„Perfect Match“ Susecon Digital 2021: Suse erstmals mit Rancher vereint

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Ulrike Ostler

Suse hat seine „Susecon Digital 2021“ abgehalten. Im Mittelpunkt der Eröffnungs-Keynotes standen die Neuerungen im kommenden „Service Pack 3“ (SP3) für die diversen „SLES“ -Distributionen. Auch plane man den Einstieg in die Welt der hyperkonvergenten Infrastrukturen (HCI).

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Suse hatte zur Eröffnung der „Suseon Digital 2021“ den US-Astronauten Scott Kelly zu Gast; vermutlich deshalb „beamten“ sich die Eröffnungstedner wie hier Markus Noga, Vice President Engineering & Innovation bei Suse, in eine Startreck-Umgebung.
Suse hatte zur Eröffnung der „Suseon Digital 2021“ den US-Astronauten Scott Kelly zu Gast; vermutlich deshalb „beamten“ sich die Eröffnungstedner wie hier Markus Noga, Vice President Engineering & Innovation bei Suse, in eine Startreck-Umgebung.
(Bild: Müller)

„Wir lösen die größten Herausforderungen der Welt“ – darunter tat es CEO Melissa Di Donato nicht in ihrer Eröffnungsansprache zur Susecon Digital 2021 nicht.

Suse-CEO Melissa Di Donato bei der Eröffnung der hasueigenen Konferenz „Susecon Digital 2021“
Suse-CEO Melissa Di Donato bei der Eröffnung der hasueigenen Konferenz „Susecon Digital 2021“
(Bild: Müller)

„Unser Engagement für offene Interoperabilität basiert auf unserer Überzeugung, dass wir in jedem unserer Produkte einen einzigartigen Wert bieten können und weiterhin schneller als unsere Wettbewerber Innovationen entwickeln werden, um unsere Marktführerschaft auszubauen", so Di Donato. Die Konferenz setzte sich aus drei Modulen zusammen: „Kube World“ , „Linux World“ und „Edge World“.

Sheng Liang, President Engineering & Innovation bei Suse spricht über „perfect match“.
Sheng Liang, President Engineering & Innovation bei Suse spricht über „perfect match“.
(Bild: Müller)

Auch Sheng Liang, President Engineering & Innovation und Nachfolger von Thomas DiGiacomo, der nun als Chief Technology & Product Officer fungiert, tutete in einer an „Star Trek“ erinnernden virtuellen Umgebung ins selbe Horn wie Di Donato, als er Suse als „einzig wahre Open Source-Company“ vorstellte. Man sei „Open Open Source“, weil man als einzige Linux-Distribution auch alle anderen Linux-Distributionen verwalten könne.

„Dieser Ansatz beruht auf der Überzeugung, dass Kunden die Freiheit haben müssen, genau die Produkte auszuwählen, die ihren Anforderungen entsprechen – nur so können sie innovativ und erfolgreich sein“, so Liang. Er bemängelte, dass die meisten anderen Open-Source-Anbieter mittlerweile in gewisser Weise „proprietär“ geworden seien.

Suse jedoch sei durch die Ende vergangenen Jahres abgeschlossene Übernahme von Rancher, dessen Mitbegründer Liang ist, und die daraus resultierenden neuen Enterprise-Linux-, Kubernetes-, Cloud-, Edge- und Hybrid-IT-Lösungen der „perfect fit“ für jedes Rechenzentrum geworden. Dreh- und Angelpunkt der Strategie sind Enterprise Linux und Kubernetes-Management als die Grundlage des modernen IT-Stacks. Die beiden Produktfamilien „Suse Linux Enterprise“ und „Suse Rancher“, würden in Bälde mit neuen Service Packs, Releases und Lösungen aufwarten:

Suse Linux Enterprise Server 15 Service Pack 3 (SLES 15 SP3) bietet Kompatibilität zwischen „Opensuse Leap“ und Suse Linux Enterprise. Anwender können so Workloads von Entwicklungs- und UAT-Umgebungen mit Leap auf Produktionsumgebungen mit SLES 15 SP3 verschieben. Auch Nutzer von „CentOS“, das keine binäre Kompatibilität mit kommerziellen Linux-Distributionen mehr aufweist, soll bei der Migration auf Leap unter die Arme gegriffen werden.

Neu sind Suse Linux Enterprise „Base Container Images“ (SLE BCI), die Container-Images und Tools für die Anwendungsentwicklung bereitstellen. Auch soll es „besonders gehärtete und zertifizierte SLE BCI“ geben.

SLES 15 SP3 enthält aktualisierte Unterstützung für Intel-, AMD- und „IBM Z“- und „-Power“-Hardwareplattformen, ARM-Chipsätze, verbesserte Datenbankunterstützung und -leistung sowie STIG-Compliance und Krypto-Support.

Konkrete Neuerungen gegenüber dem SP2 sind:

  • Ein neues Branding (Schriftarten, Hintergrundbilder ...)
  • SLES 15 SP3 Beta Base-Container (wird wöchentlich aktualisiert)
  • Linux-Kernel 5.3.18
  • glibc 2,31
  • perl 5.26.1, nodejs 14.15.4, ruby 2.5.8, python3 3.6.12, python39 3.9.0
  • Mozilla Firefox 78.7.1 und Mozilla Thunderbird 78.7.0
  • Für FIPS-Konformität aktualisierte Pakete
  • Rootless Container-Funktion jetzt mit podman
  • xca ersetzt YAST2 CA Management
  • systemd 246.10
  • „PostgreSQL13“ in der Standard-Version
  • PostgreSQL12 und PostgreSQL10 nun im Legacy-Modul
  • „MariaDB 10.5“

Suse Rancher 2.6 erhält ein neues Design der Benutzeroberfläche sowie eine verbesserte Unterstützung für Public Cloud-Kubernetes-Services in Form eines Lifecycle-Managements für „Microsoft AKS“ und „Google GKE“ (zusätzlich zur bestehenden Unterstützung für „Amazon EKS“). Neu ist auch die Unterstützung für Suse Linux Enterprise Base Container Images (SLE BCI).

Mit Suse Edge offeriert man bald eine Software-Infrastruktur für die Erstellung und Verwaltung von Cloud-fähigen und -nativen Anwendungen über Edge-Umgebungen hinweg. Diese können mit öffentlichen und privaten Clouds und Rechenzentren verbunden werden. Enthalten sind Suse Linux Enterprise Micro, die Kubernetes-Distribution K3s, die beide speziell für Edge-Betriebsumgebungen entwickelt wurden, Rancher sowie Suse Manager für die Verwaltung von nicht-containerisierten Anwendungs-Workloads.

Markus Noga, seit Ende vergangenen Jahres VP Engineering & Innovation, Suse
Markus Noga, seit Ende vergangenen Jahres VP Engineering & Innovation, Suse
(Bild: Müller)

Suse Hybrid IT besteht aus Rancher, „RKE“, „Longhorn“, „Suse Manager“ und SLES und bildet damit nach Vorstellung von Markus Noga, seit Ende vergangenen Jahres VP Engineering & Innovation, einen kompletten Software-Stack für die Ausführung sowohl herkömmlicher Anwendungen als auch Cloud-nativer Anwendungen in Rechenzentren und Cloud-Umgebungen.

Noga kündigte zudem die Beta-Version von „Harvester“ an, einer auf Kubernetes basierenden hyperkonvergenten Open Source-Software. Sie könne sowohl VMs als auch Container verwalten und ermögliche so hybrides Cloud-Management für Amazon, Azure und Google Cloud.

US-Astronauten Scott Kelly, der erfahrenste Mensch im All, verrät auch einmal etwas Intimes.
US-Astronauten Scott Kelly, der erfahrenste Mensch im All, verrät auch einmal etwas Intimes.
(Bild: Müller)

Ein echtes Highlight der Susecon war die Keynote des US-Astronauten Scott Kelly, mit 520 Tagen der erfahrenste Mensch im All. So etwas macht gelassen. Auf die Frage, was seine größte Herausforderung im Orbit gewesen sei, erklärte er: „Haben Sie schon einmal ein Jahr lang die selbe Unterhose getragen?“ Diesen und viele weitere umwerfende Einblicke ins extraterrestrische Leben gibt es in dieser Aufzeichnung.

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Dr. Dietmar Müller

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