Definition „Graphical User Interface“

Was ist eine GUI?

| Autor / Redakteur: Gedeon Rauch / Stephan Augsten

Viele Geräte lassen sich heute so intuitiv bedienen, dass dem Anwender die Existenz der Benutzerschnittstelle(n) gar nicht mehr bewusst ist.
Viele Geräte lassen sich heute so intuitiv bedienen, dass dem Anwender die Existenz der Benutzerschnittstelle(n) gar nicht mehr bewusst ist. (Bild: fancycrave1 - Pixabay.com / CC0)

Wird heutzutage der Begriff „User Interface“ benutzt, so wird er meist synonym zum Graphical User Interface, kurz GUI, gebraucht. Die grafische Benutzerschnittstelle oder auch -oberfläche verbindet letztlich Software und Technik mit dem Menschen.

Die Benutzung eines Computers oder Smartphones ist heute so selbstverständlich, dass die Kluft zwischen Mensch und Maschine kaum noch bewusst wahrgenommen wird. Um dem Menschen die Bedienung von Programmen und Maschinen zu ermöglichen, braucht es allerdings ein passendes Interface.

Der Begriff „User Interface“ bezeichnet zunächst einmal nichts Anderes als eben diese Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Ziel der Schnittstelle ist es dabei stets, dem Menschen die Kontrolle über die Maschine in möglichst optimierter Form zu geben. Gleichzeitig sollen die maschinell erstellten Daten für den Menschen lesbar sein.

Warum das User Interface grafisch verstanden wird

Das User Interface wird auch Mensch-Maschinen-Interface genannt und wird aktuell technisch als grafische Schnittstelle (Graphical User Interface, GUI) ausgelegt. Dies ist bereits seit mehreren Jahrzehnten der Fall, seitdem der Personal Computer eine deutlich weitere Verbreitung hat als etwa schwere Maschinen.

Etwa seit den späten 1960ern nutzen Computer ein grafisches Interface, über das der User mithilfe der Tastaur und/oder einer Maus sowie eines Cursors interagiert. Über Fenster und Hypertext können Mensch und Maschine kommunizieren.

Kurz gefasst wurde das Interface am Computer WIMP genannt, Windows, Icons, Menus, Pointers. Trotz aller modernen Entwicklung wurde diese Form des User Interfaces am Computer mehr oder minder bis heute übernommen und auch Tablets und Smartphones orientieren sich grafisch an dieser Form der Schnittstelle.

Heute erscheint es mehr als selbstverständlich, dass Maschinen Bewegungen, Gesten und Tastendruck interpretieren können und die Sprache, die User und Computer im Umgang miteinander benutzen, ist intuitiv gehalten und kann leicht verstanden werden.

Vormalige Formen des Nutzer-Interfaces hingegen waren nur teilweise oder gar nicht vom Menschen lesbar und mussten wie eine Fremdsprache gelernt werden. Hierzu zählte etwa das – auch heute noch beim Codieren sowie unter Linux-Derivaten sehr gängige – Schreiben einzelner Kommandozeilen, das bis in die frühen 90er auch in vielen Haushalten noch weit verbreitet war.

Dieses entwickelte sich später zu einem textbasierten Interface. Dabei mussten Nutzer ihre Interaktionen immer noch aufschreiben, der Rechner war aber schon in Grundzügen der menschlichen Sprache mächtig.

Das Batch Interface, die erste Form der Mensch-Maschinen-Schnittstelle, war eine für Menschen kaum verständliche Form der Interaktion, in der Lochkarten ausgestochen werden mussten. Diese sehr stark codierte Form der Kommunikation wird gemeinhin als erstes User Interface zwischen Computer und Nutzer verstanden.

Ziele der graphischen Benutzerschnittstelle

Als Teil der Programmierung eines Systems oder einer App ist das User Interface der Punkt, den der Nutzer als erstes wahrnehmen wird und mit dem er/sie in Kontakt tritt. Um die Funktionalität eines Programms überhaupt nutzen zu können, sind User auf ein Interface angewiesen, das sie beeinflussen und mit dem sie umgehen können, ohne es eigens zu lernen.

Hier spricht man auch von einem nutzerzentrierten Ausrichtung, welche den Menschen in den Mittelpunkt des Designs rückt und einen visuellen Aufbau bietet, der einen leichten Zugriff auf alle Funktionen bietet. Im Gegenzug muss auch die Applikation über das GUI kommunizieren, welche Vorgänge für den Nutzer relevant sind und – auch dies gehört zum User Interface – irrelevante Vorgänge aussortieren und diese eigenständig im Hintergrund abarbeiten, ohne den Nutzer zu stören.

Was unter einem gut designten Graphical User Interface verstanden wird, ist dabei verschiedenen Modeströmungen unterworfen und hängt auch von den gewünschten Nutzern ab. Für die meisten User ist ein Zugriff auf Hardware- und Kernel-Vorgänge weder nötig, noch gewünscht. Für Open-Source-Anwendungen kann dies aber durchaus relevant sein.

Fortgeschrittene Programme können etwa Übersichtlichkeit durch Minimalismus gewinnen und gewähren den Anwendern so einen besseren Überblick. Dies geht allerdings auf Kosten der auf einen Klick erreichbaren Funktionen.

Apps, die auf dem Smartphone auch weniger Technik-affine User erreichen wollen, müssen hingegen auf den ersten Blick lesbar sein und brauchen eine klare Bildsprache. Hierzu greifen diese meist auf eine kulturelle Semiotik zurück und sprechen über Zeichen (wie den Telefonhörer oder ehemals die Diskette als Speichersymbol). Diese Art der Kommunikation zu perfektionieren, ist das Ziel des Graphical User Interface – schließlich soll dieses so einfach zugänglich sein wie möglich, muss aber gleichzeitig auch die Nutzung eines komplexeren Programms ermöglichen.

Wenn Menschen und Maschinen in Bildern sprechen

Das User Interface ermöglicht dem Nutzer überhaupt erst eine sinnvolle Interaktion mit einer Maschine und hilft dem Menschen, die sprachliche Lücke zwischen ihm und dem Computer zu überbrücken. Dies geschieht heutzutage für User unterbewusst und hat sich seit den ersten grafischen Interpretationen am PC und dem WIMP-System kaum verändert. Vom Bankautomaten bis hin zum Smartphone ist das grafische Interface der Übersetzer zwischen Code und Kommando.

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