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Definition „Agile Development“ Was ist agile Softwareentwicklung?

| Autor / Redakteur: il1411 / Stephan Augsten

Agile Softwareentwicklung soll dafür sorgen, dass Entwicklungsprojekte einfach, unbürokratisch und iterativ ablaufen. Agile Methoden und Prozesse wie Scrum können somit Zeit und Kosten sparen.

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Agile Softwareentwicklung erfordert Teamarbeit und agile Methoden wie Scrum, um möglichst effizient zu sein.
Agile Softwareentwicklung erfordert Teamarbeit und agile Methoden wie Scrum, um möglichst effizient zu sein.
(© bakhtiarzein - Fotolia.com)

Hintergrund der agilen Softwareentwicklung

Den Begriff „Agile Softwareentwicklung“ gibt es erst seit Anfang der 2000er Jahre, jedoch sind erste Aspekte dieser Methode schon in den frühen Neunzigern zu verzeichnen. Das vom Informatiker Kent Beck im Jahr 1999 veröffentlichte Buch „Extreme Programmierung“ bildete schließlich die theoretische Grundlage für die Beschreibung agiler Prozesse.

Kent Beck und sein Forschungsteam waren es auch, die 2001 das sogenannte „Agile Manifesto“ veröffentlichten, in dem die Grundprinzipien der agilen Softwareentwicklung festgehalten sind. Ein Blick in dieses Manifest zeigt, dass die dort beschriebene Art der Softwareentwicklung sich vom damals üblichen Standard deutlich unterschied: Der User und die Funktionalität der Software standen nun im Mittelpunkt des Entwicklungsprozesses. Verträge und Pläne wurden der Veränderung und der Kooperation untergeordnet.

Die agile Softwareentwicklung gewann schon kurz nach Veröffentlichung des Manifests an Bedeutung. 2005 nutzen einer Umfrage von Forrester Research zufolge 14 Prozent der Unternehmen agile Prozesse. 2013 wurde die agile Softwareentwicklung bereits von 80 Prozent der Unternehmen eingesetzt.

Die Bestandteile der agilen Softwareentwicklung

Das Agile Manifesto enthält insgesamt zwölf Prinzipien, die es bei der Programmierung und Softwareentwicklung zu beachten gilt. Die Kunden sollen zum einen durch die schnelle Entwicklung einer funktionierenden Software zufrieden gestellt werden. Zum anderen sollen sie durch kontinuierliche Veränderungen während des Entwicklungsprozesses einen Wettbewerbsvorteil erhalten.

Ein weiteres Prinzip lautet, dass Fachleute und Entwickler während der einzelnen Projektphasen intensiv zusammenarbeiten sollten. Außerdem soll für die am Softwareprojekt Beteiligten ein motivierendes Arbeitsumfeld geschaffen werden. Die Kommunikation unter den Projektbeteiligten soll möglichst Face-to-Face erfolgen.

Weitere Prinzipien besagen, dass bei der agilen Softwareentwicklung der Fokus auf der Entwicklung einer perfekten Technik und eines perfekten Designs liegen soll, jedoch stets das Prinzip der Einfachheit zu beachten ist. Außerdem sollen die einzelnen an einem agilen Entwicklungsprojekt beteiligten Teams selbstgesteuert arbeiten und ihren Fortschritt selbst reflektieren.

Ergänzendes zum Thema
Die 12 Prinzipien agiler Softwareentwicklung im Überblick
  • Kundenzufriedenheit durch frühe und kontinuierliche Auslieferung wertvoller Software.
  • Anforderungänderungen sind auch spät in der Entwicklung willkommen.
  • Funktionierende Software (regelmäßig und möglichst zügig) innerhalb weniger Monate oder Wochen liefern.
  • Tägliche Zusammenarbeit zwischen Fachexperten und Entwicklern.
  • Ein Projekt erfordert motivierte Individuen, die das richtige Umfeld sowie Unterstützung und Vertrauen benötigen-
  • Informationen für das Entwicklungsteam sollten im direkten Gespräch vermittelt werden.
  • Der Projektfortschritt bemisst sich an funktionierender Software.
  • Agile Prozesse fördert nachhaltige Entwicklung. (Auftraggeber, Entwickler und Benutzer sollten auf unbegrenzte Zeit ein gleichmäßiges Tempo halten können.)
  • Agilität erfordert einen steten Blick auf technische Raffinesse und gutes Design.
  • Einfachheit ist ausschlaggebend und definiert sich dadurch, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren (doppelte Arbeit vermeiden).
  • Selbstorganisierte Teams entwickeln die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe.
  • Das Team reflektiert regelmäßig selbst, wie es effektiver werden kann und passt sein Verhalten an.

Quelle: Agile Manifesto

Um diese Prinzipien umzusetzen, setzt man bei einem Softwareprojekt verschiedene agile Prozesse ein. Zu den beliebtesten agilen Prozessen zählt Scrum. Bei Scrum handelt es sich um eine Form des Projektmanagements, die auf Projektmanager verzichtet. Auch die Projektmanagement-Methoden Kanban wird häufig eingesetzt. Mit Hilfe des Kanban-Prinzips lässt sich das Aufgabenmanagement agiler gestalten.

Vor- und Nachteile der agilen Softwareentwicklung

Agile Entwicklungsprojekte zeichnen sich dadurch aus, dass weniger Zeit benötigt wird, bis Ergebnisse vorliegen. Außerdem lässt sich agile Software leicht anpassen, insbesondere dann, wenn sich während des Entwicklungsprozesses Veränderungen ergeben. Hierbei kann es sich sowohl um marktspezifische Veränderungen handeln als auch um allgemeine Anforderungen, die die Software erfüllen muss.

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, kann es sich als hilfreich erweisen, eine Liste mit allen durchzuführenden Aufgaben zu erstellen. Eine solche Liste wird als Sprint Backlog bezeichnet. Das Sprint Backlog ist wiederum Bestandteil des in der agilen Softwareentwicklung verwendeten Projektmanagements und das Ergebnis der Sprint-Planung.

Obwohl die agile Softwareentwicklung zahlreiche Vorteile besitzt, unterliegt auch die agile Programmierung und Entwicklung allgemeinen Vorgaben wie Deadlines oder Budgets. Außerdem hängt auch bei dieser Form der Softwareentwicklung der Erfolg des Projekts maßgeblich von der Zusammenarbeit des Teams ab. Somit kann die agile Softwareentwicklung nicht als Pauschallösung für erfolgreiche Entwicklungsprojekte angesehen werden.

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