„State of Serverless“-Report von Datadog Nutzung von AWS Lambda und anderer serverloser Dienste

Autor: Ulrike Ostler

„Serverless“ hat bei Organisationen aller Größenordnungen an Zugkraft gewonnen, von Cloud-nativen Startups bis hin zu großen Unternehmen. So steht es im „State of Serverless“-Report von Datadog.

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Lambda wird zunehmend eingesetzt, um kundenorientierte Anwendungen zu betreiben, die eine geringe Latenzzeit erfordern. Außerdem wird dass Lambda nicht nur für kurzlebige Jobs genutzt, sondern auch für rechenintensivere Anwendungsfälle.
Lambda wird zunehmend eingesetzt, um kundenorientierte Anwendungen zu betreiben, die eine geringe Latenzzeit erfordern. Außerdem wird dass Lambda nicht nur für kurzlebige Jobs genutzt, sondern auch für rechenintensivere Anwendungsfälle.
(Bild: Datadog)

Mit Serverless können sich Teams darauf konzentrieren, Ideen schneller auf den Markt zu bringen, anstatt die Infrastruktur zu verwalten – und das, während sie nur für das bezahlen, was sie nutzen. Dies setzt zumindet der im seit Februar 2020 erstmals erschienene „State of Serverless“-Bericht voraus. Datadog hat nach eigenen Angaben Millionen von Funktionen untersucht, die von Tausenden von Unternehmen ausgeführt werden, um zu verstehen, wie Serverless in der realen Welt eingesetzt wird.

Abbildung 1: Lambda-Funktionen werden 3,5 Mal häufiger aufgerufen als noch vor zwei Jahren.
Abbildung 1: Lambda-Funktionen werden 3,5 Mal häufiger aufgerufen als noch vor zwei Jahren.
(Bild: Datadog)

Das ausgereifteste und am weitesten verbreitete Function-as-a-Service (FaaS)-Angebot ist laut Datadog nach wie vor „AWS Lambda“. Aber auch die Nutzung von „Azure Functions“ und „Google Cloud Functions“ wiesen ein „beeindruckendes Wachstum“ auf. Im vergangenen Jahr ist der Anteil der Azure-Organisationen, die Azure Functions einsetzen, von 20 auf 36 Prozent gestiegen.

Bei Nutzern der Google Cloud nutzt mittlerweile fast ein Viertel der Unternehmen Cloud Functions, zumal Cloud Functions zwar als letztes der drei FaaS-Angebote auf den Markt ka. Dennoch ist Serverless kein neues Konzept in der Google Cloud - die Cloud-Plattform führte „Google App Engine“, ihren ersten vollständig serverlosen Compute-Service, bereits 2008 ein. Aber heutesei zu beobachten, so der Datadog-Report, dass sich das Momentum in Richtung der neueren serverlosen Angebote von Google verschiebe, nämlich Cloud Functions und „Cloud Run“.

Häufiger und schneller

Doch zurück zu den Lambda-Funktionen. Sie wurden zu Beginn 2021 im Schnitt 3,5-mal so häufig am Tag aufgerufen als noch zwei Jahre zuvor. In der untersuchten Gruppe von Lambda-Nutzern absolvierten die entsprechenden Funktionen pro Unternehmen eine durchschnittliche Laufzeit von täglich 900 Stunden. Eine Erklärung für den Turbo in der Lambda-Community liegt darin, dass IT-Teams verstärkt auf Best Practices zurückgreifen. Dadurch werden die erstellten Funktionen deutlich spezifischer und effizienter – und sorgen sowohl für Tempo im Development als auch in der Bereitstellung.

So ist die Geschwindigkeit insgesamt bemerkenswert sei die Geschwindigkeit: Lambda-Aufrufe erfolgten in 2020 mit lediglich 60 Millisekunden doppelt so schnell als noch im Vorjahr – gut für Kundenanwendungen, die eine geringe Latenz voraussetzen.

Abbildung 2. Guillermo Rauch, Vercel-CEO und Next.js-Mitbegründer: „Vor zwei Jahren führte Next.js Unterstützung für serverlose Funktionen ein, die dynamisches Server-Side Rendering (SSR) und API-Routen unterstützen. Seitdem haben wir ein unglaubliches Wachstum der Serverless-Akzeptanz unter den Vercel-Nutzern gesehen, mit Aufrufen von 262 Millionen pro Monat auf 7,4 Milliarden pro Monat, eine 28-fache Steigerung.“
Abbildung 2. Guillermo Rauch, Vercel-CEO und Next.js-Mitbegründer: „Vor zwei Jahren führte Next.js Unterstützung für serverlose Funktionen ein, die dynamisches Server-Side Rendering (SSR) und API-Routen unterstützen. Seitdem haben wir ein unglaubliches Wachstum der Serverless-Akzeptanz unter den Vercel-Nutzern gesehen, mit Aufrufen von 262 Millionen pro Monat auf 7,4 Milliarden pro Monat, eine 28-fache Steigerung.“
(Bild: Datadog)

Für den Datadog-Report ist das ein Zeichen dafür, dass IT-Teams nicht länger experimentierten, sondern Serverless-Plattformen wie Lambda als festen Bestandteil in ihre Stacks integriert haben. Während die Developer an Routine gewinnen, helfen Tools wie AWS Step Functions, die wachsende Komplexität einzelner Workflows durch die Integration von Funktionen und Services in den Griff zu kriegen.

Die Edge kann profitieren

Ein weiteres Augenmerk der Untersuchung lag auf dem Einsatz von Edge Computing. Die Methode bereichert die Serverless-Vorteile einer hohen Entwicklungs- und Bereitstellungsgeschwindigkeit um die Vorzüge eines geringeren Data Processing- und Hosting-Aufwands.

Deshalb lautet die Prognose der Datadog-Untersuchung: Künftig werden noch mehr Unternehmen an der Edge arbeiten, um ihre Hardware-Ressourcen zu schonen – eine Vorgehensweise, die besonders für Multi User- und/oder Multi Device-Umgebungen interessant sei.

Trotzdem: Viele Unternehmen befinden sich noch in einer frühen Automatisierungsphase. Ein Indiz dafür findet Datadog im geringen Einsatz von IaC-Tools. So erfolgen bisher lediglich 43 Prozent der Lambda-Funktionen über „AWS Cloud Formation“. Das bietet Raum für Optimierungen: IaC-Werkzeuge werden im Hinblick auf die Entwicklung und Bereitstellung von Serverless-Anwendungen jedoch an Bedeutung gewinnen, so die Untersuchung.

Python ist die beliebteste Lambda-Laufzeit

Seit 2018 bietet Lambda Unterstützung für sechs Laufzeiten: Node.js, Python, Java, Go, .NET Core und Ruby. Python und Node.js dominieren jedoch weiterhin unter den Lambda-Nutzern und machen fast 90 Prozent der Funktionen aus. Achtundfünfzig Prozent aller eingesetzten Lambdas laufen mit Python (ein Anstieg von 11 Punkten im Vergleich zum Vorjahr), weitere 31 Prozent mit Node.js (ein Rückgang von 8 Punkten im Vergleich zum Vorjahr).

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