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Apps für iOS, macOS, Apple TV und Apple Watch Open-Source-Entwicklung für Apple-Geräte

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Stephan Augsten

Ob iPhone, iPad oder Apple Watch, Mac, Macbook oder Apple TV: Apps für Geräte aus Cupertino lassen sich durchaus mit quelloffenen Lösungen programmieren und bereitstellen. Diese bieten in vielen Fällen den gleichen Funktionsumfang wie kommerzielle Produkte und sind häufig auch weiter verbreitet.

Man benötigt nicht zwingend Mac und Co., um für andere Apple-Geräte zu entwickeln. Aber die Tools müssen für die Plattform verfügbar sein.
Man benötigt nicht zwingend Mac und Co., um für andere Apple-Geräte zu entwickeln. Aber die Tools müssen für die Plattform verfügbar sein.
(Bild: Devon Janse van Rensburg / Unsplash)

Wer für Apple-Plattformen Apps entwickelt, muss einiges berücksichtigen. Programmiersprache, Entwicklungsumgebung und Framework müssen mit den Ziel-Betriebssystemen kompatibel sein. Dazu kommt die Notwendigkeit, dass die Sprache und die Entwicklungsumgebung auch für die verschiedenen Plattformen funktionieren sollte.

Apps sollten auf iPhones und iPads idealerweise identisch funktionieren, aber die Stärken beider Systeme auch komplett ausnutzen. Im Falle der Apple Watch muss insbesondere die Zusammenarbeit zwischen iPhone und Apple Watch muss gegeben sein. Und das i-Tüpfelchen ist dann noch die nahtlose Integration mit Apple TV und macOS.

Im Mittelpunkt sollte vor allem die Zusammenarbeit zwischen den Geräten und die Interaktion mit den Benutzern stehen. Für Apple-Benutzer ist es alltäglich, dass ihre Geräte optimal zusammenarbeiten, daher sollten auch die Apps von Drittanbietern gewohnte Funktionen unterstützen und über alle Geräte eines Benutzers hinweg funktionieren.

Wir haben in diesem Beitrag auch zwei Tools aufgenommen, die ihrerseits nicht quelloffen sind, aber eng mit anderen Open Source-Tools wie Git zusammenarbeiten. Git-Clients spielen bei der Arbeit mit Git eine wichtige Rolle, daher haben wir Tower und SourceTree in der Liste mit aufgenommen: Tower steht als Testversion zur Verfügung, SourceTree kann kostenlos genutzt werden, ist aber kein Open Source. Beide Tools lohnen aber einen Blick.

Swift – die Apple-Programmiersprache

Die eigene Open-Source-Programmiersprache Swift wird von Apple für die Entwicklung von Apps für iOS, macOS, Apple TV und Apple Watch empfohlen. Swift ist seit 2014 verfügbar und erlaubt auch die Entwicklung von Linux- und Windows-Anwendungen. Apple setzt bei der Entwicklung intern genutzter Apps ebenfalls auf die hauseigene Programmiersprache. Neue Programme und Funktionen wie Apple Health, Sidecar und die Find-App werden ebenfalls mit Swift entwickelt.

WebKit – HTML Rendering Engine

WebKit ist eine Webbrowser-Engine, die vor allem im Apple-Universum für Safari, Mail, App Store und andere Apps eingesetzt wird. Die Grundlage von WebKit ist KDE. Vor allem Web-Entwickler profitieren von der Open Source, da hier auch neue Vorabversionen von Safari-Funktionen getestet werden können. Mit WebKit lassen sich auch erweiterte Technologien in Webseiten integrieren, zum Beispiel eine sichere Ausfüllautomatik für SMS-Codes unter iOS (https://github.com/WebKit/explainers/blob/master/sms-one-time-code-format/README.md).

WebKit besteht unter Anderem aus Webcore und Javascriptcore. Webcore nutzt KHTML-Techniken, um CSS und SVG zu rendern. Die Technik wurde mit C++ entwickelt. Entwickler können aus Webkit noch Drosera und Sunspider nutzen. Diese helfen beim Debuggen von Quell-Code und der Leistungsverbesserung von Webanwendungen.

ResearchKit und CareKit – Medizinische Apps entwickeln

ResearchKit und CareKit dienen vor allem der Unterstützung von Apps, die Gesundheitsdaten nutzen und verarbeiten, um zum Beispiel das Teilnehmen an Gesundheitsstudien zu ermöglichen. Solche Apps benötigen Zugriff auf die Apple Watch und natürlich dem damit verbundenen iPhone. Wer entsprechende Anwendungen für Apple Watch oder iPhones entwickeln möchte, ist mit ResearchKit und CareKit gut beraten. So gibt es zum Beispiel bereits die Möglichkeit, dass Parkinson-Symptome mit der Apple Watch zu überwachen.

Tower – Git-Client für macOS und Windows

Bei Tower handelt es sich um einen Git-Client mit einer intuitiven Benutzeroberfläche. Die Software selbst ist wie erwähnt nicht Open Source, steht dafür aber als Test-Version zur Verfügung. Sie gehört zu den beliebtesten Git-Clients bei Entwicklern, die Preise beginnen bei 59 Euro pro Benutzer in der Basic-Version.

Den Client gibt es nicht nur für macOS sondern auch für Windows, er ist einfach zu bedienen und lässt sich einfach in andere Entwicklungstools integrieren. Staging, Versionierung, Unterstützung von Submodulen und Dateiverlauf sind genauso integriert wie die Möglichkeit, Aktionen rückgängig zu machen.

Neue Zweige und Revisionen lassen sich auch per Drag & Drop erstellen. Tower kann auch PlanIO-Projektarchive verwalten. Auch der umfassende Zugriff auf Commits ist mit Tower möglich. Da Git dezentral organisiert ist, lässt sich Tower auch offline nutzen. Sobald der Rechner wieder online ist, können die Commits auf einmal synchronisiert werden. Eine kostenlose Alternative mit ähnlichem Funktionsumfang ist Sourcetree (https://www.sourcetreeapp.com/).

SourceTree – kostenloser Git-Client

SourceTree von Atlassian gehört ebenfalls zu den bekannteren Git-Clients für Windows und macOS. Auch dieses Tool ist nicht Open Source, steht aber kostenlos zur Verfügung. SourceTree ist eine bekannte Alternative für Tower.

Das Tool verfügt über eine einfache Git-GUI, mit der sich gehostete und lokale Repositorys visualisieren und verwalten lassen. Entwickler können in SourceTree mit einem einzigen Klick Objekte erstellen, klonen, übergeben, Drag & Drop und vieles mehr. SourceTree funktioniert mit Git und Mercurial, eine Integration mit BitBucket ist dementsprechend ebenfalls möglich.

Atom – Editor mit nützlichen Plug-ins

Atom ist ein Text- und Quellcode-Editor, der auf Webtechnologien basiert. Der Editor hat eine übersichtliche Benutzeroberfläche und einen modularen Aufbau. Das Open-Source-Entwicklerwerkzeug für macOS ist unterstützt Plugins, die ebenfalls als Open Source zur Verfügung stehen. Neben macOS kann das Tool auch auf Windows und Linux installiert werden.

Atom unterstützt eingebettete Git-Steuerung. Zusätzlich kann die IDE für eine Vielzahl von Programmiersprachen verwendet werden. Die IDE unterstützt Syntaxhervorhebung, automatische Spracherkennung, ein kontextabhängiges Autovervollständigungssystem und weitere Funktionen.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist