Was soll das? Container? Entwicklung? In meinem Unternehmen?

Studie legt strategische Verwendung von Containern nahe

| Autor / Redakteur: Gordon Haff * / Ulrike Ostler

Container stützen flexible IT-Infrastrukturen und erlauben es, neue Dienste für Mitarbeiter und Kunden schnell bereit zu stellen.
Container stützen flexible IT-Infrastrukturen und erlauben es, neue Dienste für Mitarbeiter und Kunden schnell bereit zu stellen. (Bild: Red Hat)

Container in der Anwendungsentwicklung – das verheißt höhere Produktivität und Codequalität, vor allem angesichts der Zunahme mobiler Apps. Das volle Container-Potenzial schöpfen aber nur wenige Unternehmen aus.

Red Hat hat den Marktforscher Forrester Consulting mit der Studie „Maximize Container Benefits With A Top-Down Approach“ beauftragt, um diese Entwicklung unter die Lupe zu nehmen und zu analysieren, welche Erwartungen Anwender an die neue Technologie haben und zu erforschen, in welchem Umfang sie sie bereits einsetzen. Forrester hat insgesamt 194 IT-Entscheider in Unternehmen aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Indien und China befragt, die gegenwärtig Container einsetzen oder deren Einsatz planen.

Container helfen Unternehmen, schneller und flexibler zu agieren

Das angenommene Potenzial bestätigt sich: Die große Mehrheit der Befragten, 82 Prozent, gab an, dass die Häufigkeit von Applikations-Releases zugenommen hat; 72 Prozent betrachteten die schnelle Entwicklung und Verteilung von Applikationen als einen wichtigen oder gar unternehmenskritischen Faktor für die laufenden und zu-künftigen Geschäfte.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Anwender wollen immer mehr mobil und über das Internet auf Daten oder Plattformen zugreifen – und dies wird nicht mehr nur von Start-ups erwartet, deren DNA sozusagen online oder mobil ist, sondern inzwischen auch von Banken, Fluggesellschaften, Apotheken oder sogar Lebensmittelgeschäften.

Container sind, zusammen mit neuen Anwendungs-Architekturen wie Micro-Services, oder neuen Ansätzen in der Applikationsentwicklung wie DevOps, ein weiteres wichtiges Instrument, um diese Nachfrage zu erfüllen. Mit ihrer Hilfe bieten Unternehmen ihren Kunden schneller die gewünschten Angebote.

Container verbessern die Auslastung der Infrastrukturen

Container bieten in diesem Umfeld zahlreiche Vorteile: Am häufigsten nannten die Teilnehmer der Studie die gestiegene Qualität der Software-Releases, die verbesserte Skalierbarkeit von Applikationen und deren einfachere Verwaltung als Argument für die Einführung der Technologie. Für Forrester belegt die Nennung der verschiedenen Vorteile die hohe Attraktivität von Containern; in den Augen vieler Unternehmen unterstützen sie die Umsetzung ihrer Geschäftsziele.

Die Ergebnisse unterstreichen auch die Bedeutung, die Container einnehmen: Sie sind Bausteine eines umfassenden Wandels der Unternehmen hin zu flexiblen IT-Infrastrukturen und zur schnellen Bereitstellung neuer Dienste für Mitarbeiter und Kunden. Im Vergleich dazu ging es etwa bei der Einführung virtueller Maschinen nur um eine verbesserte Auslastung vorhandener Infrastrukturen und um Kosteneinsparungen.

Die Forrester-Studie zeigt weiterhin, dass Container für eine Vielzahl von Anwendungen eingesetzt werden, vorzugsweise aus den Bereichen Cloud, Mobility und Social Media. Dieses Ergebnis war zu erwarten, da gerade solche Applikationen oft für den Einsatz in Scale-Out-Umgebungen entwickelt und aufgebaut sind.

Am häufigsten verwenden die befragten Unternehmen aber Container für Daten-bezogene Anwendungen: 77 Prozent führten aus, dass sie Container dafür bereits einsetzen oder einsetzen wollen.

Container sollten Bausteine einer umfassenden Strategie sein

Dies spiegelt die Tatsache wieder, dass viele neue, zum Beispiel durch das Internet der Dinge entstandene Aufgaben sich grundsätzlich aus der Sammlung und Analyse von Daten sowie aus der Verwendung der gesammelten Informationen ergeben. Zudem gaben 62 Prozent der Befragten an, dass sie Container sowohl für Back-Office-Systeme als auch für kundennahe Applikationen einsetzen wollen.

Für Forrester Consulting sollten Unternehmen Container als Bausteine einer weit angelegten Strategie für die Verwaltung von Anwendungen und Infrastrukturen sehen. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist die Sicherheit: 58 Prozent der Befragten hatten Sicherheitsbedenken, wenn sie Container lediglich isoliert einsetzen.

Diese Zahl sank auf – zugegebenermaßen immer noch ziemlich hohe – 47 Prozent, wenn sie Container nicht allein, sondern sowohl mit Docker-Tools als auch mit Lösungen für das Cluster- und Konfigurations-Management benutzten. Forrester Consulting weist in diesem Zusammenhang auf die Vorteile der Container-Zertifizierung, etwa durch digitale Signaturen, hin. Solche Zertifikate bestätigen nicht nur die Urheberschaft des Containers, sondern verifizieren Inhalte und verringern mögliche Risiken.

DevOps und Container - das unschlagbare Doppel

Die Einbettung des Einsatzes von Containern in andere Technologien hat aber noch weitere Vorteile. Die Verwendung übergeordneter Cluster- und Management-Tools steht nämlich in einer engen Wechselbeziehungen mit DevOps.

DevOps ist eine völlig neue, am Anfang stehende Herangehensweise an die IT, bietet neue Prozesse und Tools, um Mehrwert für Unternehmen zu generieren und hilft, schnell reagierende, iterative und hochqualitative IT-Dienste bereit zu stellen. Die Verfasser der Studie stellten fest, dass Unternehmen, die solche Tools zur Konfiguration und zum Cluster-Management zusätzlich einsetzen, im Vorteil sind: Diese Werkzeuge helfen dabei, das Silodenken über den gesamten Lebenszyklus der Software-Entwicklung hinweg zu überwinden.

Unternehmen, die den Einsatz von Containern in einem solch breiten Kontext sehen, scheinen besser für die Zukunft vorbereitet zu sein: 42 Prozent der befragten IT-Entscheider, die solche Tools nutzen, behaupteten von sich, für den Einsatz mit DevOps vorbereitet zu sein. Von den IT-Entscheidern, die aus-schließlich Container anwenden, behaupteten dies nur 15 Prozent. Das sind fast drei Mal weniger.

Gordon Haff ist Senior Cloud Product Manager bei Red Hat und der Autor dieses Artikels.
Gordon Haff ist Senior Cloud Product Manager bei Red Hat und der Autor dieses Artikels. (Bild: 2013 Gordon Haff)

Der schnelle Erfolg

Das überraschendste Ergebnis dieser Studie ist sicher die Erkenntnis, wie durchdringend die Nutzung der Container-Technologie in einer so kurzen Zeit werden konnte. Diese Durchgängigkeit eröffnet Unternehmen viele Möglichkeiten, die Qualität und Geschwindigkeit ihrer Software-Entwicklung deutlich zu erhöhen.

Das geht aber nur dann, wenn Container nicht informell, nur im Bedarfsfall oder durch einzelne, isolierte Arbeitsgruppen eingesetzt werden. Container müssen vielmehr auf Unternehmensebene strukturiert und strategisch integriert, verwaltet und abgesichert werden.

* Gordon Haff ist Senior Cloud Product Manager bei Red Hat.

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