Kommentar zu Low-Code-Trends Warum 2021 das Jahr von Low-Code wird

Autor / Redakteur: Florian Weber * / Stephan Augsten

Die Corona-Krise hat der Low-Code-Technologie 2020 einen gehörigen Schub verpasst. Diesen Schwung nimmt sie mit ins neue Jahr und wird sich weiter auf breiter Front durchsetzen – und so manche neue Karriere ermöglichen.

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Hebt die Software-Entwicklung nach dem Baukasten-Prinzip im neuen Jahr endgültig ab?
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(Bild: PIRO4D / Pixabay )

Die Covid-19-Pandemie hat vielen Unternehmen ihren Rückstand in Sachen Digitalisierung auf drastische Weise vor Augen geführt. Damit sie ihren Geschäftsbetrieb aufrechterhalten und die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter und Kunden erfüllen können, waren sie gezwungen, schnell neue Anwendungen zu entwickeln, um vorhandene Prozesslücken zu schießen.

Low-Code-Technologie wurde dadurch immer mehr zum Mainstream, denn sie konnte unter diesen besonderen Umständen ihre Stärken voll ausspielen. Sie ermöglicht es, Software mit Hilfe wiederverwendbarer Vorlagen, konfigurierbarer Komponenten und anhand bewährter Best Practices zügig zu erstellen und dabei den Vorgaben der eigenen Corporate Governance gerecht zu werden.

Dadurch können auch sogenannte Citizen Developer eine Software schreiben: Mitarbeiter aus den Fachabteilungen, die eigentlich gar keine Entwickler sind. Die positiven Erfahrungen, die viele Unternehmen im vergangenen Jahr mit Low-Code machten, wird das rasante Wachstum dieser Technologie im Jahr 2021 weiter befeuern. Und das wiederum wird zu einer flächendeckenden Implementierung von DevOps führen.

Citizen Developer stellen nämlich eine echte Geheimwaffe dar, wenn es darum geht, IT und Business zusammenzuführen. Sie können sich mit den Kollegen aus der IT-Abteilung auf Augenhöhe unterhalten, dieselbe Sprache sprechen wie sie und dadurch eng mit ihnen zusammenarbeiten.

2021 werden die Citizen Developer deshalb maßgeblich dabei helfen, traditionelle Silos aufzubrechen, Lösungen schnell zu skalieren und die Schatten-IT aus dem Schatten zu holen. Die IT wiederum erhält dadurch die Chance, sich von der bloßen Kostenstelle zum strategischen Treiber der Digitalen Transformation zu entwickeln.

Wie wird sich der Low-Code-Markt entwickeln?

Bei ihren Investitionen in Low-Code-Technologien werden die Unternehmen im Jahr 2021 anspruchsvoller sein. Die zunehmende Verbreitung dieser Technologie sorgt dafür, dass auch ihr Bekanntheitsgrad und das Verständnis der Unternehmen dafür steigt. Damit gehen klarere Anforderungen und konkretere Erwartungshaltungen einher.

Auf dem Low-Code-Markt werden sich 2021 deshalb die ausgereiften Lösungen deutlich vom Rest absetzen. Zudem werden die Unternehmen verstärkt auf ganze Ökosysteme setzen, indem sie ihre Low-Code-Lösungen mit zusätzlichen Tools, Frameworks und Best Practices ergänzen. Wenn sie etwa Design Thinking implementieren und Werkzeuge wie das virtuelle Whiteboard Mural einführen, können sie ihre anfänglichen Low-Code-Investitionen stärken und die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen.

Nicht zuletzt wird Low-Code 2021 ganz neue berufliche Wege eröffnen. Die Covid-19-Pandemie hat die Wirtschaft in vielen Bereichen hart getroffen und zahlreiche Fachkräfte haben ihre Arbeit verloren. Entwickler sind allerdings nach wie vor Mangelware und sehr gefragt. Low-Code-Technologie kann die Barrieren für Menschen, die sich beruflich neu orientieren müssen oder wollen, erheblich senken.

Florian Weber
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(Bild: Pegasystems)

Ein Mangel an Entwicklungstalent wird 2021 kein Hindernis mehr für den Einstieg in die Anwendungsentwicklung sein. Dadurch öffnen sich ganz neue Karriereoptionen. Vor allem Fachkräfte, die Low-Code-Entwicklung mit Soft Skills wie Design Thinking kombinieren können, winken beste Chancen.

* Florian Weber ist Principal Solutions Consultant bei Pegasystems.

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