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Open Source Monitor 2019 des Bitkom Open-Source-Nutzung und -Entwicklung im Überblick

| Redakteur: Stephan Augsten

Da Open-Source-Software sich an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt, müsste sie doch in der IT- und Telekommunikationsbranche besonders beliebt sein, oder? Weit gefehlt, eine andere Branche ist Vorreiter beim Einsatz von quelloffener Software, wie der IT-Branchenverband Bitkom berichtet.

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Laut Bitkom erlauben und fördern gut drei von zehn Unternehmen eine aktive Beteiligung der eignen Mitarbeiter an Open-Source-Projekten.
Laut Bitkom erlauben und fördern gut drei von zehn Unternehmen eine aktive Beteiligung der eignen Mitarbeiter an Open-Source-Projekten.
(Bild: Open Source Monitor 2019, Bitkom)

Im „Open Source Monitor“ für das Jahr 2019 schlüsselt der Bitkom auf, in welchen Branchen und ab welcher Unternehmensgröße Open-Source-Software (OSS) besonders häufig zum Einsatz kommt. Dabei spielen auch die Einbettung in die IT- und Geschäftsstrategie sowie die Beteiligung an Open-Source-Projekten eine Rolle.

Grundlegend steht die Mehrheit der deutschen Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern quelloffener Software durchaus positiv gegenüber. Doch nur knapp die Hälfte dieser Unternehmen haben eine Stelle, die das Thema Open-Source-Einsatz formell oder informell verantwortet. Nur eines von fünf Unternehmen verfügt über eine OSS-Strategie, 77 Prozent der Befragten können keinerlei OSS-Strategie vorweisen, zwei Prozent machten keine Angabe.

Ob reine Verwendung oder tiefgehende Integration – jeweils mit und ohne Anpassungen – oder Open-Source-Entwicklung im Kerngeschäft: In nahezu allen Bereichen setzt die Automobilbranche am häufigsten auf Open Source, einzig bei der Integration mit Anpassungen liegt der Bankensektor ein Prozent weiter vorne, der Bereich „Verkehr & Logistik“ gleichauf. Die IT- und Telko-Branche bewegt sich nahezu durchgängig im Mittelfeld.

Interessante Erkenntnisse liefert der Studienbereich der Mit- und Weiterentwicklung von Open Source Software. Demnach beteiligt sich fast jedes dritte Unternehmen ab 100 Mitarbeiter aktiv an der Entwicklung beziehungsweise Weiterentwicklung von OSS oder erlaubt dies zumindest den eigenen Mitarbeitern.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die OSS unterstützen (55 Prozent), erlaubt dabei einzelnen Mitarbeitern oder Teams, sich im Rahmen ihrer Arbeit an OSS-Projekten zu beteiligen. Vier von zehn Unternehmen unterstützen OSS-Projekte als zahlendes Mitglied oder als Sponsor, eigene OSS-Projekte initiiert oder begleitet ein Viertel der OSS-Unterstützer aus der eigenen Unternehmenstätigkeit heraus. Die wenigsten Unternehmen beteiligen sich, indem sie veränderten OSS-Quellcode zurück in die Community geben.

Für den „Open Source Monitor“ hat Bitkom Research ingesamt 804 nach Größenklassen und Branchen ausgewählte Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern in Deutschland befragt. Sponsoren und Mitgestalter der Studie waren Boehmert & Boehmert, DataStax, Osborne Clarke, PricewaterhouseCoopers, Red Hat, SAP, SUSE Linux, die Synopsys Software Integrity Group und die TU Berlin (FG Innovationsökonomie).

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