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Definition „Ereignisbehandlung“ Was ist ein Event Handler?

Autor / Redakteur: chrissikraus / Stephan Augsten

Mit einem Event Handler kann ein Softwareentwickler genau steuern, was im Programm geschehen soll, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Die auslösenden Events können dabei unterschiedlichen Ursprungs sein, oft werden sie aber durch die Interaktion des Anwenders ausgelöst.

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Soll eine Software auf Zustandsänderungen reagieren, müssen die jeweiligen Aktivitäten – wie beispielsweise Eingaben durch den User – permanent überwacht werden.
Soll eine Software auf Zustandsänderungen reagieren, müssen die jeweiligen Aktivitäten – wie beispielsweise Eingaben durch den User – permanent überwacht werden.
(Bild: Emmanuel / Unsplash)

Events oder Ereignisse treten es an den unterschiedlichsten Stellen in einer Software auf, z. B., wenn ein Nutzer auf einen Button klickt, den Mauszeiger bewegt oder etwas in ein Textfeld schreibt. Event Handler haben die Aufgabe, diese Events zu erkennen und daraufhin eine vorbestimmte Aktion auszuführen, z. B. den Inhalt eines Textfeldes zwischenzuspeichern, sobald der Nutzer diesen verändert.

Ereignisorientierte Software

Programme, die nicht linear nach immer dem gleichen Schema ablaufen und auf Eingaben und Verhalten des Nutzers - oder allgemein gesagt auf Zustandsänderungen - reagieren, arbeiten mit Ereignissen. Das bedeutet, dass an manchen Stellen des Programms damit gerechnet wird, dass ein bestimmtes Ereignis eintreten könnte.

Entsprechend müssen Entwickler eine Möglichkeit vorsehen, wie der Programmcode mit diesen Ereignissen umgehen kann. Hierfür muss im Programmcode zunächst überwacht werden, ob und wann ein vorbestimmtes Ereignis eintritt. Wird festgestellt, dass ein solches Event ausgelöst wurde, kann anschließend die zugehörige Funktionalität oder Routine ausgeführt werden.

Schnittstelle zwischen Code und Ereignissen

Event Handler werden am häufigsten dazu verwendet, um eine Verbindung zwischen Elementen aus der grafischen Benutzeroberfläche und dem Code im Hintergrund herzustellen. So haben Programmierer die Möglichkeit, direkt auf die Eingaben des Benutzers oder auch auf andere Events zu reagieren. Außerdem erlaubt die Arbeit mit Event Handlern Programme, die spontan und dynamisch auf Events reagieren können, statt aktiv auf ein bestimmtes Ereignis zu warten und damit Ressourcen zu blockieren.

Beispiele

  • Die Validierung für ein Passwortfeld in einem Formular wird erst dann ausgelöst, wenn der Nutzer etwas in das zugehörige Textfeld eingegeben und das Feld anschließend wieder verlassen hat.
  • Erst dann, wenn ein Nutzer auf die Schaltfläche „Datum auswählen“ klickt, soll das Programm ein Steuerelement für die Datumsauswahl anzeigen.
  • Bereits während der Nutzer einen Text in ein Textfeld eingibt, wird mit jedem neu geschriebenen Zeichen geprüft, ob der Inhalt die maximal zulässige Anzahl an Zeichen überschreitet.
  • Wenn ein Nutzer eine vorbestimmte Taste oder Tastenkombination eingibt, soll ein zuvor festgelegtes Ereignis ausgelöst werden, z. B. der Wechsel auf eine bestimmte Ansicht.

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