Definition „Web-Haken“ Was ist ein Webhook?

Autor / Redakteur: zeroshope / Stephan Augsten

Webhooks sind ein Verfahren, um Webserver direkt miteinander kommunizieren zu lassen, die dies eigentlich nicht können. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Dienste intelligent koppeln. Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei ausgesprochen vielfältig.

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Ein Webhook erlaubt es Servern und Web-Services, Ereignis-basiert miteinander zu kommunizieren und automatisierte Aufrufe zu tätigen.
Ein Webhook erlaubt es Servern und Web-Services, Ereignis-basiert miteinander zu kommunizieren und automatisierte Aufrufe zu tätigen.
(Bild: Markus Spiske / Pexels )

Ein Webhook kommt in verteilten Systemen sowie in Nachrichten-orientierter Middleware zum Einsatz. Es handelt sich um einen nicht-standardisierten Kommunikationsprozess. Gängig dient dieser dazu, Webserver miteinander reden zu lassen, die dies aufgrund unterschiedlicher Sprachen eigentlich nicht können.

Damit erklärt sich auch der Name: Im Netz werden Maschinen miteinander „verhakt“. Ihren Mehrwert beweisen Webhooks in doppelter Hinsicht: Erstens können sie Webdienste intelligent miteinander verbinden, die über die Server (oder die Middleware) laufen. Zweitens brauchen sie keine spezialisierten Schnittstellen.

Typische Anwendungsbereiche von Webhooks

Webhooks kommen typischerweise in den folgenden vier Bereichen zur Anwendung:

Ereignisbenachrichtigung: Beispielsweise informiert der Webhook den Nutzer darüber, dass eine Nachricht über den Facebook-Messenger eingegangen oder ein neues Video auf einem abonnierten Youtube-Kanal online genagen ist.

Ereignisauslösung: Es können z.B. Webhooks eingerichtet werden, die Telefonanrufe auslösen. Hierbei handelt es sich um ein gängiges Notfallsysteme, das Betreiber von Webseiten nutzen, um informiert zu werden, wenn diese nicht mehr online sind.

Weiterleitung von Daten (Pipes): Nutzer erhalten beispielsweise E-Mail-Benachrichtigungen, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt (z.B. Posting eines neuen Beitrags eines Freundes auf Facebook).

Kommunikation zwischen einer Webseite und Plugins bzw. Apps.

Diese Anwendungsbereiche zeigen, dass die Einsatzmöglichkeiten ausgesprochen vielfältig sind. In den ersten Fällen spricht man etwas genauer auch vom Event Hook. Webhooks sind in den Zeiten unverzichtbar geworden, in denen mobile Anwendungen, klassische Programme und zahllose Webdienste miteinander kommunizieren müssen.

Die technische Funktionsweise von Webhooks

Technisch betrachtet ist ein Webhook nichts anderes als eine URL-Adresse. Diese lässt sich sogar über den Browser aufrufen. Sie wird in eine Software oder eine Anwendung über das passende Protokoll bzw. die entsprechende Sprache eingefügt (z.B. via PHP, Javascript, Bash). Der URL wird vom Programm ein Befehl zugewiesen. Dieser stammt aus den oben vorgestellten Bereichen.

Anschließend dient die URL für eine http-Anfrage, die der andere Webserver bzw. der Dienst sendet, der diesen betreibt. Die Anfrage erfolgt mit einer spezifischen Payload (d.h. mit den Nutzdaten, die für die Umsetzung der Anfrage notwendig). Gängig befinden sich diese im JSON-Format, da dieser Standard auch von Menschen lesbar und deshalb besonders einfach kontrollierbar ist.

Konfigurationsmöglichkeiten für Nutzer

Viele Betriebssysteme (sowohl mobil wie auch für klassische Rechner) delegieren einen Teil der Konfigurationsmöglichkeiten von Webhooks an die Anwender. Diese wissen dabei in der Regel nicht einmal, dass sie entsprechende Einstellungen für ein Serverkommunikationsverfahren vornehmen. Dies betrifft beispielsweise im Smartphone, ob (und falls ja, in welcher Form) Ereignisbenachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm angezeigt werden dürfen. Die Webhooks bieten so zugleich eine elegante Lösung, um die Nutzerfahrung zu verbessern.

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