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Kommentar von Rob Whiteley, NGINX Warum Open Source so wichtig ist für Unternehmen

Autor / Redakteur: Rob Whiteley * / Stephan Augsten

Der Einsatz von Open Source Software (OSS) ist mittlerweile Mainstream in Unternehmen – selbst in jenen, die sich dessen vielleicht nicht so richtig bewusst sind. Aber warum haben sich quelloffene Lösungen in den vergangenen Jahren so weit verbreitet?

Developer können Open-Source-Code individuell anpassen oder optimieren, ohne die volle Verantwortung für die Entwicklung tragen zu müssen.
Developer können Open-Source-Code individuell anpassen oder optimieren, ohne die volle Verantwortung für die Entwicklung tragen zu müssen.
(© artinspiring - stock.adobe.com)

Laut der aktuellen Umfrage „State of Enterprise Open Source“ von Red Hat gaben 69 Prozent der befragten IT-Experten an, dass Open Source entweder extrem wichtig oder sehr wichtig für ihre IT-Strategie sei. Ein nahezu identischer Prozentanteil von 68 Prozent, sagte sogar, dass sie den Einsatz von Open Source in den letzten zwölf Monaten ausgeweitet hätten. Von der anderen Seite her betrachtet, sagte nur ein Prozent, dass Open Source unwichtig sei und nur drei Prozent der Befragten gaben an, die Nutzung in den letzten zwölf Monaten verringert zu haben.

Open Source Software ist in jeder Branche und jedem Entwicklungsstadium eines Unternehmens zu finden. Es ermöglicht Public Cloud Computing und ist Teil nahezu jeder Hard- und Software-Lösung. Das heißt: Selbst wenn ein Unternehmen keine Open Source Software einsetzt, verwendet es dennoch Lösungen, die sie integrieren.

Fünf Gründe warum Open Source in Unternehmen so populär geworden ist:

Der erste und wohl wichtigste Grund: Open Source Software ist beinahe ein Synonym für Innovation. Es ist beliebt bei den Entwicklern und erhält so den Großteil an neuer und kreativer Energie. Von der Cloud vorangetrieben und von digitalen Unternehmen eingesetzt, bildet Open Source Software heute das Rückgrat jeder großen App.

Motivation Nummer zwei: Open Source Software kompensiert Qualifikationslücken im Unternehmen. Ein Beispiel: Wenn ein Unternehmen eine Anwendung intern entwickelt und dafür die aktuell populärste Sprache nutzt, dann obliegen die gesamte Verwaltung, das Patchen und die Wartung dem eigenen Development-Team. Was passiert, wenn diese Entwickler das Unternehmen verlassen? Oder wenn die Sprache, in der die Anwendung geschrieben wurde, obsolet wird? Open Source Software hebt diese Risiken auf, indem es eine Entwickler-Community schafft, die die Code-Basis aufrechterhält. Die hauseigenen Entwickler der Unternehmen können es dann individuell anpassen oder optimieren, ohne die volle Verantwortung für die Entwicklung tragen zu müssen.

Der dritte Grund ist eng verbunden mit dem zweiten: Open Source Software zieht Talente an. Eine Bank, die an einer neuen mobilen App arbeitet, oder ein Einzelhändler, der versucht, eine überzeugende Website zu erstellen, muss um die besten Entwickler-Talente kämpfen. Die modernen Entwickler wollen nicht an veralteten, proprietären Lösungen arbeiten. Sie sind Problemlöser und wollen Open Source Software einsetzen und diese an das jeweilige Rätsel anpassen. Große Unternehmen können im Talentkampf nicht mithalten, wenn sie als Closed-Source-Shop angesehen werden.

Viertens: OSS-Lösungen reduzieren Kosten. Zu den ursprünglichen Werten der Open Source Software gehörte, dass sie kostenlos war. Warum sollten Unternehmen für proprietäre Software-Lösungen bezahlen, wenn sie eine tragfähige Alternative kostenlos bekommen können? Wie alles im Leben, bedeutet kostenlos aber normalerweise nicht wirklich kostenlos. Sie müssen Open Source Software immer noch kostenpflichtig konfigurieren und verwalten. Dennoch besteht kein Zweifel, dass Open Source Software die gesamten Software-Betriebskosten reduzieren kann.

Rob Whiteley
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(Bild: NGINX)

Last but not least: Open Source Software ist sicherer. Das mag kontraintuitiv erscheinen, aber es geht auf eine der Kernprinzipien zurück, die Linus Torvalds bei der Entwicklung von Linux einsetzte: die Weisheit der Vielen. Wenn mehr Menschen eine Software mitentwickeln, dann heißt das mehr Tests, mehr Bug Fixes und mehr Härtungsmaßnahmen. OSS-Lösungen profitieren von einer Sicherheitsstufe, die die meisten Unternehmen nicht erreichen können – weder mit selbst entwickelter noch mit gekaufter proprietärer Software.

* Rob Whiteley ist Chief Marketing Officer bei NGINX.

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