Gender-Pay-Gap wird größer Studie: Die Entwicklergehälter steigen

Von Bernhard Lück

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Das durchschnittliche Gehalt für Entwickler in Deutschland steigt weiterhin überdurchschnittlich an. Leider existiert noch immer der Gender-Pay-Gap, und der ist größer als im letzten Jahr. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Jobplattform Honeypot.

Wer einen Job als Entwickler in München hat, verdient deutschlandweit im Schnitt am besten.
Wer einen Job als Entwickler in München hat, verdient deutschlandweit im Schnitt am besten.
(Bild: Honeypot )

Der Studie zufolge ist das durchschnittliche Entwicklergehalt in Deutschland von 2020 auf 2021 um 4,6 Prozent und von 2021 auf 2022 nochmals um 3,6 Prozent gestiegen. Damit würden die Tech-Gehälter nach wie vor stärker zunehmen, als im branchenübergreifenden Durchschnitt in Deutschland (2021: 3,8 Prozent; 2022: vermutlich nochmals deutlich weniger).

Laut Imke Schultjan, Managing Director bei Honeypot, steigen die Gehälter für Softwarentwickler und -entwicklerinnen auch 2022 weiter an: „Wir sehen beispielsweise, dass Talente auf Honeypot im Schnitt ein um fast sechs Prozent höheres Gehaltsangebot erhalten, als sie erwartet haben.“ Neben den steigenden Gehältern gibt es noch eine gute Nachricht für die Entwicklerinnen und Entwickler: „Der temporäre Einstellungsstopp durch die Coronapandemie scheint für Developer inzwischen überwunden.“

Im Vergleich zu 2020 seien 2021 54 Prozent mehr Entwicklungskräfte eingestellt worden., berichtet Schultjan „Den positiven Trend sehen wir auch in den Daten, die uns für 2022 vorliegen – und das trotz der aktuell unsicheren Welt- und Wirtschaftslage.“

Tendenziell unterschätzen Frauen ihre Fähigkeiten

Der Gender-Pay-Gap, so die Studie, ist sowohl 2021 als auch 2022 in den ersten zwei Berufsjahren am höchsten (2,9 und 5,3 Prozent) und verringert sich mit der Berufserfahrung. Es zeige sich leider auch, dass sich die Gehaltslücke bei allen Werten – außer der Berufserfahrung von sechs bis acht Jahren – von 2021 auf 2022 verschlechtert hat. Hier lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Gehaltserwartungen von Entwicklern und Entwicklerinnen: Männer erwarten im Schnitt über alle Stufen ein höheres Gehalt.

„Unsere Zahlen unterstreichen Ergebnisse anderer Studien die zeigen, dass Frauen ihre eigenen Fähigkeiten tendenziell eher unterschätzen, damit auch niedrigere Gehaltsforderungen haben, und ihr Gehalt weniger verhandeln als ihre männlichen Peers bei gleicher Qualifikation. Speziell im Tech-Bereich hängt das wohl auch mit immer noch vorhandenen Gender-Vorurteilen zusammen: Wir hören bei Honeypot viele Geschichten von Softwareentwicklerinnen, die davon berichten, dass sie sich stärker beweisen mussten und von Kolleginnen und Kollegen lange unterschätzt wurden“, ordnet Honeypot Managing Director Imke Schultjan ein.

Eine andere Honeypot-Studie, der Developer Happiness Index, zeigt: obwohl nahezu jede Frau in der IT (98 Prozent im Gegensatz zu 88 Prozent der Männer) das Gehalt als wichtigen Faktor sieht, sind Entwicklerinnen zufriedener mit ihrer Bezahlung als Entwickler (63 Prozent zu 50 Prozent der Männer) – und das bei im Durchschnitt niedrigeren Gehältern.

Schultjan empfiehlt Entwicklern und Entwicklerinnen empfehlen, einen transparenten Blick auf Durchschnittsgehälter zu haben.„Allein deshalb lohnt sich für uns die Erstellung solcher Studien. Wer gut informiert ist, der kann sein aktuelles Gehalt oder Gehaltsangebot besser einschätzen und wenn nötig, eine Verbesserung fordern.“

Unternehmen werden offener für nicht deutschsprachige Talente

Laut Studie erhalten deutschsprachige Talente die meisten Interviewanfragen und werden am häufigsten eingestellt, jedoch im Schnitt nicht immer mit dem höchsten Gehalt.

„Unternehmen sind auf internationale Tech-Talente angewiesen – ohne sie gibt es keinen Weg um den IT-Fachkräftemangel, der eine echte Bedrohung darstellt. Unsere Daten deuten aber darauf hin, dass viele Unternehmen eher dann internationale Talente in Betracht ziehen, wenn diese sehr spezielle und daher noch stärker nachgefragte Skills aufweisen oder überdurchschnittlich viel Arbeitserfahrung mitbringen (das treibt die Durchschnittsgehälter in unserer Statistik für nicht deutschsprachige Developer dementsprechend nach oben)“, erklärt Imke Schultjan.

Zahlen aus dem Honeypot Tech Hiring DACH Report würden zeigen, dass Unternehmen langsam aber stetig offener für nichtdeutschsprachige Talente werden: Über die Hälfte der Unternehmen würden Talente berücksichtigen, die kein oder nur schlecht Deutsch, dafür aber gut Englisch sprechen (52 Prozent seien offen für solche Kandidaten). Und das obwohl bisher nur in rund 20 Prozent der Tech-Teams vorwiegend Englisch gesprochen werde.

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Imke Schultjan dazu: „Wir empfehlen Unternehmen schon immer, auch für internationale Softwareentwicklerinnen und -enwickler offen zu sein – nicht nur für spezielle high-skilled Positionen. Diejenigen, die die Chance eines internationalen Talentpools verstanden haben, haben eine weitaus höhere Chance ihre Tech-Stellen zu besetzen und profitieren gleichzeitig von einer diversen Unternehmenskultur.“

Durchschnittsgehalt: München und Berlin vorn

Diverse Faktoren spielen eine Rolle, wenn es um die Höhe des Gehalts geht – dazu gehört auch der Sitz des Arbeitgebers. Jobs in München, so die Studie, zahlen durchschnittlich am besten. Auf Platz zwei folgt direkt Berlin, mit im Schnitt nur knapp 3.000 Euro weniger Jahresgehalt. Diesen Unterschied könne Berlin allerdings mit deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten ausgleichen, was die Hauptstadt nach wie vor zu einem der attraktivsten Orte für Developer mache.

Über die Studie

Für den Developer Salaries 2022 Report Germany hat Honeypot den Developer-Arbeitsmarkt der Jahre 2021 und 2022 beleuchtet. Hierfür seien mehr als 15.000 Datenpunkte ausgewertet worden. Die Studie habe die IT-Gehälter je nach Skillset, Berufserfahrung und Stadt untersucht und ausgewertet, wie sich Gehälter zwischen Männern und Frauen unterscheiden.

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