Interessante GitHub-Projekte für Entwickler, Teil 2 Von API-Sammlung bis zu zsh-Erweiterungen

Autor / Redakteur: Christian Rentrop / Stephan Augsten

Wer sich in GitHub umschaut, wird schnell das ein oder andere „Herzensprojekt“ entdecken, das sich für die Mitarbeit oder einen Fork eignet. Natürlich dienen solche Projekte oft auch als Basis für eigene Ideen.

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Bei GitHub gibt es zahlreiche Projekte, die Developer entweder selbst nutzen oder mit weiterentwickeln können.
Bei GitHub gibt es zahlreiche Projekte, die Developer entweder selbst nutzen oder mit weiterentwickeln können.
(Bild: jolimaison / Pixabay )

GitHub ist eine wahre Fundgrube für gute Software und Code-Schnipsel. Entwicklerinnen und Entwickler, die Ideen für eigene Projekte oder bestimmte Funktionen benötigen, werden hier natürlich fündig – genau wie Software-Architekten, die einfach an einem größeren Projekt teilnehmen möchten.

Natürlich eignet sich die GitHub-Community auch wunderbar für Fingerübungen oder die Verbesserung populärer Open-Source-Programme. Doch genug der Theorie: Hier sind weitere 10 GitHub-Projekte, die Entwickler sich einmal näher anschauen sollte.

Public APIs

Das Repository Public APIs ist kein Software-Projekt im klassischen Sinne, sondern eine kuratierte Sammlung von API-Schnittstellen listet: Hier sind öffentlich verfügbare Programmierschnittstellen thematisch sortiert aufgelistet, samt Authentifizierungsverfahren und der Verfügbarkeit von SSL. Darunter sind zahlreiche Dienste, die sich bequem in Web- und Software-Projekten einbinden lassen oder einfach praktische Funktionen für die Entwicklung bereitstellen.

Windows 11 in React

Eine hübsche Spielerei für Software-Developer, die gerne eine Betriebssystem-artige GUI im Web produzieren möchten, ist das Projekt Windows 11 in React: Hier wurde mittels React eine Web-GUI gebaut, die das User-Interface von Windows 11 nachstellt.

Natürlich ist diese „Simulation“ nicht binärkompatibel, sprich: Software oder Dateisystem sind natürlich nicht verfügbar. Dennoch funktionieren einige Apps und es macht einfach Spaß, hier und dort zu klicken. Für Coder hat die Web-basierte Funktionsdemo von Windows 11 aber einen handfesten Nutzen, um sich mit der Funktionsweise von React vertraut zu machen.

Openpose

Egal ob im Film, im Computerspiel oder für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz: Die Erkennung von menschlichen Gesten bietet viel Potenzial für künftige Anwendungen. Das Projekt OpenPose ist daher besonders interessant.

Über 135 sogenannte Keypoints werden Bewegungen von Körper, Extremitäten und sogar Fingern und Gesicht getrackt und in ein digitales Modell übertragen. Das klappt sowohl zwei- als auch dreidimensional. Als Input-Device können dafür ganz normale Kameras verwendet werden. Dadurch entsteht ein Modell, das für weitere Anwendungen – etwa die Animation oder Erkennung – verwendet werden kann.

Awesome

Awesome ist eine kuratierte GitHub-Liste über kuratierte GitHub-Listen – nicht mehr und nicht weniger. Das ist praktisch, um bestimmte Inhalte auf GitHub schnell zu finden, Informationen zu sammeln oder Inhalte mit wenigen Handgriffen zur Hand zu haben. Entwickler sollten sich ein Lesezeichen setzen, um die Awesome-Liste jederzeit greifen zu können: Hier ist, thematisch sortiert, wirklich alles aufgeführt, was an qualitativ hochwertigen Links und Projekten auf GitHub verfügbar ist.

Oh my zsh

Die Z shell (zsh) ist inzwischen Standard unter MacOS, und das nicht ohne Grund: Sie erweitert die Funktionalität der guten, alten Bourne-Shell deutlich und hat zudem Funktionen anderer Shells übernommen. Unter Unixoiden ist die zsh also ein absolute Pflicht-Installation für alle, die viel mit der Kommandozeile arbeiten.

Das Projekt „oh my zsh“ ist ein Framework, das die zsh um noch mehr Funktionen ergänzt: Hunderte ohmyzsh-Plugins, Themes, Helferlein und Zusatzfunktionen warten darauf, vom Nutzer erkundet zu werden und die Arbeit mit der Shell auf ein völlig neues Niveau zu heben. Natürlich können Entwickler an diesem Projekt auf vielfältige Weise mitarbeiten.

Open Source Society University

Wer sich selbst programmieren beibringen oder sein Wissen in Computerwissenschaften und Informatik vertiefen möchte, sollte einen Blick ins Computer-Science-Repository der Open Source Society University (OSSU) werfen. Hier findet sich eine Sammlung freier und hochwertiger Lerneinheiten namhafter Universitäten zu verschiedenen Themen der Computerwissenschaften.

Dabei handelt sich zwar um „offizielle“ Lerninhalte, Nutzer erwerben aber natürlich keinen Abschluss an einer Universität. Vielmehr sind hier Möglichkeiten und Online-Kurse zum Selbststudium gesammelt. Wer genug Zeit und Disziplin mitbringt, kann sich so selbstständig viele theoretische und praktische Fähigkeiten aneignen.

Atom Editor

Entwickler, die einen guten Editor suchen, werden irgendwann sicher bei Atom landen: Der „hackbare“ Editor erleichtert nicht nur das Coding, sondern ist von Grund auf so angelegt, dass Nutzer ihn an ihre Bedürfnisse anpassen können. Das Atom-Projekt auf GitHub ist dementsprechend populär und natürlich gibt es auch GitHub FÜR Atom, also eine Möglichkeit, den Editor direkt mit GitHub zu verwenden. Wer also einen guten Editor noch besser machen möchte, kann hier gerne beitragen.

Syncthing

Datei-Synchronisation ist kein Thema, das man vernachlässigen sollte. Egal, ob für Backups oder den Upload aktueller Nightly-Builds, es kann sich immer lohnen, Dateien und Verzeichnisse automatisch zu synchronisieren. Syncthing hebt die Dateisynchronisation dabei auf ein neues Niveau.

Als „kontinuierliche Dateisynchronisation“ kann es Dateien und Ordner zwischen zwei oder mehr Rechnern synchron halten, und das vollautomatisch und ohne zwischengeschalteten Cloud-Service. Die Entwicklung ist noch in einem recht frühen Stadium, die Idee hinter Syncthing dürfte aber auch für andere Projekte interessant sein.

Animate.css

Webentwickler dürften sich darüber freuen: Animate.css ist eine Bibliothek von CSS-Animationen, die in jedem Browser laufen und sich für Webprojekte einsetzen lassen. Die auf CSS-Dateien basierende Bibliothek kann wahlweise auf dem Server installiert und per CSS-Link eingebunden werden. Oder Entwickler schnappen sich einfach die im Quellcode hinterlegten CSS-Schnipsel, um sie in eigene Projekte einzubauen. Dank MIT-Lizenz ist das kein Problem.

BOX Photos

Wer Apple- und Google-Photos kennt weiß: Beide Apps sind hervorragend, aber massiv mit der proprietären Cloud der Anbieter vernetzt. Das Projekt BOX Photos will damit Schluss machen: Die Software, die sich derzeit noch im Alpha-Status befindet, soll künftig die Funktionen und Nutzen der Apple- und Google-Tools übernehmen, dem Anwender aber die freie Wahl über die Infrastruktur lassen. Bei Bedarf kann auch auf die Box-Blockchain-Technologie zurückgegriffen werden, was jedoch keine Pflicht ist.

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Über den Autor

 Christian Rentrop

Christian Rentrop

IT-Fachautor