Search Engine Optimization für WordPress, Teil 2 Plug-ins und Tipps für optimale SEO-Ergebnisse

Ein Gastbeitrag von Marc Hillebrand *

Wie gut sich eine WordPress-basierte Webseite im Suchmaschinen-Ranking präsentiert, hängt einerseits von der Webserver-Basis ab. Auf der anderen Seite gibt es aber noch weitere Stellschrauben, die der Autor im folgenden vorstellt.

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Einige Handgriffe reichen in der Regel aus, um mit der ärgsten SEO-Konkurrenz zumindest gleichzuziehen.
Einige Handgriffe reichen in der Regel aus, um mit der ärgsten SEO-Konkurrenz zumindest gleichzuziehen.
(Bild: pixelcreatures / Pixabay )

WordPress ist nicht umsonst so beliebt wie nie. Schließlich besticht das mit Abstand meistgenutzte Content-Management-System (CMS) der Welt nicht nur durch seine extrem übersichtliche Benutzeroberfläche. Denn die macht es zwar auch Laien und angehenden Contentmanagern mit wenig Erfahrung möglich, auch anspruchsvolle Webseiten inhaltlich professionell zu verwalten.

Mit der schier endlosen Zahl an speziell für WordPress entwickelter Plug-ins lassen sich auch nahezu alle Wünsche von Auftraggebern, Marketingmanagern und Webdesignern auf einer Webpräsenz umsetzen – und das, ohne (oder nur mit sehr rudimentären) Codingfähigkeiten.

Es gibt jedoch einen Haken: Viele der praktischen Zusatzprogramme entpuppen sich nämlich irgendwann als wahre „Performance-Fresser“. Ein Effekt, der bedauerlicherweise mit wachsender Plug-in-Zahl oft exponentiell zunimmt.

Auch wenn der Server passt, ist es noch ein weiter Weg

Wer mit der eigenen Webseite unter diesen Voraussetzungen dennoch möglichst weit vorne in den relevanten Suchergebnissen auftauchen möchte, sollte daher einige grundlegende Dinge beachten. Welche extrem wichtige Rolle die geeignete, für WordPress optimierte Serverbasis dabei darstellt, habe ich bereits im ersten Artikel erklärt.

Doch damit ist lediglich ein erster Schritt in Richtung Performance-Optimierung für WordPress getan. Um nachhaltig bei Google & Co. punkten zu können, sollten Sie unbedingt auch an zwei weiteren SEO-Stellschrauben drehen – und das möglichst in die richtige Richtung.

Ich zeige Ihnen daher nun, welche Erfolgsfaktoren für wirklich performante WordPress-Internetauftritte man daher bereits

  • bei der Planung einer neuen WordPress-Website auf dem Schirm haben sollte,
  • welche technischen SEO- und Performance-Einstellungen das Optimum aus einer WordPress-Installation herausholen und
  • welche SEO-Kniffe jede einzelne Beitrags- und Unterseite für vordere Suchmaschinenrankings optimieren.

Doch keine Sorge: Schon die wenigen nun folgenden Handgriffe reichen in der Regel aus, um mit der ärgsten SEO-Konkurrenz zumindest gleichzuziehen.

Typische Performance-Fallstricke – und die passende Lösung

Wie bereits erwähnt, stellt ein leistungsfähiges Webhosting, optimalerweise speziell für die Installation von WordPress ausgelegt, eine essenzielle Grundlage für den späteren SEO-Erfolg dar. Doch auch unter optimalen Server-Voraussetzungen sollte man beim anschießenden Konfigurieren der Webapplikation auf die folgenden Performance-Schritte keinesfalls verzichten.

Bilder und Grafiken: Dateigrößen weboptimiert reduzieren

Um Performance-technisch stets das Beste aus einer WordPress-Installation herauszuholen, sollten immer nur angemessen dimensionierte Bilder, Grafiken und Videos eingebunden werden. Ein Umstand, der nicht nur viel Arbeit macht, sondern gerade bei drückenden Deadlines und näher rückenden Launch-Terminen schnell mal „vergessen“ wird. Schade, denn das muss heute nun wirklich nicht mehr sein.

Die praktische und komfortable Lösung: Komprimierungs-Plug-ins wie EWWW Image Optimizer können in WordPress wie von Geisterhand dafür sorgen, dass auch viel zu große Bild- und Grafikdateien, die man aufgrund von Zeitdruck (oder Bequemlichkeit) hochlädt und integriert, nicht zu ärgerlichen Performance- und PageSpeed-Einbrüchen führen. Dafür generieren die leistungsfähigen Helferlein aus jeder, in die WordPress-Mediathek hochgeladenen Datei eine ganze Reihe an optimierten Dateiklonen, die je nach Anforderung dann wahlweise sogar in modernen Webgrafik-Formaten wie WebP ausgespielt werden.

Lazy Loading: Inhalte „unter dem Knick“ erst bei Bedarf nachladen

Gerade die so genannten „One Pager“ oder Single Page Apps, also Webseiten, die aus nur einer sehr langen Unterseite bestehen, sind zwar modern – haben häufig aber ein signifikantes Performance-Problem. Das tritt immer dann auf, wenn man Server- bzw. CMS-seitig nicht dafür gesorgt hat, dass die weiter unten stehenden Inhalte erst geladen werden, wenn sie auch tatsächlich beim Scrollen ins Blickfeld des Webseitenbesuchers geraten. Standardmäßig erfolgt der komplette Seitenaufbau in WordPress immer gleich beim Aufrufen einer Webpage.

Abhilfe für dieses Problem ist jedoch ebenfalls schnell und einfach in Sicht: Suchen Sie in der eingebauten Plug-in-Bibliothek von WordPress einfach nach „Lazy Loading“ und entscheiden Sie sich dann für eines der verfügbaren Plug-ins. Kleiner Tipp: Achten Sie bei der Auswahl unbedingt darauf, dass die zu installierende Erweiterung als „getestet mit Ihrer WordPress-Version“ markiert ist.

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CSS, HTML und JavaScript: Minimieren und zusammenführen

Erweiterungen wie Autoptimize und W3 Total Cache zählen zu den wohl bekanntesten (und leistungsfähigsten) Optimierungs-Plug-ins für WordPress. Allerdings ist auch schon so manch SEO- und Performance-Neuling am riesigen Funktionsumfang und den unzähligen Einstellungsmöglichkeiten (und deren optimaler Kombination) verzweifelt – und mitunter sogar gescheitert.

Trotzdem: Derartige Performance-Boosting-Plug-ins lohnen sich in vielen Fällen sehr – vor allem dann, wenn man bei der Auswahl der Server- oder Webhosting-basis nicht ganz so vorausschauend entschieden haben sollte. Denn gerade in diesem Fall lassen sich mithilfe der genannten Plug-ins zusätzliche PageSpeed-Fresser wie CSS, HTML und JavaScript nicht nur deutlich minimieren, sondern auch in einer einzigen Datei zusammenführen. Und das spart wichtige Millisekunden beim Seitenaufbau. Zudem ermöglichen Sie es auch unerfahrenen Nutzern, ein zusätzliches Browser-Caching zu aktivieren.

Übrigens: Wer bereits bei der Auswahl des Webservers auf die wichtigen Mindestanforderungen für optimales WordPress-Hosting geachtet hat, braucht sich darüber meist keine Gedanken mehr zu machen. Denn dann ist in der Regel bereits serverseitig für optimales Caching gesorgt und Sie können getrost auf die zusätzlichen Performance-Plug-ins verzichten.

Das zahlt sich übrigens doppelt aus: Sie sparen nämlich nicht nur den Aufwand und die zusätzlichen Kosten für wichtige Premium-Funktionen, die sich die Software-Entwickler teuer bezahlen lassen. Ihre WordPress-Installation wird auch um ein bis zwei umfangreiche Plug-ins „leichter“ – und damit womöglich nochmal etwas schneller.

Lade- und Übertragungszeiten optimieren: WordPress-Hosting am besten mit CDN

Wer nun auch noch ein Content-Delivery-Netzwerks (CDN) verwendet, hat in Sachen Performance-Optimierung für WordPress (zumindest technisch) alles richtig gemacht. Denn ein CDN hält die Websiteinhalte an verschiedenen Standorten vor.

Die dadurch entstehende Ortsnähe der zu ladenden Webseiten-Inhalte zum tatsächlichen Standort der einzelnen Website-Besucher sorgt dafür, dass beim Seitenaufbau möglichst wenige Millisekunden zwischen dem hostenden Webserver und dem anzeigenden Browser „auf der Strecke“ bleiben.

Nicht vergessen: Content will auch optimiert sein

Sind die technischen Grundvoraussetzungen und Einstellungen auf Server- und CMS-Seite erledigt, ist man schon einen großen Schritt näher dran an der optimalen WordPress-Performance. Schön und gut, aber leider immer noch lediglich „die halbe Miete“.

Wie heißt es doch so schön: Content ist King – auch bei der WordPress-SEO. Es geht also darum, auch inhaltlich zu glänzen. Und das bitte nicht nur in der „Wahrnehmung“ der Suchmaschinen-Crawler, sondern vor allem bei der bestmöglichen User-Experience.

Praktischerweise wartet WordPress aber auch für diesen letzten – und vielleicht entscheidenden – Schritt mit zahlreichen digitalen Helferlein auf, mit deren Hilfe auch das gelingen kann. Die entsprechenden Plug-ins unterstützen Online-Redakteure und Website-Gestalter nämlich dabei, möglichst zielgerichteten, thematisch passenden und zugleich suchmaschinenoptimierten Content für neue Unterseiten und Blog-Beiträge zu erstellen.

Zu den bekanntesten Tools für die Content-Optimierung zählen SEO-Plug-ins wie Yoast oder All-in-One SEO (AIOS). Letzteres ist war erst kürzlich durch eine recht große Sicherheitslücke negativ aufgefallen – diese wurde jedoch in einem schon kurz darauf verfügbaren Update wieder geschlossen.

Ach ja: Die genannten Plug-ins ermöglichen übrigens auch das schnelle und einfache Bereitstellen von:

  • Meta-Informationen wie Title und Description für die Anzeige in den Suchergebnissen von Google, Bing und Co.
  • Open Graph-Daten für die Darstellung in sozialen Netzwerken wie Facebook, LinkedIn oder Twitter)

Marc Hillebrand
Marc Hillebrand
(Bild: DomainFactory)

Kurzum: Wer alle genannten Stellschrauben von der Auswahl der optimalen Serverplattform über die Implementierung geeigneter Performance-Plug-ins bis hin zur inhaltlichen Ausgestaltung des Website-Content beherzigt, kann auch als Neueinsteiger oder Optimierungs-Laie professionelle WordPress-SEO betreiben. Probieren Sie es aus!

* CMS-Experte Marc Hillebrand ist 30 Jahre alt und arbeitet bei DomainFactory. Der erfahrene Produkt Marketing Manager entwickelt nicht nur selbst gerne Webseiten, er kennt sich auch mit den gängigsten CMS und Programmiersprachen bestens aus. Sein Fachwissen gibt der versierte Content-Management-Profi gerne in hilfreichen Fach- und Ratgeberbeiträgen rund um WordPress-Hosting & Co. weiter.

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