Aktuelle OpenStack-Entwicklungen

OpenStack- und Container-Welten müssen verknüpft werden

| Autor / Redakteur: Radhesh Balakrishnan* / Florian Karlstetter

Application-Packaging-Technologien für OpenStack-Umgebungen.
Application-Packaging-Technologien für OpenStack-Umgebungen. (Bild: © Cybrain - stock.adobe.com)

OpenStack ist inzwischen ausgereift und die bevorzugte offene Infrastruktur-Plattform vieler Unternehmen. Jetzt steht der nächste Evolutionsschritt an: die Verknüpfung von OpenStack- und Container-Welt.

Der bisherige Erfolg von OpenStack auf Unternehmensseite ist unbestritten, allerdings darf sich die Community nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Container sind die zentrale Aufgabe, die die OpenStack-Community als Nächstes in Angriff nehmen muss. Eine Application-Packaging-Technologie, die eine größere Workload-Flexibilität und Portabilität bietet und containerisierte Applikationen unterstützt, ist der Schlüssel für die Weiterentwicklung von OpenStack – vor allem auch, weil Unternehmen zunehmend sowohl Linux-Container als auch OpenStack nutzen.

Auch im OpenStack-Umfeld sollte der Erfolg von Containern nicht ignoriert werden. Die Marktforscher von 451 Research prognostizieren, dass der Container-Markt 2020 ein Volumen von 2,7 Milliarden US-Dollar erreicht und damit eine herausragende Rolle im Bereich der Cloud-Technologien spielen wird. Container werden bereits branchenübergreifend genutzt, um reale Geschäftsprobleme zu beheben und das Business voranzutreiben.

Es gibt dabei vier Haupttreiber für Unternehmen, Container einzusetzen:

  • Verbesserung des Betriebs von Applikationen
  • Optimierung der Applikationsentwicklung – besonders unter Verwendung von Microservices
  • Weiterentwicklung der Infrastruktur und Nutzung der Hybrid-Cloud-Vorteile
  • Ermöglichung einer umfassenden Business-Transformation.

Portabilität von Containern

Irgendwann werden Container universell portabel sein, gegenwärtig ist es aber noch nicht der Fall. Damit sie „wirklich“ portabel sind, ist eine integrierte Plattform für die Applikationsbereitstellung vonnöten, die auf offenen Standards basiert und eine konsistente Ausführung in unterschiedlichen Umgebungen bietet. Container setzen auf dem Host-Betriebssystem und seinen Services für Compute, Network, Storage und Management auf – und zwar über physische Hardware, Hypervisoren, Private Clouds und Public Clouds hinweg.

Das Ökosystem ist hier von entscheidender Bedeutung. Es muss Industriestandards für Image-Format, Runtime und Distribution konzipieren, um eine universelle Portabilität zu ermöglichen. Diese Notwendigkeit wurde in der Branche und von relevanten Communities erkannt, die Gruppen für die Definition und Weiterentwicklung dieser Standards gebildet haben; Beispiele sind die Open Container Initiative und die Cloud Native Computing Foundation.

OpenStack-Services können – wie Neutron für das Netzwerk und Cinder für Block-Storage – bereits abstrahiert und über Plattformen, die auf Containern und der Container-Orchestrierung Kubernetes basieren, verfügbar gemacht werden. Die Container-Technologie ermöglicht die Nutzung zugrundeliegender Ressourcen für effiziente Bereitstellungen, Upgrades und Skalierungen der OpenStack-Control-Plane. Dieser Punkt ist wichtig, da Container-basierte Infrastrukturen immer umfassender genutzt werden, allerdings ist er nicht so kritisch wie eine zweite „umgekehrte“ Notwendigkeit: der Betrieb von Containern selbst auf der OpenStack-Infrastruktur.

Die Anforderungen an containerisierte Applikationen

Radhesh Balakrishnan ist General Manager OpenStack bei Red Hat.
Radhesh Balakrishnan ist General Manager OpenStack bei Red Hat. (Bild: Red Hat)

Obwohl containerisierte Applikationen im Kern Applikationen sind, stellen sie andere Anforderungen als traditionelle Virtual-Machine-basierte Cloud-Applikationen, die sich üblicherweise in einer OpenStack-basierten Cloud finden. Um OpenStack Container-freundlicher zu machen, müssen die zugrundeliegenden OpenStack-Komponenten wie Networking, Storage und Management, aus denen das Framework besteht, besser für Container-Technologien verfügbar gemacht werden. Beispielsweise können OpenStack-Services wie Keystone für die Authentifizierung oder Cinder Block Storage, das persistenten Storage für Stateful-Applikationen bietet, auch von Container-basierten Applikationen genutzt werden, das heißt, es besteht keine Notwendigkeit, das Rad neu zu erfinden. Wir sehen bereits, dass sich die Community mit diesen Themen beschäftigt – etwa bei einem Projekt wie Kuryr. Solche Bemühungen müssen allerdings ausgeweitet und künftig unterstützte Produkte bereitgestellt werden.

Die Geschichte des Computing hat gezeigt, dass das verbindende „und“ das wichtigste Nutzenversprechen für Kunden ist, da dadurch Investitionsschutz und Business Continuity gewährleistet bleiben. Indem sie die Welten von Containern und OpenStack zusammenbringt, kann die Community einen entscheidenden Beitrag für einen einheitlichen, offenen Infrastruktur-Management-Layer leisten, der sich über physische, virtuelle und Container-Umgebungen erstreckt – und uns damit näher an die Verwirklichung der Vision einer offenen Hybrid-Cloud bringt.

* Radhesh Balakrishnan ist General Manager OpenStack bei Red Hat

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