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Definition „Namensraum“ Was ist ein Namespace?

| Autor / Redakteur: chrissikraus / Stephan Augsten

Namespaces erlauben es dem Entwickler, ausgewählte Typen bei der Programmierung miteinander zu gruppieren und mehrfach benötigten Code in Module auszulagern. Dadurch wird der Code insgesamt übersichtlicher und besser strukturiert.

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Da der Namensraum beim Zugriff auf ein Codeelement immer mit angegeben werden muss, kann der Entwickler bestimmte Bezeichner mehrfach verwenden.
Da der Namensraum beim Zugriff auf ein Codeelement immer mit angegeben werden muss, kann der Entwickler bestimmte Bezeichner mehrfach verwenden.
(Bild: TeroVesalainen / Pixabay )

Ein Namespace oder Namensraum ist ganz allgemein gesprochen eine Möglichkeit, um ausgewählte Elemente eines Codes (z. B. einige Klassen) in einem eigenen Container zu gruppieren. Diese Container können nach Belieben ausgelagert und in anderen Teilen eines Programms referenziert werden.

Namespaces werden nicht nur von Entwicklern selbst genutzt, sondern sind auch stark in Frameworks von Drittanbietern vertreten: .NET und Co. gruppieren den gesamten Funktionsumfang in vielen unterschiedlichen Namespaces, um die teils überwältigende Masse an Klassen und Funktionen nachvollziehbar zu organisieren.

Gruppierung zusammenhängender Elemente

Mit Namensräumen ist es möglich, die Elemente des Codes an einer gemeinsamen Stelle zu gruppieren, welche zusammengehören. So können in einem Programm z. B. alle Funktionen, die der Berechnung dienen, sauber von denjenigen getrennt werden, welche für Datenbankzugriffe oder Darstellungen an der Oberfläche zuständig sind. Diese Gruppierung macht Code übersichtlicher, leichter nachvollziehbar und einfacher aufzufinden.

Mit Namespaces ist es darüber hinaus möglich, eine hierarchische Struktur aufzubauen. .NET gruppiert z. B. alle Systemfunktionen, die mit Ein- oder Ausgabe zusammenhängen, im Sub-Namespace System.IO. Auf diese Weise wird es für Entwickler einfacher, sich den passenden Namensraum für eine spezifische Aufgabe zu merken.

Modularisierung von Code

Namespaces ermöglichen es dem Entwickler, sein Projekt modular aufzubauen und bestimmte Aspekte in eine eigene Datei auszulagern, z. B., weil es sich um mehrfach benötigten Code handelt. Dies macht den Programmcode übersichtlicher und hilft z. B. dabei, die mehrfache Implementierung von Funktionen zu vermeiden. Außerdem erleichtert Modularisierung die Aufteilung der Arbeit unter mehreren Entwicklern.

Namenskonflikte vermeiden

Ein weiterer Vorteil von Namespaces ist, dass Entwickler mehr Freiraum bei der Benennung ihrer Funktionen, Klassen oder Variablen haben. Durch die Gruppierung in einem Namespace sind diese Elemente immer im Kontext ihres Namensraumes zu verstehen.

In Namespace A und Namespace B könnten also beispielsweise zwei identisch benannte Klassen eingeführt werden, ohne dass es im Code zu einem Namenskonflikt kommt. Denn sollen die entsprechenden Klassen verwendet werden, muss bei der Deklaration angegeben werden, aus welchem Namespace sich der Entwickler gerade bedienen möchte.

Die Elemente sind damit trotz identischer Namensgebung eindeutig zu unterscheiden. Der Entwickler muss nicht streng darauf achten, einzigartige Namen zu wählen, was gerade bei umfangreichen Projekten eine große Erleichterung ist. Lediglich innerhalb eines Namespaces müssen alle Namen eindeutig sein.

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