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Definition „Software Patch“ Was ist ein Patch?

Autor / Redakteur: Blue Floyd / Stephan Augsten

Durch einen Software-Patch ist es möglich, Applikationen im Nachhinein um Fehler zu bereinigen oder neue Features hinzuzufügen. Doch wie funktioniert das Bugfixing und wann kann das Patch-Management automatisiert werden?

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Software Patches ermöglichen es, nachträglich Fehlerbereinigungen und Funktionerweiterungen einzuspielen.
Software Patches ermöglichen es, nachträglich Fehlerbereinigungen und Funktionerweiterungen einzuspielen.
(Bild: Markus Spiske - Pexels.com / bearbeitet / CC0 )

Die Veröffentlichung von Software-Patches durch den Entwickler ist zunächst einmal kein Zwang; jedoch wird von den meisten Käufern der Anwendungen erwartet, dass zumindest schwerwiegende Fehler behoben werden.

Die Verteilung der Software Patches geschieht heute meist automatisch durch eine Funktion im Programm. Früher mussten Anwender gezielt .exe-Dateien herunterladen, um das installierte Programm zu flicken – daher auch der Name „Patch“.

Was zeichnet einen Software Patch aus?

Ein Patch für eine Applikation kann nur wenige Kilobyte groß sein, er kann aber auch Größenordnungen von mehreren Gigabyte erreichen – beispielsweise im Fall von aufwendigen Spielen, die um neue Inhalte erweitert werden. Dadurch variiert auch die Installationsdauer: Wenige Sekunden sind ebenso denkbar wie eine Installation über mehrere Minuten oder Stunden.

Exakt definiert ist der Begriff eines Patches nicht: Theoretisch wäre auch die Veröffentlichung eines großen Updates für Betriebssysteme ein Patch, da Fehler behoben und Funktionen hinzufügen werden. Dennoch spricht man in diesem Fall von Service Packs, OS-Updates oder ähnlichen Begriffen. Einige Entwickler bezeichnen ihre Patches dementsprechend auch als Updates. Im Kern sind sie jedoch identisch.

Veränderungen durch den Software Patch

Damit der Anwender nachvollziehen kann, was sich durch einen Patch genau an der jeweiligen Applikation ändert, werden die Updates von einem Changelog (auch Change Log) begleitet. In diesen Textdateien ist zu finden, welche Fehler behoben oder – wenn vorhanden – welche Features hinzugefügt werden. Die Veröffentlichung eines Changelogs durch den Entwickler ist nicht vorgeschrieben. Es kann daher auch sein, dass ein Software Patch komplett ohne Changelog veröffentlicht wird.

Ebenso wenig ist die Informationsdichte im Changelog geregelt. Einige Entwickler gehen sehr detailliert vor und beschreiben jeden behobenen Bug und jedes neue Feature im Detail. Andere Softwarehersteller erleichtern sich die Arbeit und schreiben nur von „diversen Fehlerbehebungen“. Für den versierten Nutzer ist erstere Variante offensichtlich besser geeignet.

Notwendigkeit des Updates

Nicht jeder Software Patch muss zwingend eingespielt werden. Gerade kleinere Applikationen und Tools von einzelnen Entwicklern, die keine umfangreiche Support-Arbeit leisten müssen, bieten häufig vollständig optionale Patch-Installationen an. Theoretisch ist es dann möglich, auch Jahre später eine Version eines Programms zu nutzen, die keinerlei Patches beinhaltet. Empfehlenswert ist dies vor allem aufgrund von eventuellen Sicherheitslücken jedoch nicht.

Andere Programme schreiben die Installation von Patches zwingend vor und stellen andernfalls ihre Arbeit komplett ein. Die besten Beispiele sind Spiele, die eine Online-Komponente beinhalten. Anwender, die einen neuen Patch nicht installieren, können häufig nicht mehr auf den Spielinhalt zugreifen. Bei produktiven Applikationen ist dies seltener der Fall. Sehr wohl kann jedoch der Support für ältere Versionen eines Programms eingestellt werden, was gerade im Unternehmensumfeld aufgrund von schweren Sicherheitslücken kritisch zu betrachten ist.

Versionsangaben in Software Patches

Um die aktuelle Version eines Programms von vorangegangenen Versionen zu unterscheiden, werden diese nummeriert. Ein Software Patch hebt somit die Programmversion beispielsweise von 1.0.0 auf 1.0.1 an. Das Schema der Nummerierung ist jedoch nicht vorgegeben. Denkbar wäre auch ein Sprung auf 1.1, 1.0.0a oder auch direkt auf Version 2.0.

Aktuelle Internetbrowser haben sich größtenteils von dieser Art der Nummerierung verabschiedet und setzen nur noch auf ganze Zahlen. Letztendlich soll die steigende Versionsnummer nur ausdrücken, dass es sich um eine aktuellere Version handelt. Der Sprung hinsichtlich Fehlerbehebung und neuen Features von Version 1.0 auf 1.1 kann durch das uneinheitliche Schema daher größer sein als von 1.0 auf 2.0.

Verteilung von Software Patches

Heute werden Patches meist direkt innerhalb des Programms heruntergeladen. Die Applikation ist permanent mit dem Internet verbunden und prüft, ob auf den Servern eine neue Version bereitliegt. Ist dies der Fall, wird entweder automatisch installiert oder das Programm fragt den Nutzer nach der weiteren Vorgehensweise. Die genauen Details der Art und Weise der Installation legt der Nutzer innerhalb der Applikation fest.

Die manuelle Installation ist bei den meisten Programmen ebenfalls möglich. Dazu muss der Anwender die neue Version der Applikation herunterladen und installieren. Dies ist sinnvoll auf Geräten, die etwa aus Sicherheitsgründen nicht mit dem Internet verbunden sind.

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