Zu lang, zu häufig, zu unproduktiv Videokonferenz-Müdigkeit bei Angestellten

Redakteur: Stephan Augsten

In der Corona-Pandemie war und ist die Videokonferenz ein wichtiges Kommunikationsmittel. In der Collaboration Maturity Survey fand Atlassian heraus, dass viele Mitarbeiter der Videocalls überdrüssig werden.

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Videokonferenzen sind ein wichtiger Bestandteil der virtuellen Zusammenarbeit, aber für viele auch nicht alles.
Videokonferenzen sind ein wichtiger Bestandteil der virtuellen Zusammenarbeit, aber für viele auch nicht alles.
(Bild: Alexandra_Koch / Pixabay )

Ein Viertel der Büroangestellten, die Atlassian für die Collaboration Maturity Survey befragt hat, verbringen wöchentlich zwischen fünf und zehn Stunden in Videokonferenzen. In vier von zehn Fällen liegt die kumulierte Dauer der Videocalls bei weniger als fünf Stunden pro Woche.

Bei der Frage, wofür sie Videocalls nutzen, geben 84 Prozent der befragten Büroangestellten an, ihre Videokonferenzzeit in dienstlichen Besprechungen zu verbringen. 49 Prozent der Befragten nutzen diese Zeit außerdem für informelle Kommunikation untereinander. Darüber hinaus finden Trainings und Schulungen (44 Prozent) sowie Planungsprozesse (43 Prozent) via Videocalls statt.

Der anfängliche Enthusiasmus, eine Alternative zu physischen Meetings zu haben, weicht laut Atlassian allerdings langsam der Resignation: Drei Fünftel der der Befragten halten die virtuellen Treffen zwar weiterhin für notwendig, empfinden sie aber in der Regel als langwierig (16 Prozent) oder zu lang (20 Prozent). Außerdem fänden Videocalls viel zu häufig statt (15 Prozent) und seien inhaltlich nicht ausreichend optimiert.

Ein beträchtlicher Anteil der Mitarbeiter hält Videokonferenzen gar für unproduktiv, so Atlassian: 42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bis zu 30 Prozent der Zeit, die sie in Videokonferenzen verbringen, effizienter nutzen könnten. 18 Prozent empfinden, dass die Hälfte der Zeit verschenkt ist, sieben Prozent sprechen sogar von mehr als der Hälfte.

Die Umfrage von Atlassian zeigt, dass Mitarbeiter mittlerweile auf Tools jenseits der Videokonferenzen angewiesen sind und sich diese auch explizit wünschen. So geben 20 Prozent der Befragten an, dass die Anschaffung von Wissensmanagement-Lösungen die digitale Zusammenarbeit im Team stärken kann. 15 Prozent glauben, dass die Implementierung von Projektmanagement-Tool den gleichen Effekt haben würde. 14 Prozent wünschen sich ein soziales Intranet oder Instant Messaging Tool für eine flüssige interne Kommunikation jenseits der Videocalls.

Die Mehrheit der befragten Büroangestellten legt dabei besonders großen Wert darauf, dass IT-Tools benutzerfreundlich (71 Prozent), sicher (60 Prozent) und flexibel (49 Prozent) sind. Außerdem sollten sie über Funktionen verfügen, die eine bessere digitale Zusammenarbeit ermöglichen (29 Prozent). Etwa die Hälfte der befragten deutschen Büroangestellten (47 Prozent) nutzt am Arbeitsplatz bis zu drei verschiedene digitale Lösungen für Kollaboration, Projektmanagement und Kommunikation. 21 Prozent haben für diese Tätigkeiten sogar zwischen vier bis zehn unterschiedliche Tools im Einsatz.

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