Definition „Cloud Foundry“ Was ist Cloud Foundry?

Von Gedeon Rauch

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Cloud Foundry verbindet den Gedanken von Open-Source-Codes mit einer IT-Dienstleistung. Mit dem Service erhalten Unternehmen eine alternative PaaS-Lösung fernab der großen Anbieter.

Cloud Foundry, die „Wolkengießerei“, ist eine Open-Source-Alternative zu den großen PaaS-Angeboten.
Cloud Foundry, die „Wolkengießerei“, ist eine Open-Source-Alternative zu den großen PaaS-Angeboten.
(Bild: Cloud Foundry )

Eine Entwicklungsplattform als Dienst, also Platform as a Service (PaaS), bietet Unternehmen viele Vorteile beim Launch eigener Web- und Cloud-native-Applikationen. All dies ist jedoch mit laufenden Kosten und Abomodellen verbunden, die entwickelnde Unternehmen oder Teams dichter an das eigene Ökosystem binden. Große IT-Anbieter wie Microsoft, Amazon Web Services oder Google sind hier führend und versuchen, mit einem eigenen Ökosystem Marktdominanz zu schaffen.

Gerade hier wirkt ein Open-Source-Projekt wie Cloud Foundry eher ungewöhnlich. Doch durch die Unterstützung von Kubernetes oder Docker und die Flexibilität bei der Integration, ist Cloud Foundry eine durchaus ernstzunehmende Entwicklungsplattform. Auch wenn sie noch virtuelle Umgebungen benötigt und damit für viele User doch wieder zu AWS, Azure oder anderen Cloud-Anbietern führt.

Was ist Cloud Foundry?

Cloud Foundry ist eine Entwicklungsplattform, die den kompletten Entwicklungsprozess einer Anwendung für Unternehmen begleitet und die mit verschiedenen Codesprachen kompatibel ist. Cloud-Anwendungen werden durch Cloud Foundry bereitgestellt, analysiert, skaliert und verwaltet, so dass der gesamte Lebenszyklus einer Webanwendung durch Cloud Foundry abgedeckt ist.

Dabei ist Cloud Foundry unabhängig von der Wahl der Infrastruktur, denn die kann auf verschiedenen Images aufgeführt werden. Eine Migration ist somit weit weniger problematisch als in den Ökosystemen der Konkurrenten.

Cloud Foundry gibt es in der derzeitigen Form bereits seit 2011, ursprünglich wurde die Plattform als Project B29 gestartet, ehe man sich für den klangvolleren Namen der „Wolkengießerei“ entschieden hat. Nach einigen Umwegen über Pivotal und EMC wird Cloud Foundry seit 2015 durch die Cloud Foundry Foundation verwaltet, aktualisiert und vermarket. Die Cloud Foundry Foundation ist nicht auf Gewinn ausgerichtet.

Unterstützt werden Anwendungen in folgenden Programmiersprachen (Stand 2022):

  • GO
  • Java
  • Node.js
  • .NET
  • Python
  • PHP
  • Ruby

Als Interface zwischen Unternehmen und Cloud Foundry dient dabei eine Konsole, über die sich Kommandozeilen einfach aufspielen lassen, um Anwendungen zu skalieren oder auf mehrere Instanzen zu verteilen.

Integrität über den Marketplace

Während die Lösungen von Microsoft oder Google alle Dienste im eigenen Ökosystem ausführen, nutzt Cloud Foundry ein System, das deutlich offener und flexibler ist. Von Hause aus speichert Cloud Foundry keine Daten zwischen den Sitzungen und benötigt für das Ablegen von Statusinformationen Schnittstellen zu anderen Datenbankmanagementsystemen.

Um diesen Prozess für die User zu erleichtern, sind Service Broker API an den Cloud Foundry Marketplace angebunden. Hier können die Anbindungen dann nach Wunsch ausgewählt werden. Indes gibt es auch kommerzielle Distributionen von Cloud Foundry (wie beispielsweise Pivotal Cloud Foundry), diese beinhalten einen Stateful Storage für Apps und gleichen sowohl im Preismodell und auch der Integration der Platform as a Service anderen Entwicklungsplattformen, nutzen jedoch das gleiche System wie Cloud Foundry.

Natürlich kann Cloud Foundry auch on premises ausgeführt werden und präsentiert sich damit als besonders attraktive Lösung für Unternehmen, die bereits eine Serverinfrastruktur besitzen und mit ihren IT-Teams lieber eine quelloffene Plattform statt einer Corporate Solution nutzen möchten. VMWare oder OpenStack können hier etwa für das Deployment genutzt werden.

Cloud Foundry – Open Source mit Community-Gedanken

Die grundlegende Idee von Open-Source-Software bleibt auch bei Cloud Foundry erhalten: Developer und übrige Community werden nicht als passiv Konsumierende eingestuft, sondern sind aktiv Teilhabende bei der Weiterentwicklung der Software. So nutzte Cloud Foundry auch verschiedene Medien, um eine eigene Community aufzubauen, ist auf Twitter und YouTube aktiv, nutzt Mailinglisten für die Kommunikation mit den Nutzerinnen und Nutzern und bietet Dokumentationen sowie Einstiegshilfen über Github und CF Slack.

Die 7 Kernkomponenten von Cloud Foundry

Routing – Umleiten der Datenstreams in die relevanten Komponenten

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Authentification – Authentifizierung durch Login-Server für die Nutzeridentitäten

Application Lifecycle Management – Deployment und Verwaltung aus einer Hand

Speicherung und Ausführung – Virtual Machines nutzen Diego Cells, um Anwendungen zu starten und anzuhalten

Service Broker – Anwendungsverknüpfung mit externen Diensten wie Datenbanken

Messaging – Support von Kommunikation über HTTP(S)-Protokolle und das Bulletin Board System

Protokollierung und Sammeln von Metriken – Ein Metrics Collector sammelt relevante Daten für Unternehmen, ein Loggregator streamt Anwendungsprotokolle

Die Vorteile von Cloud Foundry im Überblick

Wie andere Entwicklungsplattformen auch besticht Cloud Foundry durch sehr einfache Skalierbarkeit und ist damit bestens für den Markteinstieg und alle Unvorhersehbarkeiten gewappnet. Zudem liefert Cloud Foundry hohe Geschwindigkeiten beim Deployment direkt aus einem Kubernetes Cluster und ein hohes Maß an Sicherheit durch das schnelle und verlässliche Aktualisieren über Patches. Zu den Usern von Cloud Foundry zählen auch internationale Großkunden wie Sky, Swisscom, 20th Century Fox oder Ford.

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