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Definition „Datenflussplan“ Was ist ein Datenflussdiagramm?

| Autor / Redakteur: zeroshope / Stephan Augsten

Datenflussdiagramme dienen dazu, um den Weg von Informationen in Prozessen oder Systemen zu veranschaulichen. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn Beschreibungen durch Worte nicht ausreichen. Die Zukunft der Diagramme ist allerdings wacklig.

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Ein einfaches Datenflussdiagramm.
Ein einfaches Datenflussdiagramm.
(Bild: DataFlowDiagram Esempio1 / DataFlowDiagram Esempio1 / Ilario / CC BY-SA 3.0 / CC BY-SA 3.0)

Ein Datenflussdiagramm (DFD, auch: Datenflussplan) ist ein Werkzeug, das zur Visualisierung entwickelt wurde. Es soll den Informationsfluss in IT-Systemen und -Komponenten, meist Datenbanken und Anwendungen, verdeutlichen. Die Idee ist, dass in bestimmten Fällen einfache Symbole wie Kreise, Rechtecke und Pfeile effizienter den Weg der Daten darstellen können als Worte.

Populär wurden die Diagramme in den 1970er Jahren durch den Aufstieg der Computer. In ihrem Buch „Strukturiertes Design“ stellten die beiden Experten Ed Yourdan und Larry Constantine das DFD als ideale Visualisierungsinstrument im Computing-Bereich vor. Yourdan entwickelte das Prinzip später gemeinsam mit Peter Coad zur „objektorientierten Analyse- und Designmethode für Systeme“ weiter.

Aufbau eines Datenflussdiagramms

Ein DFD besteht aus vier Elementen:

Externe Entität: Diese gibt Daten in das System bzw. den Prozess ein. Die Entität kommuniziert mit dem System. Das gängige Beispiel in der heutigen Zeit ist das Internet. Die externen Entitäten sind auch als Akteure, Quellen, Senken, Datenbasis sowie Terminatoren bekannt.

Prozess: An dieser Stelle wird es etwas kompliziert. Wie erwähnt sollen DFDs Prozesse verdeutlichen. Dieser Prozess als Bestandteil des Diagramms ist damit allerdings nicht gemeint. Vielmehr geht es hier um Subprozesse, durch die Daten geändert oder strukturiert werden. Im Großprozess Online-Banking wäre ein solcher Unterprozess beispielsweise der Befehl „Überweisung“. Der Kontostand (Datensatz) wird geändert.

Datenspeicher: Hier werden Informationen zur späteren Kontrolle oder Verwendung abgelegt. Eine Software erstellt hierfür beispielsweise einen Ordner, der auf der Festplatte oder in der Cloud gesichert werden. In Online-Shops sind die Menüpunkte, die bisherige Bestellungen anzeigen, ebenfalls entsprechende Datenspeicher.

Datenfluss: Der Weg, den die Informationen zwischen der Entität, dem Prozess/ den Prozessen sowie dem Datenspeicher/ den Datenspeichern nehmen.

Diese Symbole werden gängig verwendet

Es gibt zahlreiche Symbolsysteme für DFDs. Die bekanntesten Vorschläge stammen von Yourdon und Coad sowie von Gane und Sarson. Beide Modelle stellen den Datenfluss über Pfeile dar. Datenspeicher werden durch eine Route symbolisiert. Die externe Entität ist in beiden Fällen ein Rechteck. Ein unterschiedliches Modell wählen die Modelle für die Prozesse. Yourdan und Coad visualisieren diese durch einen Kreis. Gane und Sarson wählen erneut ein Rechteck, das in der Mitte einen Strich hat, der es zu halbieren scheint.

Grundsätzlich gibt es keine Vorgabe darüber, welches Symbolsystem zu wählen ist. Stattdessen sollen die Symbole nur konsequent angewendet werden - ihre Bedeutung darf sich auf einem DFD nicht ändern. Jedem Datenflussdiagramm ist deshalb eine Legende beizufügen.

Die Diagramme können unterschiedliche Ebenen oder Schichten haben. Diese werden nebeneinander gezeichnet und durchnummeriert. Eine Besonderheit ist dabei bei Ebene 0 zu berücksichtigen. Dabei handelt es sich um ein Kontextdiagramm, das einen grundlegenden Überblick bietet. Die detaillierte Aufschlüsselung folgt dann auf den weiteren Ebenen.

Hat das DFD für Software-Lösungen ausgedient?

Obwohl das Datenflussdiagramm grundsätzlich für die Visualisierung des Informationsflusses in Software geeignet ist, kommt es dafür immer weniger zum Einsatz. Die entsprechenden Anwendungen haben sich interaktiven, oftmals in Echtzeit stattfindenden oder auf große Datenbanken vertrauenden Lösungen weiterentwickelt. Hier stößt die Darstellungsfähigkeit der Diagramme an ihre Grenzen.

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