Höhere Mitarbeiterzufriedenheit dank Low-Code, Teil 2 Persönliche Weiterentwicklung fördern

Ein Gastbeitrag von Dr. Christian Straube & Erik Hufeld *

Wie lässt sich die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen – und wie hilft Low-Code dabei? Darauf konzentriert sich diese Artikelserie, im zweiten Beitrag stehen die Entwicklungsperspektiven im Fokus unserer Betrachtung.

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Persönliche Entwicklung und Weiterbildung sind zwei Aspekte, dank derer Citizen Development die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen kann.
Persönliche Entwicklung und Weiterbildung sind zwei Aspekte, dank derer Citizen Development die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen kann.
(Bild: rawpixel / Pixabay )
eBook Low-Code-Entwicklung
eBook „Low-Code-Entwicklung“
(Bild: Dev-Insider)

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Das eBook „Low-Code-Entwicklung“ befasst sich mit der Idee des Citizen Development und erläutert die Unterschiede zum No-Code-Ansatz.

Diese Artikelreihe beleuchtet verschiedene Faktoren für mehr Mitarbeiterzufriedenheit. Im ersten Teil haben wir die Basis dafür gelegt: Was ist Mitarbeiterzufriedenheit überhaupt und warum ist sie für den Unternehmenserfolg so zentral? Zudem zeigten die Autoren auf, wie der Einsatz von Low-Code zu mehr Gestaltungsspielraum und dadurch zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit führt. Dieser zweite Teil der Serie konzentriert sich auf einen weiteren Faktor: die Entwicklungsperspektiven.

Recap: Was ist Low-Code und wie involviert es Mitarbeitende?

Die IT ist heute, mehr denn je, für viele Menschen Teil der täglichen Arbeit – egal ob im Back-Office für die Auftrags-, Rechnungs- oder Kundenverwaltung, im Beratungsgespräch, beim Support via Telefon oder beim Fieldservice vor Ort. Falsch eingesetzt, leistet die IT jedoch keine Hilfe, sondern verhindert eine effiziente Arbeitsweise. Dadurch entsteht Frust, der durch unzufriedene Endkunden, die von den fehlenden oder falschen Werkzeugen ebenfalls betroffen sein können, noch weiter verstärkt wird.

Um die IT-Landschaft zu modernisieren, werden neue Lösungen oft in (langwierigen) Softwareprojekten entwickelt. Die daraus resultierenden langen Wartezeiten für die Mitarbeitenden, Budget- und Architekturdiskussionen und Missverständnisse zwischen Business und IT können diesen Frust zusätzlich steigern.

Hier setzt Low-Code an: Es ist ein Paradigma der modernen Softwareentwicklung mit dem Ziel, diese so einfach zu gestalten, dass auch Personen mit wenig Technologiehintergrund – sogenannte „Citizen Developer“ – aktiv mitentwickeln können. So sollen die zwei Bereiche Business und IT näher zusammengebracht werden und in der Lage sein, als harmonierende Einheit schneller und besser Digitalisierungsprojekte realisieren zu können.

Bevor Fachangestellte zu Citizen Developern werden und vom neu entstandenen Gestaltungsspielraum profitieren können, braucht es eine entsprechende Grundlage. Gehen wir hierfür einen Schritt zurück: Die Grundlage für Citizen Development sind Mitarbeitende, die ein Engagement und Wille zeigen, sich persönlich weiterzuentwickeln. Die Effekte, die sich daraus ergeben, erhöhen die Zufriedenheit eindeutig.

(Persönliche) Weiterentwicklung

Fakt ist, dass die Arbeitswelt stark von der Digitalisierung geprägt wird und sich dementsprechend verändert. Um konkurrenzfähig zu bleiben – unabhängig davon, ob auf Unternehmens- oder Mitarbeiter-Ebene, sollte in die Weiterentwicklung investiert werden. Low-Code vereint beide Ansprüche:

Durch den Einsatz der Low-Code-Technologie können Prozesse nicht nur verschlankt werden: Die entwickelten Anwendungen entsprechen vielmehr den inhärenten Logiken des Unternehmens und berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse, da Angehörige der betroffenen Fachabteilungen durch Citizen Development direkt in die Erstellung involviert sind. Die Einführung einer Low-Code-Plattform wirkt sich zudem auf den Digitalisierungsgrad des gesamten Unternehmens aus.

Die Fachangestellten, die in die Erstellung der Anwendungen involviert sind, bauen wichtige digitale Kompetenzen auf und entlasten langfristig die IT-Abteilung – auch durch die Reduktion von Sicherheitslücken, die durch Schatten-IT verursacht werden können. So werden Ressourcen freigegeben, die in die Förderung und Beschleunigung der unternehmensweiten Digitalisierung investiert werden können.

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Das eBook „Low-Code-Entwicklung“ befasst sich mit der Idee des Citizen Development und erläutert die Unterschiede zum No-Code-Ansatz.

Für das Fachpersonal bietet der Einsatz von Low-Code wichtige Weiter­ent­wicklungs­mög­lich­keiten, die sie für die Digitalisierung fit machen und ihr eigenes Know-how um wesentliche Komponenten erweitern. Diese sind essenziell, um in der sich schnell wandelnden Arbeitswelt konkurrenzfähig zu bleiben.

Die im Jahr 2021 veröffentlichte Studie „Der Mensch in der Arbeitswelt 4.0“ des IAP (Institut für Angewandte Psychologie) geht der Frage nach, wie Mitarbeitende die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt wahrnehmen, in der sie gefordert sind, mit Veränderungen umzugehen, sich laufend neue Kompetenzen anzueignen und sich vermehrt selbst zu führen. Diese drei genannten Aspekte liefern spannende Einblicke, die sich mit Low-Code verbinden lassen:

  • 1. Auf die Frage, welche Kompetenzen im digitalen Wandel gefordert sind, werden Offenheit für Veränderungen (94 Prozent), kontinuierliche Lernbereitschaft (78 Prozent), Selbstinitiative respektive -Verantwortung (64 Prozent) sowie Mut und Neugierde (61 Prozent) als wichtigste Kompetenzen genannt. Die IT und ihre Dynamik mit ständig verändernden Technologien steht sinnbildlich für den Prozess vom lebenslangen Lernen in einer wandelnden Umgebung. Angestellte, die die genannten Kompetenzen mitbringen, sind in der IT – und konkret – bei Low-Code genau richtig.
  • 2. Die Studie hält zudem fest, dass individualisiertes, flexibles und selbstgesteuertes Lernen an Bedeutung zunehmen (38 Prozent).
  • 3. Erfreulich ist, dass die durch die Digitalisierung verursachten Veränderungen von der Mehrheit der Befragten als positiv empfunden werden. Die Arbeit wird als vielfältiger und autonomer erlebt.

Zum Citizen Developer befähigt werden: Schritt für Schritt

Low-Code ist eine Technologie, deren Einführung einerseits die Innovationskraft der Unternehmen und andererseits die Selbstentfaltung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigern kann. Doch um das Potenzial von Low-Code auch effektiv für ein Unternehmen nutzen zu können, sind zwei Faktoren entscheidend: das digitale Mindset und die systematische Befähigung der Angestellten, die künftig als Citizen Developer agieren sollen.

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Für eine erfolgreiche Befähigung sind drei Phasen massgeblich:

1. Schulung

Die umfangreiche Schulung der künftigen Citizen Developer im Umgang mit der eingesetzten Low-Code-Plattform steht in direkter Abhängigkeit zum Erfolg und zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Denn Low-Code-Plattformen ermöglichen einerseits die unkomplizierte Umsetzung von Anwendungen mittels visueller Darstellung, stellen vorgefertigte Templates und App-Wizards zur Verfügung und lassen sich mühelos per Drag and Drop bedienen.

Andererseits führt diese Vielzahl an Optionen auch zu Überforderung und kann bei Mitarbeitenden die Befürchtung hervorrufen, etwas falsch oder kaputt zu machen. Somit müssen in der Training-Phase notwendige digitale Kompetenzen aufgebaut werden, um den sicheren Umgang mit Low-Code zu ermöglichen. Hierbei ist es wichtig, auf den individuellen Wissenstand einzugehen und jeweils die richtigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

2. Unterstützung

Low-Code-Plattformen lassen sich durch visuelle und intuitive Elemente einfach bedienen. Nichtsdestotrotz können Citizen Developer auch einmal an ihre Grenzen stoßen. Deshalb ist ein zuverlässiger Support seitens der IT-Abteilung bzw. des Low-Code-Anbieters insbesondere am Anfang umso wichtiger. Die Plattform von Simplifier beispielsweise ermöglicht es seinen Nutzern, kollaborativ an Anwendungen zu arbeiten, sodass die IT-Abteilung jederzeit Hilfestellungen geben kann

Gleichzeitig kann die IT-Abteilung Berechtigungen entsprechend der Zuständigkeiten vergeben. So ist es jedem Citizen Developer möglich, autark und selbstsicher zu agieren, ohne Grenzen zu überschreiten oder Sicherheitsrichtlinien zu verletzen. Auf diese Weise können sich Fachangestellte in ihrem Zuständigkeitsgebiet sicher bewegen, sukzessive Kenntnisse erwerben und so ihre Rolle schrittweise aufbauen.

3. Anerkennung

Eine erfolgreiche Befähigung setzt die formelle und informelle Anerkennung der erbrachten Leistung der Citizen Developer voraus. Dafür ist die langfristige Planung und Implementierung einer ganzheitlichen Digitalisierungsstrategie sowie der entsprechenden Unternehmenskultur notwendig. Entscheidend ist es den Mitarbeitenden die notwendigen Ressourcen in Form von Weiterbildungsmöglichkeiten, Einarbeitungszeit und Unterstützung zur Verfügung zu stellen, damit sie nicht nur an, sondern auch mit ihren Aufgaben wachsen können.

Die Einführung von Low-Code und damit Citizen Development bringt die Herausforderung, das Gleichgewicht aus Motivation und Mitarbeiterzufriedenheit durch Aneignung neuer Fertigkeiten und zusätzlichen Aufgaben zu halten. Die Wertschätzung für das Engagement und den Willen, Neues zu lernen, ist deshalb unabdingbar.

Ideen vorantreiben mit der richtigen Plattform

Eine Low-Code Plattform wie Simplifier ermöglicht und unterstützt die sukzessive Weiterbildung von Mitarbeitenden und ihre Weiterentwicklung als Citizen Developer. Durch grafische Elemente können Prozesse einfach dargestellt werden. Eine Vielzahl an out-of-the-Box-Elementen bildet die Grundlage zur Erstellung komplexer Anwendungen ohne tiefergehende Programmierkenntnisse. Durch kollaboratives Arbeiten wird der Citizen Developer zu keiner Zeit alleingelassen, kann jedoch innerhalb seiner Rolle selbstverantwortlich arbeiten und die eigenen Ideen realisieren.

Doch auch abseits der Plattform ist es wichtig, dass der Anbieter die Grundsteine für eine erfolgreiche Implementierung von Low-Code in einem Unternehmen legt. Simplifier sowie auch adesso bieten ihren Kunden zu Beginn der Zusammenarbeit einen umfangreichen Enabling-Prozess an und gibt den Mitarbeitenden der Kunden so das notwendige Werkzeug an die Hand. Damit Low-Code langfristig zum Erfolg und damit zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit führt, müssen Unternehmen Citizen Development konsequent anwenden und im Unternehmen verankern.

Wie geht es weiter? Ausblick auf Teil 3

Dr. Christian Straube
Dr. Christian Straube
(Bild: adesso Schweiz AG)

Low-Code bietet Mitarbeitenden Gestaltungsfreiraum und die Möglichkeit sich fortgehend weiterzubilden und sich somit innerhalb des eigenen Zuständigkeitsgebietes zu entwickeln. Dies sind essenzielle Voraussetzungen für eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit. Doch einzelne Mitarbeitende agieren nicht im luftleeren Raum – die Teamzusammenarbeit ist ein entscheidender Faktor für die Produktivität und Zufriedenheit innerhalb des Unternehmens. Deshalb behandelt der dritte Teil dieser Artikelserie das Thema Team-Building und wie Low-Code hier positiv Einfluss nehmen kann.

* Dr. Christian Straube ist Head Consulting Digital & Innovation beim IT- und Beratungsdienstleister adesso Schweiz AG. Mit seinem Team macht er disruptive Technologien für Unternehmen gewinnbringend einsetzbar. Er verfügt über einen breiten Hintergrund von der Softwareentwicklung und dem IT-Betrieb über Forschung und Entwicklung bis hin zur Unternehmensberatung an der Schnittstelle zwischen Business und Technologie.

Erik Hufeld
Erik Hufeld
(Bild: Simplifier AG)

Erik Hufeld ist studierter Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH) mit Schwerpunkt E-Commerce und hat mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Online- und Performance-Marketing-Beratung. Seit 2016 ist er bei der Simplifier AG in Würzburg beschäftigt, dort übernahm er in der Rolle des Head of Marketing die Verantwortung für die strategische und operative Multi-Channel-Ausrichtung aller Marketingaktivitäten, für die damit verbundene Budgetplanung und für den Leadakquisitionsprozess.

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Anwendungsentwicklung ohne viel Coding, und das nach dem Baukasten-Prinzip. Das klingt nach einer tollen Angelegenheit, denn durch diesen simplen wie effizienten Ansatz soll die Arbeit mit Code möglichst vermieden werden.

Dieses eBook greift folgende drei Aspekte auf:

  • Mehr Leistung, weniger Overhead
  • Die richtige Low-Code-Plattform finden
  • No-Code: das neue Low-Code?

Artikelfiles und Artikellinks

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