Definition „Package Manager“

Was ist eine Software-Paketverwaltung?

| Autor / Redakteur: HJL / Stephan Augsten

Package Manager ermöglichen eine komfortable Verwaltung von Software-Paketen auf Betriebssystemen.
Package Manager ermöglichen eine komfortable Verwaltung von Software-Paketen auf Betriebssystemen. (© Pimpak - stock.adobe.com)

Paket-Manager sind auch als Paketverwaltung oder Package Manager bekannt. Die Termini bezeichnen eine Sammlung von Werkzeugen für die komfortable Verwaltung von Computer-Software auf Betriebssystemen, insbesondere UNIX- und Linux-Derivaten.

Paketmanager sind insbesondere in der offenen GNU/Linux-Systemumgebung für freie Software vorzufinden. Sie bestehen aus einer Sammlung von Software-Tools und dienen der komfortablen Paketverwaltung von Software für den Betrieb auf Computersystemen. Die drei wesentlichen Funktionssäulen des Package Managers sind:

  • Installation
  • Aktualisierung
  • Deinstallation

Um eine reibungslose, automatisierte Verwaltung durch den Paketmanager sicherzustellen, liegen die zu verwaltenden Software-Programme in einer konfektionierten Paketform vor. Wie eingangs erwähnt, bestehen Paketmanager meist aus mehreren Tools, darunter beispielsweise ein Backend- oder Basisprogramm und Shell- oder GUI-basierte Frontend-Anwendungen wie YUM und DNF (Dandified YUM), APT, YaST, Smart u.v.m.

Funktionselemente der Paketverwaltung

Herzstück des Paketmanagers ist die Paket-Datenbank. Sie beinhaltet alle Informationen über installierte Softwarepakete. Die im klassischen Paketmanager residenten Pakete halten alle relevanten Dateninhalte in einer speziell gepackten Funktionsform vor. Folgende Datenpakete sind obligatorisch:

  • Binär-Programmdateien
  • Daten-Files
  • Konfigurationsdateien
  • Metadaten: Namen, Autoren, Abhängigkeiten, Funktion und definierte Arbeitsschritte zur Initialisierung eines Pakets.

Komplexe Anwendungen machen die Installation zahlreicher Pakete erforderlich. Der Komfort leistungsfähiger Package Manager besteht darin, sogenannte „Meta-Pakete“ zu erzeugen. Darunter versteht man virtuelle Pakete ohne eigentlichen Dateninhalt.

Ihr Inhalt besteht aus Definitionen von Abhängigkeiten der eingesetzten Pakete von Dritten, d. h. anderweitig verfügbaren Software-Einheiten. Die in der Paket-Datenbank vorgehaltenen Funktionsinhalte schaffen in ihrer Gesamtheit die Voraussetzungen für eine Dubletten-freie Installation, Aktualisierung und Deinstallation von Softwarepaketen.

Wichtigste Funktionen der Paketverwaltung

Die Konfektionierung der in einem Package Manager zu handhabenden Pakete obliegt dem Betriebssystem-Anbieter. In Linux Systemumgebungen zeichnen die Distributoren für Paket-Erstellung, Angebot und Pflege verantwortlich. Der Paketmanager stellt dank seiner strukturierten Paket-Datenbank die hier aufgelisteten Funktionen zur Verfügung:

  • Kontrolle der Datei-Prüfsummen als Nachweis für die Gültigkeit der installierten Software;
  • Prüfung der „digitalen Signatur“ als Software-Herkunftsnachweis;
  • Überprüfung des Software-Versionsstands;
  • Verwaltung von Abhängigkeiten, wenn die Funktion von zusätzlicher Software abhängt;
  • Erstellung von Binärpaketen.

Unterschiedliche Paketmanager für diverse Paketformate

Paketmanager haben ihren Ursprung in der Welt der Linux basierenden Betriebssysteme. Aber auch für das Windows Betriebssystem wurden Lösungen für die komfortable Paketverwaltung geschaffen.

Erste Lösungen für Linux Distributionen präsentierte das Softwarehaus Red Hat, das mit „RPM“ – Red Hat Package Manager – im Jahr 1997 erste Industrie-Standards setzte. Im Zuge der Verbreitung und Diversifikation wuchs auch die Zahl der verschiedenen Linux Distributionen mit zum Teil konkurrierenden Paketformaten.

Das Markt-Szenario beschreibt heute die hier aufgelisteten Distributionen und ihre Paketverwaltungs-Backends.

Dpkg (Debian Package Manager)

Debian

Kanotix

Knoppix

Linspire

Linux Mint

Ubuntu (inkl. Edubuntu, Kubuntu, Xubuntu)

RPM Package Manager

CentOS

Fedora (inkl. Core)

Mandriva

PCLinuxOS

Red Hat Enterprise Linux (RHEL)

SuSE / OpenSuSe

TurboLinux

ebuild

Gentoo

tgz

Slackware

Microsoft Paketmanager für Windows

In Anlehnung an Lösungen für die Paketverwaltung in Linux Betriebssystemen hat Microsoft einen Linux-ähnlichen Package Manager in sein Betriebssystem Windows 10 implementiert. Unter der Bezeichnung „Oneget“ schuf Microsoft eine eigene Paketverwaltung für die Powershell-Kommandozeile. Über dieses Werkzeug lassen sich Softwarepakete wie z. B. Mediaplayer oder Browser von Drittanbietern installieren.

Paketmanager und Paketverwaltung in der Zusammenfassung

Als Fazit lässt sich zusammenfassen, dass Paketmanager für die Paketverwaltung als eine Sammlung von Software-Werkzeugen zu betrachten sind. Datenbank-Strukturen schaffen eine komfortable Nutzerumgebung bei der Installation, Aktualisierung und Deinstallation von Software-Paketen.

Vielfältige Distributionen für Linux-basierte Computerplattformen führten zu einer Diversifizierung und zu Paketmanagern von spezifischem Zuschnitt. Auch im Microsoft Betriebssystem „Windows 10“ steht ein Paketmanager als „Kommandozeilen-Werkzeug“ zur Verfügung.

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