Definition „Flatpak“ Was ist Flatpak?

Autor / Redakteur: zeroshope / Stephan Augsten

Bei Flatpak handelt es sich um eine Software-Lösung, die dazu dient, Desktop-Apps zu verteilen und zu virtualisieren. Geschrieben ist sie für Linux. Sie hat schnell breiten Anklang gefunden und wird auch für weit verbreitete Programme genutzt.

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Flatpak erlaubt es Entwicklern durch Sandboxing, ihre Linux-Anwendungen distributionsübergreifend zu zugänglich zu machen.
Flatpak erlaubt es Entwicklern durch Sandboxing, ihre Linux-Anwendungen distributionsübergreifend zu zugänglich zu machen.
(Bild: flatpak-horizontal-white / flatpak.org / CC BY 3.0)

Flatpak ist eine Linux-Software, die der Virtualisierung von Desktop-Applikationen dient. Diese können ebenfalls mittels der Lösung geteilt werden. Entwickler erhalten mittels Flatpak eine Sandbox, in der die Anwendung isoliert läuft. Über die Umgebung werden zahlreiche Bibliotheken zur Verfügung gestellt, um Abhängigkeiten zu berücksichtigen. Sollten diese nicht ausreichen, kann die App selbst mit diesen ausgestattet und ausgespielt werden.

Die Vorteile von Flatpak

Flatpak bietet für die alltägliche Nutzung diverse Vorteile:

  • Eine App kann für alle Linux-Desktop-Distributionen genutzt werden.
  • Künftige Linux-Versionen bereiten keine Probleme, da Flatpak selbst einfach angepasst wird.
  • Integrierte Werkzeuge gestatten es ebenfalls, noch im eigentlichen Entwicklungsprozess zu testen und zu optimieren.
  • Die Apps laufen nachweislich ausgesprochen stabil.

Echte Nachteile hat Flatpak nicht. Es handelt sich allerdings deutlich erkennbar um keine Lösung für den privaten Durchschnittsgebrauch. Es ist eine Software, die speziell für den professionellen Einsatz im Rahmen der App-Entwicklung konzipiert wurde. Für die Verteilung soll nach dem Willen des Anbieters zudem Flathub genutzt werden. Dabei handelt es sich um einen eigenen AppStore für die Anwendungen als Flatpaks. Es handelt sich für die spätere Distribution deshalb um eine Begrenzung, mit der nicht alle Entwickler einverstanden sein dürften.

Die Geschichte von Flatpak

Lennart Poetterring publizierte 2014 einen Fachartikel über die Einsatzmöglichkeiten von App-Containern in Gnome (einer Unix-Umgebung). Zu dieser Zeit gab es Flatpak zwar bereits seit sieben Jahren. Doch die Softwarelösung hatte bislang nicht die Stärken ausgeprägt, die sie von der Konkurrenz abhob.

Mit Poetterings Idee änderte sich dies – Freedesktop.org passte Flatpak an das vorgeschlagene Konzept an. Zwischenzeitlich trug es dabei den Namen xdg-app. Die Software entwickelte sich in der Folge erst zu einer Alternative zur bisherigen Standardlösung Snappy und überholte diese schließlich. Flatpak konnte dabei durch größere Flexibilität punkten.

Als Flatpak erhältliche Anwendungen

Es hat sich ein großes Interesse an bestimmten Desktop-Apps als Flatpaks entwickelt. Hintergrund ist die Idee, eigene Extensions zu schreiben oder die Anwendungen in ein größeres Projekt einzubeziehen. Beispiele sind:

  • GIMP
  • LibreOffice
  • KDE Plasma5
  • Blender

Diese Apps sind als Flatpaks via Flathub verfügbar. Von Firefox, Spotify oder z.B. auch Skype gab es zudem lange inoffizielle Versionen, die frei im Netz zur Verfügung gestellt wurden. Die beiden Erstgenannten wurden aber inzwischen ebenfalls aufgenommen. Dies spricht für eine wachsende Akzeptanz des Stores.

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