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Transparenz und gemeinsamer Fokus auf die Software Von DevOps zu Software Delivery Management

| Autor / Redakteur: Michael Baldani * / Stephan Augsten

DevOps fördert die enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Bereitstellungsteam, Software Delivery Management vertieft sie. Doch wie schafft man es, dass alle Beteiligten sich im Lieferprozess auf gemeinsame Ziele konzentrieren?

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SDM schafft Transparenz und gemeinsame Ziele für verschiedene Teams, um die Software-Bereitstellung zu beschleunigen.
SDM schafft Transparenz und gemeinsame Ziele für verschiedene Teams, um die Software-Bereitstellung zu beschleunigen.
(Bild: You X Ventures / Unsplash)

Das Konzept des Software Delivery Managements (SDM) entwickelt die DevOps-Kultur einen wesentlichen Schritt weiter, indem es den gesamten Software-Lieferprozess transparenter macht. Die Fokussierung aller Beteiligten auf gemeinsame Ziele vermindert Reibungsverluste und beschleunigt die Bereitstellung von Software.

SDM basiert auf vier Säulen: Erstens auf gemeinsamen Daten, zweitens auf universellen Einsichten, drittens auf gemeinsamen Prozessen und viertens auf der transparenten Zusammenarbeit aller Beteiligten im Unternehmen.

Transparente Zusammenarbeit aller Beteiligten

Beginnen wir mit einem Blick auf die Wirkung einer DevOps-Kultur: Diese fördert die Automatisierung aller Phasen der Software-Erstellung – vom Softwaredesign über die Integration, die Prüfung und Auslieferung, den Betrieb, bis hin zur Wartung und Verwaltung der Infrastruktur. Da der Stellenwert von Software ständig wächst, setzt sich auch DevOps in Unternehmen immer mehr durch.

Mit dem Übergang von DevOps zu SDM wird ein breit gefächertes Spektrum von Interessengruppen außerhalb der IT mit in den gesamten Lebenszyklus der Software einbezogen. Wie DevOps konzentriert sich SDM zunächst auf die IT-Teams und deren Führung. In Weiterentwicklung zu DevOps weitet SDM jedoch die Transparenz des Softwarelebenszyklus auf die gesamte Organisation aus.

Das gilt sowohl für die Produkt- wie auch für die Technikperspektive. Denn herausragende Softwarequalität beruht insbesondere auf zwei Grundvoraussetzungen: Zum einen auf guten Entscheidungen und zum anderen auf effektiver Zusammenarbeit. Um beide Voraussetzungen zu erfüllen, stützt sich SDM auf eine flexible Plattform.

Eine solche Plattform ist dazu in der Lage, Daten aus verschiedenen Quellen in ein gemeinsames Datenmodell einzuspeisen. Dadurch entstehen universelle Einsichten, die aus den gemeinsam genutzten Daten abgeleitet werden. Ebenso erleichtert dies die Entscheidungsfindung und liefert die Grundlagen für die Umsetzung der Daten in die Praxis.

SDM macht die Informationen für Einzelpersonen und Teams im gesamten Unternehmen leicht zugänglich und erweitert die Perspektive auf geschäftliche Abläufe. Gemeinsame Daten und Informationen werden rund um die Software-Lieferprozesse konsolidiert und in Folge mit den jeweiligen Projektbeteiligten geteilt – inklusive Teams aus den Fachbereichen Produktmanagement, UX, Dokumentation, Support, Marketing und anderen.

Schnelle Fehlerlösung und gemeinsamer Fokus

Um gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Arbeitsweisen zu erlangen und Fehler möglichst schnell zu identifizieren, bedarf es einer hohen Transparenz. Viele Fehler sind aus einem neuen Blickwinkel schneller erkennbar. Dabei geht es nicht um gegenseitige Schuldzuweisungen, vielmehr stellt SDM die schnelle Fehlerbehebung als wichtiges Ziel in den Mittelpunkt der Kommunikation.

Fehler, die aufgrund einer geringen Transparenz unter Umständen bis zum folgenden Meeting des gesamten Projektteams unbemerkt blieben, können so vorzeitig behoben werden. Diese transparente Art der Zusammenarbeit und des kontinuierlichen Feedbacks ermöglicht es Unternehmen, die auftretenden Probleme erheblich schneller zu lösen, Vertrauen zu stiften und die Arbeit deutlich schneller fortzusetzen.

Zudem schafft die neu gewonnene Transparenz ein tiefes Verständnis dafür, wie sich die Arbeit eines Teams auf die eines anderen auswirkt. Einer dementsprechend angemessenen, frühzeitigen Reaktion darauf steht damit nichts mehr im Wege. Da die Informationen mit allen geteilt werden, können Engpässe identifiziert und angesprochen werden.

Die Reibungsverluste innerhalb einer Organisation reduzieren sich, und nachgeschaltete Teams können früher die folgenden Schritte vorbereiten, weil sie jederzeit sehen, wie weit die Entwicklung bestimmter Funktionen gediehen ist. Ist ein Merkmal, an dem ein bestimmtes Team arbeitet, beispielsweise bereits zu 70 bis 80 Prozent fertig gestellt, so kann das nachgelagerte Team sich frühzeitig auf seine Aufgaben vorbereiten. Dadurch verkürzt sich die Dauer des gesamten Prozesses.

Gleiches gilt für Marketingmanager, die früher mit der Produktion der benötigten Materialien beginnen können. Um den Kunden des Unternehmens möglichst schnell neue Funktionen und Produkte zu bieten, arbeiten in diesem Szenario alle Fachbereiche eng zusammen. SDM fungiert sozusagen als Transparenz- und Orchestrierungsebene für die Softwarebereitstellung oberhalb der Toolchain. In dieser Ebene werden alle Informationen aus den verstreuten Quellen in einem einzigen Dashboard zusammenführt, das alle Teams auf demselben Stand hält.

Teamwork: Mehr als „nur“ Technik

Software-Entwicklung geht über das Schreiben, Testen und Implementieren von Code hinaus. Um Überlegungen zur Skalierbarkeit, zur Sicherheit, zum Einhalten von Fristen und zur Integration künftiger Funktionen gerecht zu werden, bedarf es heute mehr denn je engen Teamworks.

Werkzeuge, die dieses effektiv unterstützen, rücken damit immer stärker in das Interesse einzelner Mitarbeiter und ganzer Organisationen. Dazu müssen Projektmanagementlösungen mit starken Kommunikations- und Kollaborationslösungen gekoppelt werden.

Die Aufgabenzuweisungen und die Fristen müssen glasklar sein. Offene Kommunikation sorgt dafür, dass Informationen die richtigen Personen erreichen, wodurch die Teams für Software-Entwicklung und die Teams für den operativen Betrieb in Einklang gebracht werden mit dem Marketing, der Kundenbetreuung und anderen geschäftskritischen Abteilungen.

Software Delivery Management fokussiert sich auf diese „Synchronisierung“ oder „Orchestrierung“ aller beteiligten Arbeits- und Informationsflüsse, indem es transparente, gut strukturierte Kommunikationskanäle schafft. Diese reduzieren Missverständnisse, verbessern die vertrauensvolle, ressortübergreifende Zusammenarbeit und hieven das gesamte Unternehmen auf ein neues Produktivitätsniveau.

Auf dieser Grundlage arbeiten alle Funktionen und Teams zusammen und fassen dasselbe Ziel ins Auge: Produkte, Lösungen und Funktionen rechtzeitig auf den Markt zu bringen und gemeinsam Mehrwert zu schaffen.

* Michael Baldani ist Produktmanager bei CloudBees.

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