Definition „Software Development“

Was ist Anwendungsentwicklung?

| Autor / Redakteur: il1411 / Stephan Augsten

In der Anwendungsentwicklung geht nichts ohne gute Vorbereitung und Planung des Software-Projekts.
In der Anwendungsentwicklung geht nichts ohne gute Vorbereitung und Planung des Software-Projekts. (Bild: Helloquence - Unsplash.com / CC0)

Mit dem Begriff „Anwendungsentwicklung“ ist der gesamte Prozess der Herstellung von Software gemeint. Dieser Prozess besteht nämlich aus verschiedenen Aufgaben, zu denen neben der Programmierung auch die Wartung und Aktualisierung zählen.

Laut der Norm ISO/IEC 9126 zur Softwarequalität zeichnet sich eine gute Anwendungsentwicklung durch sechs verschiedene Qualitätsmerkmale aus:

  • Hohe Funktionalität: Eine hohe Funktionalität besitzt die Software dann, wenn sie alle Anforderungen erfüllt, die an sie gestellt werden.
  • Zuverlässigkeit: Als zuverlässig ist das Programm dann anzusehen, wenn es sein Leistungsniveau kontinuierlich aufrechterhalten kann.
  • Einfache Benutzbarkeit: Einfache Benutzbarkeit liegt vor, wenn das Programm anwenderfreundlich ist und sich intuitiv bedienen lässt.
  • Effizienz: Eine Software lässt sich als effizient bezeichnen, wenn der Aufwand, der mit der Lösung einer bestimmten Aufgabe verbunden ist, in einem guten Verhältnis zur Güte des Ergebnisses steht.
  • Wartungsfreundlichkeit: Das Kriterium „wartungsfreundlich“ muss erfüllt sein, damit eine möglichst lange Nutzungsdauer der Software gewährleistet ist.
  • Übertragbarkeit: Mit dem Kriterium der Übertragbarkeit ist gemeint, dass das Programm problemlos auf unterschiedlicher Hardware ausgeführt werden kann.

Die Phasen der Anwendungsentwicklung

Die Entwicklung eines qualitativ hochwertigen Computerprogrammes ist ein sehr langwieriger Prozess, der sich in fünf verschiedene Phasen unterteilen lässt.

  • 1. Der Entwicklungsprozess beginnt mit der Anforderungsanalyse. Während dieser Phase wird gemeinsam mit dem Auftraggeber untersucht, welche Anforderungen das Programm erfüllen muss. Eine Dokumentation bildet den Abschluss der Anforderungsanalyse. Die Anforderungen an das Computerprogramm werden dann in einem Lastenheft festgehalten.
  • 2. Die zweite Phase hat zum Ziel, die Architektur des Programmes zu entwerfen. Diese Phase gilt als wichtiger Zwischenschritt zwischen Theorie in Praxis.
  • 3. Die Praxis steht in der dritten Phase im Mittelpunkt. In dieser Stufe des Entwicklungsprozesses – der sogenannten Development-Phase – übernehmen Programmierer die Implementierung des Programms. Hierzu wird eine Programmiersprache gewählt, mit der sich das geplante Programm möglichst effektiv realisieren lässt.
  • 4. Verschiedene Integrations- und Systemtests bilden den Schwerpunkt der nächsten Phase. Jeder Test hat zum Ziel, Fehler im Programm zu erkennen, um so den Programmierern die Möglichkeit zu geben, diese zu beseitigen.
  • 5. Die fünfte Phase ist zeitlich nach der eigentlichen Entwicklung der Computersoftware angesiedelt. Zu dieser Phase gehören die Auslieferung des Programmes, der Einsatz beim Kunden und die anschließende regelmäßige Wartung.

Weitere Vorgehensmodelle für die Entwicklung von Anwendungen

Für die Entwicklung von Anwendungen haben sich in den vergangenen Jahren weitere Vorgehensmodelle etabliert. Jedes dieser Modelle hat zum Ziel, den Prozess der Anwendungsentwicklung in seiner Komplexität beherrschbarer zu machen und die Programmentwicklung für die Beteiligten übersichtlicher zu gestalten. Zu den bekanntesten Vorgehensmodellen zählen die agile Softwareentwicklung, das Extreme Programming und das V-Modell.

Die agile Entwicklung zielt darauf ab, auf geänderte Rahmenbedingungen rasch reagieren zu können. Diese Agilität wird unter anderem dadurch erreicht, dass in jeder Phase des Entwicklungsprozesses eine enge Kommunikation mit dem Auftraggeber erfolgt. Mit dem Auftraggeber wird jeder einzelne Schritt abgesprochen. Erst dann wird er ausgeführt.

Die Extreme Programmierung (Extreme Programming, XP) greift den Ansatz der agilen Softwareentwicklung auf, geht allerdings noch weiter. Bei der Extremen Programmierung wird nämlich versucht, die Anforderungen, die das Programm zu erfüllen hat, auf eine möglichst einfache Weise zu realisieren. Auch die Extreme Programmierung zeichnet sich durch eine stetige Kommunikation zwischen Entwicklern und Auftraggeber aus. Das Ergebnis ist ein Programm mit einem Funktionsumfang, der sich an den tatsächlichen Anforderungen orientiert und nur möglicherweise nützliche Features nicht berücksichtigt.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Site Reliability Engineering verwirklicht agiles Paradigma

DevOps in der IT angekommen

Site Reliability Engineering verwirklicht agiles Paradigma

Vor einigen Jahren machten wir auf einen neuen Trend aufmerksam, der sich anschickte, die IT (wiedermal) umzukrempeln: DevOps. Nun ist er in der Praxis angekommen, berichtet Anna-Lena Schwalm vom Analystenhaus Crisp Research und macht dies nicht zuletzt an einem neuen Trend fest: Site Reliability Engineering. lesen

Effiziente Arbeitskultur im Unternehmen fördern

Moderne Entwicklung – vernetzt und mit Kundenfokus

Effiziente Arbeitskultur im Unternehmen fördern

Mit DevOps lassen sich Anwendungsentwicklung, zugehörige IT-Abläufe und Qualitätssicherung eng verzahnen. Dies trägt dazu bei, die Qualität der Software, die Geschwindigkeit der Entwicklung und Auslieferung sowie das Miteinander der beteiligten internen und externen Teams zu optimieren. lesen

Entwickler und IT-Entscheider harmonieren

Strategische Rolle bei der Entscheidungsfindung

Entwickler und IT-Entscheider harmonieren

Wer der Meinung ist, Entwickler und IT-Entscheider fänden keinen gemeinsamen Nenner, der irrt laut einer MongoDB-Studie. Demnach ist die eine Gruppe mit der jeweils anderen überwiegend zufrieden. lesen

Ausfallsicherheit mit Cloud Foundry

Cloud-agnostische Softwareentwicklung, Teil 2

Ausfallsicherheit mit Cloud Foundry

Cloud Foundry verspricht Entwicklern die Flexibilität Cloud-agnostischer Anwendungsportabilität, den Heiligen Gral der Hochverfügbarkeit. Doch die Befreiung vom Vendor-Lock-In erfordert Disziplin und neue Ansätze der Qualitätssicherung. lesen

User Stories in der Softwareentwicklung

Leicht zu lernen, schwer zu bewältigen

User Stories in der Softwareentwicklung

User Stories sind schon lange kein Geheimtipp mehr in der Welt der Software-Entwicklung. Häufig wird der Begriff „User Story“ in direktem Kontext mit „Scrum“ verwendet – das Konzept lässt sich aber auch außerhalb reiner Scrum-Projekte anwenden. lesen

Mainframe-Anwendungen und Agilität vereinen

Ein IT-Problem, das sich lösen lässt

Mainframe-Anwendungen und Agilität vereinen

Was tun, wenn Agilität gefordert ist, Kern der Software im Unternehmen jedoch Bestandsapplikationen sind, die auf Mainframes laufen? Immerhin gilt der Mainframe als Antagonist der agilen Entwicklung. Besteht die einzige Option in der Neuentwicklung? lesen

Development-Tool-Sammlungen von Red Hat

Betas von Software Collections und Developer Toolset erhältlich

Development-Tool-Sammlungen von Red Hat

Beta-Versionen der Red Hat Software Collections 3.4 und des Developer Toolsets 9 stehen seit Mitte November bereit. Damit kommen Entwickler auf der Linux-Plattform des Unternehmens in den Genuss verschiedener quelloffener Laufzeitsprachen und Datenbanken. lesen

Low-Code oder Pro-Code?

Warum IT-Leiter weder noch ausschließen können

Low-Code oder Pro-Code?

IT-Abteillungen haben es schwer, den Bedarf an Software und Apps zu decken. Low-Code-Lösungen scheinen der ideale Weg, um Anwendungen mit geringem Programmieraufwand und in kürzester Zeit zusammenzustellen. Doch kann Low-Code tatsächlich halten, was es verspricht? lesen

20% Rabatt auf „DevOps World | Jenkins World 2019“-Tickets

Dev-Insider ist Medienpartner der Jenkins-Konferenz

20% Rabatt auf „DevOps World | Jenkins World 2019“-Tickets

Die Jenkins Community und CloudBees haben das Programm für die DevOps World | Jenkins World 2019 Lissabon auf die Beine gestellt. Unter dem Motto „Deliver“ sprechen Fachexperten in insgesamt 78 Sessions über aktuelle Themen der digitalen Transformation und Softwarebereitstellung. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44453430 / Definitionen)