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Definition „Ethereum“ Was ist Ethereum und wie funktioniert der Ether?

| Autor / Redakteur: Blue Floyd / Stephan Augsten / Stephan Augsten

Ethereum ist eine dezentralisierte Plattform für Distributed Apps, kurz Dapps, die auf einer Blockchain basiert. Verteilte Nodes führen dabei Smart Contracts aus, die ihrerseits die Integrität der Güter und die Bezahlung in der Kryptowährung Ether sicherstellen.

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Die Blockchain-basierte Ethereum-Plattform sorgt mit ihren Smart Contracts für Integrität und sichere Zahlungsabwicklung.
Die Blockchain-basierte Ethereum-Plattform sorgt mit ihren Smart Contracts für Integrität und sichere Zahlungsabwicklung.
(Bild: Ethereum.org)

Die Dezentralisierung der Technik im Hintergrund macht Ethereum zu einem Gegenentwurf zu zentralen Servern, die aktuell die Internet-Infrastruktur dominieren. Ethereum setzt dafür auf eine Blockchain-Technologie, wie sie von der Kryptowährung Bitcoin bekannt ist.

Obwohl Ethereum mit dem Ether ein ähnliches Blockchain-basiertes Zahlungsmittel bereitstellt, dient dieses eher als Mittel zum Zweck. Vielmehr ist die Plattform aus der Idee heraus entstanden, Entwicklern eine Möglichkeit zu geben, den Vertrieb ihrer Apps selbst zu übernehmen und auf Seiten des „Käufers“ gleichzeitig für mehr Sicherheit zu sorgen.

Der Kauf oder Verkauf von Software bzw. ihre Lizenzierung lassen sich komplett über Ethereum abwickeln. Aber auch reale Güter wie Immobilien, Fahrzeuge oder ähnliches können gehandelt werden, indem Ethereum-Nutzer eigene Token erstellen, die dann an einen dem Gut zugehörigen Smart Contract gebunden werden.

Smart Contracts für Ethereum

Essenzieller Bestandteil der Ethereum-Infrastruktur sind Smart Contracts, kleine Programme, die auf den Nodes ausgeführt werden. Es handelt sich um Verträge, die automatisch ausgeführt und akzeptiert werden, sobald die gewünschte Summe ETH überwiesen wurde.

Ein Interessant überweist also eine geforderte Summe ETH an den Verkäufer. Der entsprechende Smart Contract erkennt die Überweisung und sorgt anschließend dafür, dass der Kunde in die Blockchain eingetragen wird und die Leistung in Anspruch nehmen kann. Für die Sicherheit garantiert die manipulationsresistente Blockchain selbst.

Der große Vorteil ist dabei der Verzicht auf einen „Vermittler“ bzw. Mittelsmann, wie es im wahren Leben ein Bankangestellter oder Anwalt bzw. im Falle von Software beispielsweise Apple, Google und Microsoft mit ihren App Stores sind. Diese sorgen aktuell noch (mehr oder weniger gut) für die Sicherheit der Apps, wären durch die per Blockchain garantierte Integrität der Anwendungen allerdings obsolet.

Jede Transaktion wird innerhalb der gesamten Blockchain – also auf allen mit dem Netzwerk verbundenen Geräten – gespeichert. Daraus resultieren große Vorteile im Bereich der Sicherheit: Auf zentralisierten Servern können Angreifer Daten manipulieren. Das dezentrale Konzept der Blockchain prüft jedoch die Integrität der gesamten Datenbank permanent. Werden Manipulationsversuche festgestellt, korrigiert die Blockchain dies automatisch.

Die Zahlung mit Ether

Der Ether wird für Transaktionen innerhalb des Ethereum-Netzwerks verwendet und wird ähnlich wie der Bitcoin am Devisenmarkt gehandelt. Auf diversen Börsen im Internet können Interessenten ETH im Austausch gegen Bitcoins, US-Dollar oder Euro erwerben.

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Da es sich um eine – wie bei vielen Kryptowährungen – sehr volatile Währung handelt, unterliegt der Kurs praktisch permanent großen Schwankungen. Ende Juni 2017 beispielsweise gab es einen Kurseinbruch um rund 20 Prozent. Grund war eine im Internet kursierende Falschmeldung über den angeblichen Tod des Ethereum-Mitbegründers Vitalik Buterin.

Eine Überweisung von Ether könnte auf Basis der Blockchain wie folgt aussehen:

  • Person X überweist 10 ETH an Person Y. Dafür sind die Wallet-Daten von Person Y notwendig.
  • Die Transaktion dauert wenige Sekunden. Ist sie abgeschlossen, trägt das System diese Information in der Blockchain ein.

Wie es bei Kryptowährungen üblich ist, finden Überweisungen anonym statt. Der Empfänger des Ether sieht nur die ID des Überweisenden, die aus einer Zeichen- und Zahlenkette besteht. Name, Anschrift und ähnliche persönliche Daten werden nicht veröffentlicht, wodurch komplett anonyme Kaufverträge zustande kommen könnten.

Generierung von ETH

Derzeit haben Interessenten zwei Möglichkeiten, Ethereum zu erhalten:

  • 1. Das Trading über Börsen im Internet ist, ebenso wie bei Bitcoins und zahlreichen Alt-Coins, das geläufige Mittel, um ETH zu bekommen. Für einen tagesaktuellen Preis kauft der Interessent die gewünschte Menge Ethereum. Gespeichert wird der Betrag in einer passwortgeschützten Datei auf dem eigenen Computer.
  • 2. Eine weitere Möglichkeit ist das Mining von Ethereum. Spezielle Software berechnet dazu Ethereum, sodass das Geld praktisch aus der Steckdose kommt. Die hohen Stromkosten stehen einem gewöhnlichen Mining über CPUs jedoch im Wege. GPUs, FPGAs oder ASICs sind unverzichtbar, um ETH gewinnbringend zu minen.

Die gewonnene Währung wird dezentral in einer Wallet abgelegt, die in der Regel über eine Client-Anwendung erreichbar ist. Auf dem eigenen Computer wird eine Keystore-Datei abgelegt, die für den sicheren Zugriff auf die Wallet sorgt. Da ein Verlust der Datei auch den Verlust des ETH-Vermögens zur Folge hätte, bieten die meisten Wallets mittlerweile eine Backup-Funktion, mit der man die Datei verschlüsselt auf anderen Datenträgern ablegen kann. Alternativ wird ein Backup des Keystore-Ordners empfohlen.

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