sich, die junge Programmiersprache auszuprobieren oder in einem neuen Projekt einzusetzen.

Viele Ideen und Funktionen von Kotlin finden sich in anderen Programmiersprachen. Jedoch bringt Kotlin alle Features auf eine nützliche, elegante und zugängliche Art unter einen Hut. Viele Entwickler haben laut eigenen Aussagen dank Kotlin wieder richtig Spaß am Programmieren.

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