Prozesse automatisieren

Vier DevOps-Meilensteine

| Autor: Stephan Augsten

Nabil Bousselham erläutert vier Etappen zur DevOps-Umstellung.
Nabil Bousselham erläutert vier Etappen zur DevOps-Umstellung. (Bild: Veracode)

Auf dem Weg zur umfassenden DevOps-Strategie gilt es, verschiedene Hürden zu bewältigen. Vier Meilensteine einer erfolgreichen DevOps-Mission hat Nabil Bousselham von Veracode identifiziert.

Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen IT-Betrieb und Entwicklerteam sind für eine erfolgreiche DevOps-Strategie unabdingbar. Schon hier gibt es nach Auffassung von Nabil Bousselham, Solution Architect beim Anwendungs-Sicherheitsspezialisten Veracode, einigen Nachholbedarf.

Bei den Workflows gibt es offenbar ebenfalls Nachholbedarf, meint Bousselham: „Die meisten Prozesse werden manuell erledigt, Automatisierung gibt es allenfalls in Ansätzen.“ Der Software Development Lifecycle (SDLC) sei chaotisch, unkontrolliert und unvorhersehbar.

Zu Beginn der DevOps-Reise sei es zunächst entscheidend, erste Automatisierungsinitiativen anzustoßen und den Blick aller Mitarbeiter für das große Ganze zu schärfen. Die Botschaft müsse lauten: „Entwicklung und IT-Betrieb arbeiten auf das gleiche Ziel hin; alle sitzen in einem Boot.“ Im Folgenden geht Bousselham auf vier wichtige Etappen und Meilensteine zum Start der DevOps-Strategie ein.

1. Managen

Auf der ersten Etappe der DevOps-Reise hat die Kommunikation zwischen Entwickler und IT-Betrieb bereits geregelte Formen angenommen, Entscheidungen werden vermehrt gemeinsam getroffen. Automatisierung existiert, aber verharrt in Silos. Es fehlt noch eine zentralisierte Infrastruktur. Auch die Prozesse haben weiterhin Optimierungsbedarf: Sie werden nun zwar zentral verwaltet, aber sind noch nicht standardisiert.

Zuerst sollten nun Qualitätsmaßstäbe etabliert werden, die verhindern, dass erkannte Fehler ungelöst durch den SDLC wandern. Parallel dazu müssen die IT-Verantwortlichen verhindern, dass Optimierungen von Teilen des Systems derart große Verwerfungen nach sich ziehen, dass das System insgesamt anschließend weniger effizient funktioniert als zuvor.

2. Definieren

Auf der zweiten Etappe stellen sich erste größere Erfolge ein. Kollaboration und gemeinsame Entscheidungsfindung funktionieren, die Verantwortlichkeiten sind klar verteilt. In der Vergangenheit spielten Entwickler und IT-Betrieb gerne das sogenannte „Blame Game“, wenn etwas nicht funktionierte. Dem ist jetzt die Grundlage entzogen, alle ziehen an einem Strang. Prozesse entlang des SDLCs sind standardisiert und automatisiert.

Die Umsetzung von Bugfixes und neuen Features ist insgesamt schneller möglich, da es häufigere und kürzere Feedback-Loops gibt. Es kommt nun darauf an, die Anforderungen von internen und externen Leistungsnehmern besser zu verstehen.

3. Messen

Auf der dritten Etappe der Reise hat sich der ehemals chaotische SDLC verwandelt: Er ist jetzt berechenbarer, transparenter und effizienter. Alle Prozesse werden an vordefinierten Erfolgsmaßstäben gemessen. Effizienzhürden und Flaschenhälse sind auf diese Weise leicht zu identifizieren und zu beseitigen. Auch die Qualitätsprüfung wird erleichtert: Qualität und Performance der entwickelten Anwendungen lassen sich leichter vorhersehen.

Jetzt geht es an den Feinschliff: IT-Verantwortliche sollten sich Zeit einplanen, um weiter an der Verbesserung der Prozesse zu arbeiten. Außerdem sollten sie weitere Erfolgsmetriken definieren, die nicht mehr nur unmittelbare Faktoren wie Verfügbarkeit oder Anwendungsperformance abbilden, sondern sich mit konkreten Geschäftszielen befassen.

4. Optimieren

Wer sich auf der vierten Etappe der DevOps-Reise befindet, hat sein Ziel praktisch erreicht. Entwickler und IT-Betrieb ziehen an einem Strang, die Entwicklungszyklen sind verkürzt und Automatisierungswerkzeuge erhöhen in allen Bereichen die Effizienz. Die Informationsweitergabe funktioniert über den gesamten SDLC hinweg, jeder Mitarbeiter kann außerdem im Selbstbedienungsverfahren auf Lernmaterial zugreifen und sich weiterbilden.

Für Unternehmen gilt jedoch: Wer rastet, der rostet. Als Teil der neuen Kultur sollten Teams fortan systematisch dafür belohnt werden, wenn sie Neues ausprobieren und dabei kalkulierte Risiken eingehen. Denn nur so lässt sich die Innovationsgeschwindigkeit dauerhaft hochhalten.

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