App-Store-Optimierung

SEO für Mobile-App-Entwickler

| Autor / Redakteur: Christian Rentrop / Stephan Augsten

Die Gliederung von Google Play Store und Apple App Store ist weitestgehend identisch.
Die Gliederung von Google Play Store und Apple App Store ist weitestgehend identisch. (Bild: Rentrop / Google)

Der Begriff SEO dürfte den meisten Webentwicklern ein Begriff sein. Doch auch Mobile-App-Entwickler sollten ihre Apps für die Suchmaschinen der App-Stores optimieren. Wer es richtig angeht, kann seine Download-Zahlen deutlich steigern.

Mobile-App-Entwickler dürften das Problem kennen: Die App-Marktplätze sind überfüllt und es fällt immer schwerer, mit einer neuen Applikation einen Volltreffer zu landen. Allein bei Apple sind rund zwei Millionen Apps gelistet, im Google Play Store sind es sogar noch wenig mehr. Selbst der nischenträchtige Amazon Appstore mit über 450.000 Apps ist längst eine ziemlich große Nummer.

In diesem Wust guter und weniger guter Apps ist es gar nicht so einfach, überhaupt Kunden zum Download einer App zu bewegen – vor allem dann, wenn die App ein absoluter Neuling ist und der Marken- oder Dienstname noch nicht weithin bekannt. Umso wichtiger ist es, dass die App bei bestimmten Anfragen in den obersten Ergebnissen der Marktplatz-Suche auftaucht.

ASO ist das kleine SEO

Genau deshalb sollten Mobile-App-Entwickler auf die sogenannte App-Store-Optimierung (ASO) setzen. Wie beim SEO (Search Engine Optimization) der Webentwickler muss die App so eingepflegt werden, dass sie auch gefunden wird. Dabei helfen bei der ASO ähnliche Strategien, es ist also durchaus der der kleine Bruder von SEO und hilft dabei, dass Apps höher ranken.

Bei der App-Store-Optimierung ist die Aufgabe aber sogar noch eine Spur komplexer als beim Website-SEO. Einerseits besitzen die App-Store-Seiten nur beschränkte technische Möglichkeiten – und andererseits müssen gleich zwei Suchmaschinen-Typen bedient werden: Die Suche innerhalb der App-Plattformen – und die Suchfunktionen von Websuchen wie Google. Und das nach Möglichkeit in allen Sprachen der App.

ASO: Wo beginnen?

Für das Ranking außerhalb des App-Stores können die klassischen Online-Marketing-Kanäle verwendet werden. Neben sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook und Instagram sowie Online-Werbung können das auch Links auf der eigenen Website, Content-Marketing, bezahlte Artikel auf Drittanbieter-Seiten und ähnliche Methoden sein.

Die Gliederung von Google Play Store und Apple App Store ist weitestgehend identisch.
Die Gliederung von Google Play Store und Apple App Store ist weitestgehend identisch. (Bild: Rentrop / Google)

Hier gelten die gleichen Regeln wie bei der klassischen Suchmaschinen-Optimierung: Der Link in den App Store sollte möglichst hoch mit den gewünschten Keywords ranken. Innerhalb der App-Marktplätze gelten jedoch andere Regeln. Hier sind neben den App-Beschreibungstexten auch Faktoren wie das Icon oder der Name der App sowie die Verwendung von Screenshots und Videos wichtig. Klassische SEO-Strategien lassen sich hier nur eingeschränkt anwenden.

Die ersten Schritte

Damit die App-Store-Optimierung funktioniert, sollte zunächst die englische Sprachversion der App optimiert werden, sofern die App nicht für einen spezifischen Markt gedacht ist. Der Hintergrund ist, dass Englisch weltweit gut verstanden wird und Anwender, so sie das Gewünschte nicht in der eigenen Sprache finden, schnell auf Englisch umschwenken.

Im Einklang damit geht einher, dass der englische Sprachraum der wichtigste und weitverbreitetste der Welt ist, was die Chancen auf Erfolg gerade bei Bezahl-Apps und Abos deutlich erhöhen kann. Entwickler sollten darüber hinaus die folgenden Tipps beherzigen.

1. Auf das Icon achten

Auf den kleinen Smartphone-Bildschirmen sind Keywords und Beschreibungen oft zweitrangig. Am wichtigsten ist, dass die App einen guten Namen und ein attraktives Icon besitzt. Gerade in Bereichen mit vielen Mitbewerbern kann die Qualität des Icons über den Erfolg und Nichterfolg einer App entscheiden.

Wichtig ist dabei auch die Semiotik: Das Icon sollte eine klare, kontrastreiche Farbpalette und ein optisch ansprechendes Design besitzen, das die Funktion der App wiedergibt. Gegebenenfalls hilft ein A/B-Testing, um das ideale App-Design zu finden.

2. App-Namen optimieren

Attraktiv sollte auch der Name der App sein: Leicht zu sprechen, leicht zu merken, leicht zu schreiben und dabei beschreibend. Die Länge des App-Titels ist in den Marktplätzen von Apple und Google limitiert, darf aber deutlich länger sein als der eigentliche App-Name. Hier können gegebenenfalls zusätzliche Beschreibungen und Keywords untergebracht werden, etwa: „Super 4K Kamera: Kamera-App mit RAW-Format“.

3. Keywords optimieren

Apples App Store erlaubt zusätzlich die (kurze) Spezifikation von Schlüsselworten. Diese sollten die App in der App-Sprache beschreiben und deren Funktion wiedergeben. Singular und Plural sollten nicht belegt werden, das schafft die Suche allein, Wiederholungen der Keywords im App-Namen sollte man ebenfalls vermeiden. Ansonsten gelten die klassischen SEO-Regeln.

4. Attraktive Screenshots und Videos

Gute, sprechende Screenshots sind wichtig.
Gute, sprechende Screenshots sind wichtig. (Bild: Rentrop / Apple)

Direkt unterhalb von Icon und Name listen sowohl Google, als auch Apple Screenshots der Apps auf. Diesen sollte deshalb besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden: Die Screenshots sollten belegen, dass die App einfach zu verwenden ist und den gewünschten Zweck erfüllt. Bearbeitete Screenshots, etwa mit kurzen Info-Texten, sind erlaubt. So sieht der User direkt, dass die App leistet, was er sich wünscht. Wie beim Icon gilt: Visuelle Attraktivität ist wichtig.

5. Beschreibungstexte: Das Wichtigste nach oben

Die wichtigsten Infos sollten sich im oberen Teil des Beschreibungstextes finden.
Die wichtigsten Infos sollten sich im oberen Teil des Beschreibungstextes finden. (Bild: Rentrop / Google)

Sowohl Apple als auch Google besitzen eine aufklappbare App-Beschreibung, die nur drei bis fünf Zeilen lang ist. Bei der Erstellung der Beschreibungstexte sollten in diesen drei bis fünf Zeilen die wichtigsten Informationen zur App untergebracht werden: Was leistet die App, wofür ist sie gedacht? Allzu aufdringliche Werbung sollte hier allerdings vermieden werden.

6. Beschreibungstexte: Alle Informationen unterbringen

ASO bedeutet auch, dass alle Infos auf einem Blick erreichbar sind.
ASO bedeutet auch, dass alle Infos auf einem Blick erreichbar sind. (Bild: Rentrop / Apple)

Der übrige Beschreibungstext muss in beiden App-Stores ausgeklappt werden. Im weiteren Text sollten für die Anwender gut gegliederte Infotexte stattfinden, etwa eine Auflistung der Funktionen, gegebenenfalls Kosten und Extras oder neueste Update-Inhalte.

Der Text sollte alle notwendigen Infos enthalten, dabei aber nicht zu lang werden. Gleichzeitig sollte er leicht lesbar sein. Grundsätzlich gilt: Verzichten Sie auf automatische Übersetzungen, wenn die App in mehreren Sprachen erhältlich ist, sondern lassen Sie den Text professionell übersetzen.

7. Zusätzliche Dienste verwenden

Dienste wie ASOdesk oder MobileAction können dabei helfen, sinnvolle Schlüsselwörter zu finden und zu besetzen und die App für ASO zu optimieren.

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