Definition „Data Migration“ Was ist Datenmigration?

Autor / Redakteur: Gedeon Rauch / Stephan Augsten

Datenmigration ist ein Prozess, der in verschiedensten Szenarien notwendig werden kann. Hierzu gehören der Wechsel von Speichersystemen ebenso wie das Umstellen einer Datenbank. Dieser Überblick verrät, wie Data Migration funktioniert.

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Um eine Geschäftspause zu vermeiden, sollten während einer Datenmigration die Prozesse und Anwendungen in Betrieb bleiben.
Um eine Geschäftspause zu vermeiden, sollten während einer Datenmigration die Prozesse und Anwendungen in Betrieb bleiben.
(Bild: knssr - stock.adobe.com)

Jedes Mal, wenn Daten von einem System in ein anderes übertragen werden müssen, kommt es zu einer Datenmigration. Dies ist nicht ausschließlich beim Wechsel des Systems notwendig, sondern auch beim Wechsel des Formats. Jeder Datenmigrationsprozess kann grob heruntergebrochen werden auf drei unterschiedliche Aufgaben: Extrahieren, Transformieren und Laden.

Folgerichtig wird die Datenmigration (Data Migration) auch als ETL-Prozess bezeichnet. Dass die Datenmigration in der Praxis doch oftmals schwieriger ist, als die einfache dreistufige Zusammensetzung es vermuten ließe, liegt an unterschiedlichen Faktoren. So gilt es z. B., die Datenintegrität aufrecht zu erhalten, bei einem Formatwechsel die Datenqualität auf gleichem oder höherem Niveau zu halten und Ausfallzeiten zu minimieren.

All diese qualitativen Aspekte der Data Migration werden dann mit den Migrationskosten abgewogen. Besonders kritisch ist dabei die Notwendigkeit, Prozesse und Anwendungen weiter im Betrieb zu halten, da eine Datenmigration ansonsten für Unternehmen eine Geschäftspause bedeuten würden.

Welche Arten der Datenmigration gibt es?

Je nachdem, welche Daten von welchen Quellen umgesiedelt werden, sprechen wir von unterschiedlichen Arten der Datenmigration.

  • Datenbankmigration: Bei dieser Form der Data Migration werden entweder ganze Datenbankmanagementsysteme verschoben oder aber Daten von einer in eine andere Datenbank übertragen. Aufbau und Sortierung der Daten können hierbei völlig neu strukturiert werden.
  • Speichermigration: Diese Storage Migration nimmt Daten von einem Speicher und überträgt sie auf ein anderes Speichersystem. In der Praxis kann es hier zu Komplikationen kommen, wenn Daten für neue Speichersysteme angepasst werden müssen.
  • Cloud-Migration: Die Cloud-Migration ist ein doppeldeutiger Begriff, der sowohl den Umzug der Daten von unternehmensinternen Speicherlösungen in die Cloud als auch den Datentransfer zu einem neuen Cloudsystem umfasst.
  • Anwendungsmigration: Die Anwendungsmigration kann alle drei oben genannten Prozesse umfassen und bezeichnet das Verschieben von Anwendungen in eine neue IT-Umgebung.
  • Systemmigration: Werden Ressourcen in eine andere Softwareplattform verschoben oder in eine neue Hardwarestruktur migriert, so ist von Systemmigration die Rede. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Hardware bei On-Premises-Lösungen aktualisiert wird, das zu Grunde liegende System aber gleich bleibt.

Die Datenmigration in der Praxis – so gehen Unternehmen vor

Bei der Datenmigration kann es auf Unternehmensebene zu kostspieligen Problemen kommen. Lassen sich Daten etwa nicht oder nur fehlerhaft übertragen, kommt es im Zielsystem zu Fehlern. Auch eine unvollständige Migration oder ein zu langsamer Prozess sind neuralgische Punkte bei der Data Migration.

Die Datenmigrationsstrategie

Unternehmen, die ihre Datenbanken umstellen, sollten nicht unnötig viel Zeit beim Datenmigrationsprozess verlieren. Die Software ist aber nur einer von mehreren Faktoren bei der Data Migration.

Noch vor dem Einsatz von geeigneten ETL-Tools sollten Unternehmen eine Datenmigrationsstrategie entwerfen oder entwerfen lassen. Nur wenn Quellen und Ziele ausreichend abgeglichen sind, kann die gewählte Software wirklich effizient eingesetzt werden.

In dieser Planungsphase sollte auch ausgearbeitet werden, wie die Arbeit mit dem Zielsystem letztlich aussehen soll und welche Daten nicht einbezogen werden sollen.

Der Datenmigrationsplan

Im anschließenden Plan wird dann technisch konkreter umrissen, welche Daten migriert werden (und vielleicht wichtiger: welche nicht), ob Daten unstrukturiert oder strukturiert sein sollen und wie mit redundanten, trivialen und obsoleten Daten umgegangen wird. Aus diesem Schritt ergibt sich eine konkrete Software-basierte Handlungsempfehlung für die Data Migration.

Bereinigen, Validieren, Sortieren, Migrieren

Zunächst beinhaltet die Datenmigration die Bereinigung redundanter, obsoleter und trivialer Daten. Anschließen werden die Daten sortiert und überprüft. Erst im letzten Schritt dann kommt es zur tatsächlichen Migration der Daten und die Übertragung auf ein neues System, eine neue Datenbank oder die Cloud wird vollzogen.

Software für die Datenmigration

Auch bei der Wahl der Software haben Unternehmen unterschiedliche Optionen. Es können On-Premises-Lösungen genutzt werden, hierbei wird die entsprechende Software vor Ort (in der Regel von spezialisierten Unternehmen) installiert. Des Weiteren stehen Unternehmen auch Open Source-Programme zur Auswahl oder Lösungen, die direkt in der Cloud arbeiten.

Abgrenzungen der Datenmigration zu verwandten Prozessen

Technisch sollte Datenmigration stets gegenüber der Datenkonvertierung und der Datenintegration abgegrenzt werden. Datenkonvertierung ist meist ein einzelner Schritt in der Datenmigration, hierbei werden Daten umformatiert, wenn diese zwischen Applikationen oder Versionen verschoben werden. Die Datenintegration schließlich beschreibt eine Zusammenführung von Daten aus unterschiedlichen Quellen. Die Integration von Daten kommt beispielsweise bei Data Lakes oder Data Warehouses zum Einsatz.

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