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Definition „Benutzerschnittstelle (UI)“ Was ist ein User Interface?

| Autor / Redakteur: chrissikraus / Stephan Augsten

Mensch und Maschine sprechen nicht dieselbe Sprache, als Vermittler dient das User Interface. Denn wir denken in eher abstrakten Konzepten, während eine Maschine nur mit konkreten Anweisungen etwas anfangen kann.

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Die grafische Benutzerschnittstelle ist nur eine von vielen Möglichkeiten, mit Maschinen zu kommunizieren.
Die grafische Benutzerschnittstelle ist nur eine von vielen Möglichkeiten, mit Maschinen zu kommunizieren.
(Bild: Lalmch - Pixabay.com / CC0 )

Natürliche Sprache und Maschinensprache unterscheiden sich stark voneinander. Deshalb brauchen wir etwas, um zwischen Mensch und Maschine zu vermitteln: eine Benutzerschnittstelle, auch User Interface oder UI genannt. Das kann etwas ganz Simples wie ein Lichtschalter sein. Oder etwas Komplexes wie die Spracheingabe von Smart-Home-Geräten, die per Sprachbefehl das Licht ein- und ausschalten.

User Interface für Software

Bei Software ist mit der Benutzerschnittstelle häufig die grafische Oberfläche einer Anwendung gemeint, auch Graphical User Interface bzw. GUI. Die Funktionen und Ergebnisse eines Programms werden grafisch dargestellt, sodass Benutzer möglichst einfach damit arbeiten können.

Per Klick oder Tastendruck können bestimmte Funktionen der Software ausgeführt werden, ohne dass der Nutzer weiß, was eigentlich im Hintergrund geschieht oder welche Informationen das Programm für eine Berechnung aus Datenbanken und Eingaben heranzieht. Die Maschine liefert wiederum das Ergebnis grafisch aufbereitet zurück.

Ziel ist es, die Verwendung der Software so unkompliziert wie möglich zu machen und den Nutzer nicht mit unnötigen Informationen zu überladen. Die heutige grafische Benutzerschnittstelle ist eine Weiterentwicklung der sogenannten Eingabemaske, bei der die Navigation und das Absetzen von Befehlen über einzelne Tasten realisiert wurden. Die Kommandozeile selbst zählt als eigene Art der Benutzerschnittstelle.

Verschiedene Formen der Bedienung

Eine Taste zu drücken oder etwas mit der Maus anzuklicken ist eine Möglichkeit, mit Software und Hardware zu kommunizieren. Aber nicht immer ist ein Bildschirm vorhanden, wenn man mit Software interagiert. Viele Anwendungen lassen sich heutzutage per Sprache steuern: Smartphones und viele Smart Home Geräte reagieren auf gesprochene Befehle und antworten ihrerseits häufig selbst mit Sprachausgabe.

Ein User Interface kann auch mit verschiedenen Ein- und Ausgabemethoden zugleich arbeiten, um zwischen Mensch und Maschine zu vermitteln. Man könnte zum Beispiel etwas diktieren und die Spracherkennung des Smartphones wandelt das Gesprochene in einen Text um und zeigt diesen auf dem Display an.

User Interface bestimmt die Nutzererfahrung

Die Art, in der das User Interface Informationen und Funktionen verfügbar macht, entscheidet darüber, wie nützlich die Software einem Benutzer erscheint. Ein Programm kann enorm leistungsfähig und elegant sein, aber eine furchtbar unübersichtliche grafische Oberfläche besitzen, die den Nutzer verwirrt und frustriert.

Solch ein Programm bietet eine schlechte Nutzererfahrung und wird als negativ bewertet, obwohl es alle nötigen Funktionen erfüllen könnte; die Schnittstelle zwischen Mensch und Software hat praktisch versagt. Deshalb ist es wichtig, ausreichend Zeit und Planung in das User Interface zu investieren. Man muss sich seiner Zielgruppe bewusst sein und deren Vorkenntnisse in Betracht ziehen.

Software und Hardware, die von quasi jedermann bedient werden soll, erfordert daher eine möglichst simple und intuitive Benutzerschnittstelle. Niemand muss wissen, was ein Stromkreis ist, um eine Lampe einzuschalten: Selbst Kleinkinder verstehen, dass der Lichtschalter gedrückt werden muss, damit die Glühbirne leuchtet.

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