Blockchain-Studie des HPI für Softwaresystemtechnik

Risiken, Chancen und Grundlagen von Blockchains

| Autor / Redakteur: Mirco Lang / Stephan Augsten

Entwickler dürften bei der Lektüre des HPI-Dokuments vor allem von der Analyse der verschiedenen Sicherheitsaspekte profitieren.
Entwickler dürften bei der Lektüre des HPI-Dokuments vor allem von der Analyse der verschiedenen Sicherheitsaspekte profitieren. (Bild: HPI für Softwaresystemtechnik)

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam hat einen umfangreichen Report zum Thema „Blockchain: Hype oder Innovation” veröffentlicht, der sowohl die technischen Grundlagen aufbereitet als auch Chancen und Risiken benennt.

Der Report „Blockchain: Hype oder Innovation“ widmet sich auf 116 Seiten dem gesamten Spektrum der Blockchain-Technologie. Nach den wichtigsten Grundlagen wird die Kernfrage des Papiers ausführlich an unterschiedlichen Themen behandelt: Anonymität und Transparenz, Konsensfindung, Sicherheit, Datenschutz und Skalierbarkeit bilden den Rahmen. Es folgen Kapitel zu Umsetzung, Blockchain-Arten und konkreten Projekten.

In der Studie nennt das Hasso-Plattner-Institut viele interessante Zahlen und Beispiele und bedient so mit dem Dokument unterschiedliche Zielgruppen. Es hilft einerseits Blockchain-Kennern, ihr Wissen zu erweitern, andererseits Einsteigern, sich überhaupt ein Bild zu machen. Die Stellen, die technisch etwas tiefer gehen (zum Beispiel Kryptographie), lassen sich gut überspringen.

Für IT-Entscheider ist die Lektüre vor allem relevant, um die grundsätzliche Frage nach einem Blockchain-Einsatz zu beantworten. Auch als Argumentationsgrundlage ist die Studie zu empfehlen. Zudem lassen sich viele interessante, jedoch eher unbekannte Projekte entdecken. Entwickler dürften vor allem von der Analyse der verschiedenen Sicherheitsaspekte profitieren.

Bezüglich der Sicherheit gibt es auch gleich die beruhigende Feststellung: „Die Blockchain-Architektur bietet ein hohes Level an Sicherheit. Die eingesetzten kryptographischen Algorithmen gehören mit zu den besten.” Die größte Verantwortung sehen die Autoren so auch bei den Nutzern, die sich insbesondere um die sichere Verwahrung der geheimen Schlüssel und die Wahl sicherer Software (bspw. Wallets) kümmern müssten.

Wohlwollende Wahrnehmung

Insgesamt sehen die Autoren Blockchains eindeutig eher positiv und auf der Seite der Innovation denn auf der Seite des Hypes. Man müsse jedoch bedenken, dass es sich zwar um eine Technologie handelt, „die mit einer richtigen Einsatz- und Implementierungs-Strategie tatsächlich Geschäftsprozesse schlanker und effizienter gestalten kann”, jedoch noch nicht ausgereift sei und mit einem gewissen Hype verklärt würde.

Als Pluspunkte der Technologie nennt der Bericht zahlreiche Aspekte: Etwa das innovative Konzept, durch das „ein Werte-Austausch in einem dezentralen System möglich” wird, bei dem kein Vertrauen nötig ist und die Intelligenz „bei den Knoten und nicht bei einer zentralen Instanz” liegt. Als bald verfügbare Anwendungsfälle werden beispielsweise Zugangsbeschränkungen, Wahlen und persönliche Krankenakten ohne physische Schlüssel oder Dokumente aufgeführt.

Interessierten Unternehmen werden die zahlreichen Umsetzungsmöglichkeiten nahegelegt, insbesondere auch im Bereich Blockchain-as-a-Service, aber auch der Hinweis, sich „intensiv mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis” auseinanderzusetzen. Die Studie endet mit zwei interessanten Feststellungen, die auch die Wertschätzung der Blockchain aufzeigt: „Neue Blockchains laufen Gefahr, geringere Sicherheit zu bieten, da Änderungen an der bereits bestehenden Technologie zu Schutzlücken und Mängeln führen können.” Zudem werden die internationalen Standardisierungsbemühungen als Hoffnung erwähnt, dass die „Blockchain kein Hype bleibt, sondern eine übergreifende und nachhaltige Technologie wird.”

Wer eine neutrale, ausführliche Analyse zum Thema sucht, dem sei die Studie sehr empfohlen; viele vorhandene Abhandlungen sind eher von Enthusiasmus beziehungsweise Skeptizismus geprägt.

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