Definition „Software Development Kit“

Was ist ein SDK?

| Autor / Redakteur: chrissikraus / Stephan Augsten

Über ein SDK stellt ein Software-, Service- oder Hardware-Anbieter hilfreiche Tools und Dokumentationen für Entwickler bereit.
Über ein SDK stellt ein Software-, Service- oder Hardware-Anbieter hilfreiche Tools und Dokumentationen für Entwickler bereit. (Bild: falconp4 - Pixabay.com / CC0)

In einem Software Development Kit, kurz SDK, finden Entwickler viele hilfreiche Ressourcen, die sie zur Erstellung einer Software mittels einer bestimmten Technologie benötigen: Dokumentationen, Werkzeuge, Bibliotheken und auch Beispiele.

Egal ob Firmware oder Smartphone-App: Wer Software für eine bestimmte Plattform entwickeln möchte, muss zuvor einige Dinge wissen – zum Beispiel welche Schnittstellen der Hersteller zur Verfügung stellt und wie mit ihnen gearbeitet werden kann. Viele Hersteller geben deshalb umfangreiche Software Development Kits (SDKs) für ihre Produkte heraus. Sie enthalten eine Sammlung an nützlichen Werkzeugen und Ressourcen, welche Entwicklern die Arbeit erleichtern sollen.

Alle wichtigen Ressourcen in einem Paket

Der genaue Inhalt eines SDK kann von Fall zu Fall sehr stark variieren, da er je nach Materie unterschiedlich komplex ausfällt. Meistens enthält das Kit mindestens die nötigen APIs für ein bestehendes System und Dokumentationen, die dem Entwickler Auskunft über verfügbare Schnittstellen oder den allgemeinen Aufbau geben. Mithilfe dieser Informationen erfährt der Entwickler, ob und wie seine Idee in das bestehende System integriert werden kann.

Hin und wieder sind auch Beispiele und kleine Testprojekte enthalten, die mögliche Anwendungen des SDK beleuchten oder den Einstieg in die Materie erleichtern. Manchmal sind zudem bestimmte Bibliotheken notwendig, damit die neue Software mit dem bestehenden System zusammenarbeiten kann oder spezielle Zusatzfunktionen verfügbar werden. Einige Szenarien erfordern außerdem besondere Tools oder spezielle Treiber, damit man neue Software für die Komponenten des Herstellers entwickeln kann.

Häufig stellen Hersteller SDKs für ihre Hard- oder Software kostenfrei zur Verfügung. Die Absicht dahinter ist, interessierten Entwicklern das Programmieren von Plug-ins oder Apps für das System möglichst einfach zu machen. Durch die so entstehende Vielfalt an Anwendungen gelingt es schließlich, den Mehrwert für Endnutzer zu steigern.

Ein simples Beispiel sind Smartphones: Ohne die zahlreichen Apps von Drittanbietern wären die smarten Mobiltelefone deutlich weniger vielseitig. Deshalb stehen für alle gängigen Smartphone-Plattformen SDKs zur Verfügung, mit denen ambitionierte Programmierer ihre Ideen realisieren und veröffentlichen können.

IDE zum SDK

Gelegentlich gehört im weitesten Sinn auch eine dedizierte Entwicklungsumgebung zum SDK. Wer native Apps für Android-Smartphones entwickeln möchte, kann hierfür zum Beispiel Android Studio verwenden. Die IDE wird speziell für die Entwicklung von Apps für Android angeboten.

Neben den nötigen technischen Ressourcen stellt sie viele Komfortfunktionen bereit, die die Arbeit unterstützen. Dazu gehören unter anderem Code-Vervollständigung, ein visueller Oberflächendesigner, ein Emulator für viele gängige Android-Smartphones inklusive Simulation verschiedener Sensoren sowie Werkzeuge zum Testen und Analysieren des Codes. Alternativ könnte man das Android SDK auch separat nutzen, um in einer anderen IDE wie Eclipse Apps für Android zu entwickeln, müsste dann aber auf die dedizierten Komfortfunktionen verzichten.

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