Definition „Windows-Apps“

Was ist eine Windows App?

| Autor / Redakteur: Blue Floyd / Stephan Augsten

Klassische Windows-Anwendungen haben zwar noch nicht ausgedient, werden aber immer öfter von Apps aus dem Microsoft Store verdrängt.
Klassische Windows-Anwendungen haben zwar noch nicht ausgedient, werden aber immer öfter von Apps aus dem Microsoft Store verdrängt. (Bild: VIT / Microsoft)

Als Windows-App werden Mini-Programme bezeichnet, die explizit für Windows entwickelt wurden. Auf der Universal Windows Platform (UWP) basierende Apps haben dabei das Ziel, sowohl auf Desktop-PCs, Notebooks, Tablets und Smartphones mit mindestens Windows 10 einsetzbar zu sein.

Der Begriff der Windows-App

Streng betrachtet sind auch klassische x86-Anwendungen „Apps“ im Sinne von Applikationen. Mit den mobilen Betriebssystemen hat sich das Wort App allerdings eher für kleine Anwendungen mit meist reduziertem Funktionsumfang und wenig Speicherbedarf etabliert.

Im Falle des Microsoft-Betriebssystems werden als Apps weitgehend diejenigen Programme bezeichnet, die mit Windows 8 und der Einführung der Modern UI-Designsprache eingeführt wurden. Dieser Artikel bezieht sich daher auf jene Windows-Apps, die seit Windows 8 im Windows Store erhältlich sind (Windows 10 führt diese Tradition fort).

Sinn und Zweck der Windows-Apps

Windows-Apps wurden entworfen, um dem wachsenden Markt der Smartphones und Tablets zu begegnen. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, unterscheiden sich diese Apps unter anderem in den folgenden Punkten zu klassischen x86-Anwendungen:

  • Die Benutzeroberfläche ist zwar weiterhin mit Maus und Tastatur bedienbar, es fand jedoch auch eine Optimierung mit Blick auf Touch-Eingaben statt. Typische Elemente dieser Windows-Apps sind daher größere Schaltflächen und eine Simplifizierung der Oberfläche, um mit den Fingern bequem bedienbar zu bleiben.
  • Der Stromverbrauch dieser Windows-Apps im Vergleich zu .exe-Anwendungen mit ähnlicher Funktionalität wurde reduziert. Da Microsoft das Anwendungsgebiet der Windows-Apps zu Beginn vor allem auf portablen Geräten wie Smartphones und Tablets sah, war dies ein logischer Schritt, um mehr Akkulaufzeit zu erzielen.
  • Windows-Apps sind flexibel und können in zahlreichen Programmiersprachen geschrieben werden. Web-Entwickler, die beispielsweise Sprachen wie JavaScript beherrschen, können damit Windows-Apps entwickeln. Es sind somit keine Kenntnisse von C++, C# oder ähnlichen Sprachen für klassische .exe-Programme notwendig.

Leichter, moderner und flexibler: So oder so ähnlich könnte das Ziel der Entwicklung von Windows-Apps lauten.

Die Universal Windows Platform

Seit Einführung von Windows 10 spielt die Universal Windows Platform eine wichtige Rolle für Windows-Apps. Der Begriff bezeichnet eine Laufzeitumgebung, welche die Entwicklung von Apps für unterschiedliche Geräte mit derselben Codebasis erlaubt. Theoretisch ist es somit kein großes Hindernis, Windows-Apps etwa für Desktop-Computer, Smartphones auf Basis von Windows 10 Mobile, die Xbox One sowie dessen Weiterentwicklungen oder auch Kleinstgeräte wie einen Raspberry Pi zu entwickeln.

In der Realität sieht es jedoch so aus, dass längst nicht alle Windows-Apps, die etwa für Windows 10 Mobile erhältlich sind, auch für Desktop-Geräte im Store zu finden sind. Entwickler müssen Apps nach wie vor für bestimmte Gerätetypen freigeben, damit diese sie aus dem Windows Store herunterladen können. So wird vermieden, dass etwa Nutzer einer Xbox One ein für sie nutzloses Programm für die Archivierung von ZIP-Archiven herunterladen können (oder ähnliche Beispiele).

Entwicklung von Windows-Apps

Moderne Windows-Apps auf Basis von Universal Windows Platform lassen sich in den Sprachen C#, Visual Basic .NET, Visual C++ sowie JavaScript entwickeln. Zusätzlich ist eine passende Entwicklungsumgebung notwendig. UWP-Apps werden seit Visual Studio 2013 Service Pack 2 aktiv unterstützt. Aus modernen Varianten von Visual Studio aus können Entwickler fertige Apps auch gleich debuggen und im Windows Store hochladen.

Die ehemaligen Grenzen von Windows-Apps spielen heute ebenfalls eine nur noch untergeordnete Rolle. So gibt es inzwischen Programme mit der Komplexität von Office 365 und allen darin enthaltenen Anwendungen (Word, Excel & Co.) auch als UWP-Variante im Windows Store. Auch moderne Spiele mit gewaltigen Ressourcenhunger sind verfügbar. Dies zeigt, dass die Plattform nicht auf „kleine“ Apps beschränkt ist, sondern auch hochkomplexe produktive Applikationen denkbar umzusetzen sind.

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Sicherheit der Windows-Apps

Im Bereich der Applikations-Sicherheit bieten Windows-Apps zahlreiche Vorteile gegenüber klassischen .exe-Anwendungen. Jede App, die der Nutzer aus dem Windows Store herunterlädt, läuft in einer eigenen Sandbox. Dadurch ist der Dateizugriff dieser Apps auf andere Daten auf dem System stark limitiert. Apps dieser Art können nicht ohne Wissen des Nutzers auf andere Apps, Daten oder Geräte innerhalb des Systems zugreifen. Die typische Verbreitungsart von Schadsoftware - ein unachtsamer Klick auf eine verdächtige .exe - ist somit schlicht nicht mehr möglich.

Die Programme können sich außerdem nicht mehr selbst in den Autostart eintragen oder permanent im Hintergrund laufen, obwohl der Nutzer den Schließen-Button betätigt hat. Man könnte Windows-Apps daher auch so bezeichnen, dass sie in ihrem Funktionsumfang jetzt von Natur aus limitierter sein müssen. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, hängt jedoch vom jeweiligen Nutzer ab. Die große Masse der Windows-Anwender wird von der zusätzlichen Sicherheit der Windows-Apps eher profitieren.

Zukunft der Windows-Apps

Aufgrund des extrem hohen Marktanteils von Windows auf produktiven Systemen ist davon auszugehen, dass in Zukunft weitere wichtige, komplexe Programme auch als Windows-App umgesetzt werden. Im Bereich der Smartphones mit Windows 10 Mobile ist der Zug für Microsoft wohl abgefahren, andere Systeme erfreuen sich jedoch hoher Beliebtheit - und das wird auch der Verbreitung von Windows-Apps zuträglich sein.

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