.conf 202: Zahlreiche Produkt-News, ein neues Partnermodell und Workload-gemäße Preise Splunk expandiert mit Observability Suite im APM-Markt

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Ulrike Ostler

Splunk treibt seine Expansion im APM-Markt mit der Observability Suite weiter voran, so das Fazit der „.conf 2021“. Um Projekte für die digitale Transformation zu unterstützen, erweitert es seine Splunk Enterprise Cloud um neue Daten-Management-Funktionen.

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Die Hauptzutat für RUM ist bei Splunk ist nicht Zuckerrohr, hier bedeutet RUM: Real User Monitoring und das besteht im Wesentlichen aus Daten.
Die Hauptzutat für RUM ist bei Splunk ist nicht Zuckerrohr, hier bedeutet RUM: Real User Monitoring und das besteht im Wesentlichen aus Daten.
(Bild: Felix Wolf auf Pixabay)

In einer neuen Suite mit der Bezeichnung „Enterprise Observability“ führt Splunk Metriken, Tracing und Logging in einer einzigen Benutzeroberfläche zusammen. Splunks CEO Doug Merritt hat sie in der vergangenen Woche auf der diesjährigen Anwenderkonferenz „Splunk .conf 2021“ vorgestellt. Damit stößt es weiter in den DevOps-Markt für Application Performance Monitoring (APM) vor, dessen Lösungen in den gesamten Workflow von der Problemerkennung bis zur Problembehebung reichen sollen.

Splunk hat in den vergangenen beiden Jahren mehrere Firmen wie Rigor oder Plumbr (s.u.) aufgekauft, dadurch die Breite und Tiefe seines Observability-Portfolios vergrößert und unterstützt seine Kunden nun mit einer umfassenden Sicht auf Services, Infrastruktur, Anwendungen und Benutzer. Um die Zuverlässigkeit und Performance der bestehenden, monolithischen Anwendungen von Kunden zu verbessern, entwickelt Splunk das neue „Always On Profiling für Splunk APM“, das sich derzeit in der Vorschauphase befindet.

Die Splunk-Konferenz 2021 hat in der vergangenen Woche stattgefunden.
Die Splunk-Konferenz 2021 hat in der vergangenen Woche stattgefunden.
(Bild: © Splunk)

Das Splunk Always On Profiling erweitert das bestehende Full-Fidelity-Tracing und bietet Kunden Möglichkeiten für die kontinuierliche Transparenz und Analysen auf Code-Ebene, damit sie Service-Engpässe finden und beheben können sowie Möglichkeiten zur Ressourcenoptimierung und Einsparung von Cloud-Kosten finden. Die Splunk „APM Database Visibility“ ist nun allgemein verfügbar, welche automatisch langsame Abfragen erkennen soll, die zu Transaktionslatenz führen. Mit diesen Innovationen sollen Splunk APM-Kunden Probleme mit der Anwendungsleistung jetzt bis zu 80 Prozent schneller überwachen und beheben, Code-Bereitstellungen beschleunigen und Serviceunterbrechungen reduzieren, bevor sich diese auf den Endkunden auswirken.

Real User Monitoring (RUM)

Zu den zentralen Funktionen der Observability Suite gehört „Real User Monitoring“ (RUM). RUM liefere in Echtzeit umfassende, zuverlässige und detaillierte Daten zu jedem Kunden und zu jeder Nutzerinteraktion mit einer Anwendung. Der Zweck bestehe darin, dass Entwicklerteams eine genaue Vorstellung von der Kundenerfahrung mit ihrer neuen App erhalten.

Wenn Site Reliability Engineers (SREs) die Stabilität einer Webseite erhöhen wollen, hilft ihnen der „Log Observer for DevOps“. Für beide Tools lasse sich die Cloud-Infrastruktur als auch die neue Streaming-Architektur von Splunk nutzen. Mit „Plumbr“ erhalte der Entwickler tiefen Einblick in Java- und Byte-Code (BCI). „Rigor“ sei ein Spezialist für die Überwachung eines digitalen Nutzungserlebnisses mithilfe des Synthetic Monitoring.

Mobile Nutzung

Durch die allgemeine Verfügbarkeit von „Splunk RUM for Mobile Applications“ auf der Basis von OpenTelemetry-Standards stehen Kunden laut Splunk ein umfassendes Performance-Monitoring und gezieltes Troubleshooting für native und hybride mobile Anwendungen unter „iOS“ und „Android“ zur Verfügung. Darüber hinaus gebe Splunk SREs und Entwicklern im Bereitschaftsdienst die Flexibilität, völlig standortunabhängig reaktionsschnell und produktiv zu arbeiten.

Dies ermöglicht die Splunk Observability Cloud for Mobile, die allgemein verfügbar ist. Damit können Teams Vorfälle direkt auf ihren Mobilgeräten anzeigen lassen, um diese zu sichten und darauf zu reagieren.

Splunk beschleunigt die Time-to-Value für Kunden

Splunk will seinen Kunden den Einstieg in Observability erleichtern. Mit der neuen Integration zwischen Splunk Log Observer und Splunk Enterprise (derzeit in der Vorschau) sollen Splunk-Bestandskunden die Observability-Benutzeroberfläche nutzen können, um beliebige Logs in der Splunk-Plattform zu untersuchen und für das Troubleshooting zu nutzen. Dies helfe Kunden, ihre Log-Daten zentral in Splunk Enterprise zu verwalten sowie für die Observability erfasste Metrik- und Trace-Daten mit diesen Logs zu korrelieren.

Autodetect

Splunk-Kunden sollen ihre Daten noch besser und schneller in Erkenntnisse umwandeln können. Mit neuen, sofort verfügbaren Dashboards und Detektoren haben Splunk-Kunden sofortigen Nutzen, ohne aufwändiges anfängliches Einrichten. Das neue Werkzeug „Splunk Infrastructure Monitoring Autodetect“ (derzeit in der Vorschau) soll die Inbetriebnahme vereinfachen und die Dauer bis zur Wertschöpfung verkürzen, indem es Infrastrukturanomalien automatisch erkennt und den Benachrichtigungsstatus in Dashboards einbindet.

Die „Splunk App for Content Packs“ bilden eine zentrale Anlaufstelle für vordefinierte Inhalte, sofort einsetzbare Suchvorgänge und Dashboards für gängige IT-Infrastruktur-Apps und -Services, wie etwa die neuen Content Packs für die Verwaltung von „Microsoft365“, APM-Tools von Drittanbietern und Synthetisches Monitoring (s.o.).

Informations-Management

Splunk will seinen Kunden eine umfassendere Nutzung ihrer Daten durch End-to-End-Transparenz – vom Edge bis zu Cloud – verschaffen. Dazu führt der Hersteller neue Funktionen für den Zugriff auf Cloud-Daten und die Arbeit mit bewegten Daten, bevor sie innerhalb der Splunk-Plattform indiziert werden, ein. Der neue „Data Manager“ bietet mit der Splunk Cloud Plattform durch das automatisierte Cloud-natives Onboarding von Daten ein modernisiertes Nutzererlebnis – angefangen bei AWS und Microsoft 365. Die „Google Cloud Platform“ und „Microsoft Azure“-Datenquellen sollen bald einbezogen werden

Auch die neue Splunk-Funktion „Ingest Actions“ (derzeit in Vorschau) in Splunk Enterprise, soll es Kunden erlauben, regelbasierte Maßnahmen zu bewegten Data zu ergreifen, um Daten bei der Erfassung zu redigieren (anonymisieren oder maskieren usw.), zu filtern und an Splunk oder einen externen „AWS S3“-Speicher weiterzuleiten. Die Splunk-Plattform soll kostengünstige Indizierungs- und Speicheroptionen für alle Kundendaten bieten.

Der neue „Flex Index“, der sich für Splunk-Kunden mit Workload-basiertem Preismodell (s.u.) in der Preview-Phase befindet, ermögliche die kostengünstige Erfassung, Suche und Speicherung von weniger hochwertigen Daten, die unter Umständen lange Aufbewahrungsfristen haben und in erster Linie für historische forensische Untersuchungen und für Compliance-Zwecke verwendet werden sollen.

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Splunk erweitert seinen Cloud-Speicher um „Smartstore“, eine Indizierungsfunktion, die inzwischen auf Microsoft Azure als Preview-Funktion zusätzlich zu AWS und GCP verfügbar ist. Azure-Kunden von Splunk soll die Funktion ein noch größeres Wachstum bei gleichzeitiger Eindämmung der Kosten für die Datenspeicherung erlauben.

Mit „Federated Search“ erhielten Kunden eine einheitliche Suchmöglichkeit über alle Bereitstellungsarten hinweg, so dass sie in der Lage seien, Silostrukturen aufzubrechen und das Ökosystem ihrer gesamten Splunk-Plattform zu durchsuchen. Es ist erhältlich in Splunk Cloud Platform 8.1.2103 und Splunk Enterprise 8.2.

Für schnellere Maßnahmen durch Daten steht jetzt das „Splunk Dashboard Studio“ auf Splunk Mobile bereit, das Kunden hilft, ihre komplexen Datenerkenntnisse auf leicht verständlichen Dashboards zu präsentieren. Diese Dashboards können mithilfe Splunk Mobile und „Splunk TV“ (auf iOS und Android) überall mit hingenommen werden, so dass Außendienstmitarbeiter ihre Daten auf dem jeweiligen Endgerät sicher einsetzen können. Sowohl Federated Search als auch Dashboard Studio seien jetzt allgemein verfügbar.

Die Bereitstellung

Ganz gleich, ob sich das Unternehmen in der Cloud befindet, on-premises tätig ist oder ob es sich um ein Hybrid-Unternehmen handelt, biete Splunk Admins und Entwicklern neue Self-Service-Funktionen, mit denen sie ihre Splunk-Umgebung und -Anwendungen problemlos einsetzen und vollkommen transparent halten können, so das Unternehmen. Mit dem „Splunk Operator for Kubernetes“, der jetzt allgemein verfügbar ist, sollen Administratoren und Entwickler ihre gewählte Cloud-Umgebung nahtlos installieren, skalieren und verwalten können.

Mithilfe der neuen „Splunkbase“-Benutzeroberfläche mit kuratierten Sammlungen und Kategorien, mit der sich beliebige Anwendungen für die spezifischen geschäftlichen Anforderungen von Unternehmen leicht finden und entwickeln lassen, könnten sie zudem die florierende Community des Ecosystems und die optimierten Entwickler-Tools von Splunk nutzen.

Ein anderes Partnerprogramm

Apropos Partner: Splunk hat zusammen mit dem Systemintegrator Accenture eine Unternehmenseinheit gebildet. Dies erfolgte vor dem Hintergrund des Starts des neuen Partnerprogramms „Partnerverse“. Der allgemeine Start soll im Februar 2022 erfolgen, doch jetzt schon sind Bluevoyant, Deepwatch, Orange Cyberdefense und TesStream mit im Boot.

Workload-basierte Tarife

Da die Unternehmen immer unterschiedlichere Daten verschiedener Herkunft und Größe analysieren müssen, sei eine vertrauenswürdige Datenplattform ein Muss für den geschäftlichen Erfolg. Deshalb kündigte CEO Doug Merritt auf der Splunk .conf neue Workload-basierte Tarife an. Sie sollen den Kunden den Kauf je nach Infrastruktur, die sie zur Erbringung ihrer Dienstleistungen benötigen, ermöglichen und die Kosten pro Gigabyte senken. Dieses Tarifmodell steht jetzt allen Splunk Cloud Plattform-Kunden offen.

„Durch die Umstellung auf Workload-basierte Tarife können wir uns jetzt auf das Wesentliche konzentrieren, ohne ständig darüber nachzudenken, dass wir uns eventuell dem Datenlimit annähern,“ wertet Trina McGhie, Chief Information Security Officer beim Splunk-Kunden Co-Operators. „Seit wir zur Splunk Cloud Platform und zum Workload-basierten Tarifmodell gewechselt sind, hat unser hochqualifiziertes und innovatives Sicherheitsteam unsere Datenbandbreite mit Splunk nahezu verdoppelt, unser Sicherheitsniveau hat sich verbessert und die Möglichkeit, Splunk zum Bewerten und Überwachen der Lage unseres Unternehmens zu nutzen, hat sich als außerordentlich wertvoll erwiesen."

IDC positionierte Splunk 2020 zum siebten Mal in Folge als Nr. 1 im Markt für IT Operations Analytics (ITOA). Am 3. März 2021 veröffentlichte Splunk seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2020 und für das gesamte abgelaufene Geschäftsjahr. Die Cloud-Umsätze steigen stetig um über 70 Prozent, was wohl die Richtigkeit der strategischen Ausrichtung 'Cloud First!' belegen dürfte.

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